
Nach Autor Joshua Hardwick
Ehemaliger Head of Content bei Ahrefs
Jeder Blogbeitrag ist anders aber die meisten sind nicht so unterschiedlich.
Denke an die Blogbeiträge, die du in der Vergangenheit gelesen hast. Sie waren wahrscheinlich nicht extrem unterschiedlich im Bezug auf das Format. Vermutlich hast du nicht genau darauf geachtet, weil du auf den Inhalt fokussiert warst.
Für Blogger ist dies eine gute Nachricht. Es bedeutet, dass Vorlagen das Leben einfacher machen können, unabhängig davon worüber du schreibst.
In diesem Beitrag beleuchten wir vier Vorlagen für Blogbeiträge, die dir helfen gute Inhalte schneller zu generieren und zeigen, wann du welche Vorlage am besten nutzt.
Listen-Beiträge, auch bekannt als “Listicles”, sind Listen von Tipps, Tools, Techniken, Mythen, Fehlern —alles was als Liste Sinn macht.

Listen-Beiträge eignen sich am besten für Informationen, die nicht chronologisch sind. Anders formuliert, für alles, was sich nicht in einer bestimmten Reihenfolge befinden muss.
Schau dir zum Beispiel unsere Liste an Möglichkeiten, die E-Mail Adresse einer Person zu finden, an:

Du könntest jeden dieser Punkte innerhalb der Liste umstellen und der Beitrag würde immer noch Sinn machen. Wenn dies nicht auf deine geplanten Inhalte zutrifft, ist diese Vorlage nicht die richtige.
Folge diesen Schritten:
Nutze eine der Vorlagen und ergänze die Klammern.
Stelle nur sicher, dass der Titel gut lesbar ist und mit dem Inhalt, den du in dem Blogbeitrag teilst, übereinstimmt.
Wenn dein Beitrag von Tipps zur Gewichtsabnahme handelt, nenne ihn nicht “13 Gründe warum du kein Gewicht verlierst”.
Du kannst deinen Titel darüber hinaus ansprechender gestalten, indem du einen Nutzen oder relevante “Power-Words” hinzufügst. Zum Beispiel:
10 Möglichkeiten mehr YouTube Views zu erhalten → 10 einfache Möglichkeiten mehr YouTube Views zu erhalten (selbst wenn du keine Abonnenten hast)
Falls dir dies schwer fällt, schau dir für Inspirationen die Titel der Seiten im Top-Ranking an.
Empfohlene Lektüre: Wie du den perfekten SEO Title Tag erstellst (unser 4-Schritte Prozess)
Die meisten Leser überfliegen Listen-Beiträge. Dies ist der Vorteil des Formats; es ist nicht chronologisch. Wenn einer der Tipps auf der Liste nicht ansprechend ist, können Leser weiter scrollen bis sie einen Punkt finden, der das Interesse weckt.
Deshalb macht es keinen Sinn, eine lange Einleitung zu verfassen. Du willst hier lediglich zwei Dinge erreichen:
Hier ist ein gutes Beispiel für das Schaffen von Vertrauen in unserem Blog:

Das Einfügen von Jump-Links im Anschluss macht das Leben des Lesers einfacher. Sie müssen nicht durch die gesamte Liste scrollen, um zu sehen, was im Beitrag enthalten ist. Sie können den Inhalt überfliegen und direkt auf den Tipp zugreifen, der relevant ist.

Lerne in diesem Beitrag, wie du Jump-Links einfügst.
Jedes Listen-Element benötigt eine Zwischenüberschrift. Nutze dafür das <h2> Heading Level.
Normalerweise sind diese numeriert aber dies ist kein Muss.
In unserer Liste für Google Ranking Faktoren beispielsweise, haben wir uns entschlossen keine Nummerierung zu verwenden, da alle Punkte gleich bedeutend sind.

Stelle nur sicher, dass die Zwischenüberschriften wo möglich beschreibend und auf den Nutzen fokussiert sind. Dies wird Leser dazu verleiten, jeden Punkt zu lesen. In einer Liste mit Gewichtsabnahme-Tipps beispielsweise ist “5. Esse scharfes Essen um die Kalorienverbrennung deines Körpers zu fördern” wahrscheinlich besser als einfach nur “5. Esse scharfes Essen”.
Falls du nicht sicher bist, welche Punkte du in deiner Liste aufführen solltest, überfliege die Zwischenüberschriften in anderen Beiträgen mit Top-Ranking für Inspirationen.
Du kannst den On-Page Report in Ahrefs SEO Toolbar nutzen, um diese auf einen Blick zu sehen.

Randbemerkung
Jeder Blogbeitrag verdient ein Fazit. Es gibt viele Möglichkeiten ein solches zu verfassen aber ein oder zwei finale Tipps zu geben, ist ein Ansatz der besonders gut für Listen-Beiträge funktioniert.
Hier ist ein Beispiel von unserer Liste an Möglichkeiten mehr Youtube Views zu generieren:

Ein Schritt-für-Schritt Guide zeigt eine Reihe von chronologischen Schritten auf, um ein Endziel zu erreichen.

Wenn du Leuten etwas beibringen möchtest und dieser Vorgang in einer bestimmten Reihenfolge ablaufen muss, ist ein Schritt-für-Schritt Guide die Lösung.
Schau dir zum Beispiel unseren Guide über das Schreiben von Blogartikeln an:

Jeder dieser Schritte muss in einer bestimmten Abfolge umgesetzt werden. Du würdest keinen Entwurf verfassen bevor du eine Gliederung erstellt hast und du würdest keine Gliederung verfassen bevor du ein Thema gewählt hast. Dies ist der Hauptunterschied zwischen einem Schritt-für-Schritt Guide und einem Listen-Beitrag.
Folge diesen Schritten.
Jeder Schritt-für-Schritt Guide hat mehr oder weniger das gleiche Titelformat: Wie du [den erwünschten Effekt erzielst]
Es muss jedoch nicht so langweilig sein. Es gibt auch Variationen.
Hier sind nur einige:
Wenn du Leuten etwas beibringen möchtest, wollen sie wissen warum sie dir vertrauen sollen.
Es gibt viele Möglichkeiten dies aufzuzeigen aber eine, die wir oft nutzen, ist die Verwendung der PSP-Formel (PSP steht für problem, solution, proof).
Hier ist ein Beispiel der PSP-Formel in Aktion:

Nutze H2s um den Prozess in Schritte herunterzubrechen. Erkläre dann diesen Teil des Prozesses detaillierter unter jeder Zwischenüberschrift.
Hier sind zum Beispiel H2s von unserem Guide zur YouTube Keyword Recherche:
Wo möglich, beginne jeden Schritt mit einem Verb in der Präsensform.
Mache dir hierüber nicht zu viele Gedanken. Fasse einfach nur den Prozess zusammen, den du Lesern im Beitrag aufgezeigt hast.
Erweiterte Definitionen erklären die Bedeutung einer Sache oder eines Konzepts bevor sie darüber mehr ins Detail gehen.

Wenn es Lesern schwer fällt, den Ausführungen deines Beitrags zu folgen ohne zunächst eine Sache oder ein Konzept zu verstehen, ist dies vermutlich das beste Format.
Betrachte zum Beispiel unseren Beitrag über SERPs. Er befasst sich detailliert damit warum SERPs wichtig sind, wie man in die SERPs gelangt und mit SERP Features. Da SERP jedoch eine Abkürzung ist, werden die meisten Leser komplett verloren sein, wenn wir nicht zuerst diesen Begriff definieren. Also haben wir genau das im ersten Satz gemacht:

Folge diesen vier Schritten.
Nutzen das “Was ist” oder “Was sind”-Format für deinen Titel.
Füge Kontext hinzu, wenn dir danach ist und mache deinen Titel mit einer dieser Formate weniger langweilig:
Rede nicht um den heißen Brei herum. Beginne mit der Definition.
Wenn möglich versuche die fett geschriebenen Worte, die Google in den Featured Snippets für “Was ist [Konzept?]” anzeigt, zu integrieren.
Schau dir zum Beispiel das Featured Snippet für “what is guest blogging” an:

Wenn wir einen Beitrag mit erweiterter Definition über dieses Thema schreiben würden, wäre es sinnvoll “Beitrag” (post) und Gastbeitrag” (guest posting) in unserer Definition zu verwenden, da sie im aktuellen Snippet fett geschrieben sind. Erzwinge dies aber nicht, wenn es unnatürlich wirkt. Deine erste Priorität ist es eine gute Definition zu verfassen.
Dadurch können wir unter Umständen das Snippet für uns beanspruchen, besser ranken und mehr Traffic erhalten.
Empfohlene Lektüre: Wie du für Googles Featured Snippets optimierst
Definitionen sind nicht länger als ein paar Sätze. Im restlichen Beitrag solltest du Anschlussfragen beantworten, die Leser haben könnten nachdem sie die Definition gelesen haben.
Einige davon kannst du im People Also Ask (PAA)-Kasten in der Googlesuche sehen.
Der folgende PAA-Kasten erscheint für “what is https”:

Leute möchten verstehen was der Zweck von HTTPS ist und was die Unterschiede zwischen HTTPS und HTTP sind. Wenn du einen Beitrag über dieses Thema schreiben würdest, wäre es vermutlich sinnvoll das erweiterte Definitionen-Format zu nutzen. Du würdest die Definition anführen und dann diese Fragen unter einer H2-Zwischenüberschrift beantworten.
Genau das haben wir in unserem Blogbeitrag über HTTPS gemacht:

Du kannst weitere Fragen, die Leute über ein Thema stellen, mit Ahrefs kostenlosem Keyword Generator finden. Gebe dazu das Thema ein (z.B. “HTTPS”), klicke auf Suchen und navigiere zum Questions-Tab. Dieser zeigt bis zu 50 Fragen, die deinen Suchbegriff beinhalten, nach monatlichem Suchvolumen sortiert.

Mache dir hierüber nicht zu viele Gedanken. Fasse lediglich die wichtigsten Erkenntnisse des Beitrags zusammen, verlinke zu weiteren Ressourcen zum Thema und du bist fertig.
Ein Anfänger-Guide ist eine lehrreiche Ressource, der eine umfassende Einführung in ein Thema bietet. Er sollte so geschrieben sein, dass er für Neulinge geeignet ist.

Wenn du planst eine lehrreiche Ressource für Anfänger zu verfassen, statt einen umsetzbaren Schritt-für-Schritt Guide, dann ist das Anfänger-Guide-Format vermutlich die beste Wahl.
Lass uns zum Beispiel unseren Anfänger-Guide zum Thema Canonical Tags betrachten. Er erklärt was ein Canonical Tag ist, wie sie aussehen, warum sie wichtig für SEO sind, bewährte Vorgehen, wie du sie erstellst, wie du Fehler vermeidest und wie du existierende Probleme behebst —alles was ein Anfänger vermutlich wissen sollte
.

Folge diesen Schritten:
Der einfachste Weg ist die Worte “für Anfänger” oder ähnliches im Titel selbst zu nennen.
Menschen, die Anfänger-Guides ausfindig machen, sind genau das: Anfänger. Während es keine 1- bis 2-Schritte Formel gibt, solltest du sicherstellen, dass die folgenden vier Punkte abgedeckt werden:
Hier ist ein Beispiel aus unserem Anfänger-Guide zu Hreflang Tags:

Verdeutliche dir die Fragen, die ein Anfänger über das Thema haben könnte und beantworte diese. Nutze eine H2-Zwischenüberschrift für jede Frage.
Hier sind zum Beispiel die H2s von unserem Anfänger-Guide über Affiliate Marketing:
Für Fragen, die lange Antworten benötigen oder mehrere Schritte beinhalten, verwende H3-H6 Subheadings unter jeder H2 Zwischenüberschrift, um eine Hierarchie zu etablieren und es einfacher zu machen, den Inhalt zu erfassen.
Wir haben dies wie folgt in unserem “Wie du mit Affiliate Marketing beginnst”-Abschnitt in unserem Guide umgesetzt:

Wenn du dir nicht sicher bist, welche Fragen Anfänger beantwortet haben möchten, schaue dir Googles People Also Ask (PAA)-Kästen an oder finde beliebte Fragen, indem du Ahrefs kostenlosen Keyword Generator nutzt.

Es gibt viele Möglichkeiten einen Anfänger-Guide abzuschließen. Wir tendieren aber dazu unsere mit einem finalen Zuspruch und Links zu weiteren Ressourcen zu beenden.

Jede dieser Vorlagen funktioniert am besten für bestimmte Inhalte. Aber die Frage ist, welche Art von Inhalten solltest du kreieren?
Gehen wir mal davon aus, dass du zum Beispiel einen Kaffee-Blog führst und du durch deine Keyword Recherche festgestellt hast, dass “french press cold brew” ein Keyword mit geringer Schwierigkeit ist und tausende von Suchen im Monat hat.

Wenn du für diesen Begriff ranken möchtest, welchen dieser Beiträge solltest du dann verfassen?
Um dies heraus zu finden, schau dir am besten die aktuellen Rankings an. Google arbeitet hart daran, die relevantesten Ergebnisse für Suchende zu ranken, weshalb die Seiten im Top-Ranking ein guter Indikator für die Suchintention sind.
Wenn wir uns zum Beispiel die Seiten mit Top-Ranking für unseren bevorzugten Begriff im Keyword Explorer ansehen, können wir sehen, dass die meisten aus einem Schritt-für-Schritt Guide bestehen.

Um unsere Chancen für dieses Keyword zu ranken zu erhöhen, sollten wir uns dem anschließen.
Bedenke nur, dass die Suchintention nicht immer eindeutig ist. Du wirst manchmal unterschiedliche Formate in den Suchergebnissen finden und musst dann deiner eigenen Einschätzung folgen.
Obwohl diese Vorlagen einen guten Ausgangspunkt darstellen, werden sie nicht für jede Eventualität funktionieren. Manchmal macht es Sinn, verschiedene Elemente miteinander zu kombinieren.
Schau dir zum Beispiel unseren Guide für die Erstellung von SEO-freundlichen URLs an. Der erste Teil des Beitrags ist ein Schritt-für-Schritt Prozess, während der zweite Teil aus einer Liste mit bewährten Vorgehensweisen besteht. In anderen Worten, der Beitrag ist zum Teil ein Schritt-für-Schritt Guide und zum Teil ein Listen-Beitrag.
Scheue nicht davor zurück, Dinge anders zu machen wenn nötig.
Willst du mehr Blogging Tipps? Lese das hier.
Hast du Fragen? Kontaktiere mich auf Twitter.
Übersetzt von Heike Radlanski. Heike beschäftigt sich mit allen Aspekten des Online Marketing und Product Managements.

Ehemaliger Head of Content bei Ahrefs (oder, in einfachem Deutsch: Ich bin derjenige, der dafür verantwortlich ist, dass jeder Blogbeitrag, den wir veröffentlichen, EPISCH ist).