
Nach Autor Chris Haines
Senior SEO Specialist bei Ahrefs
Du willst wissen, was deine Website ausbremst? Dieser Artikel zeigt dir Schritt für Schritt, wie du einen vollständigen SEO-Audit durchführst – inklusive kostenloser Tools und einer Checkliste zum Mitnehmen. Das Überraschende: Die häufigsten Probleme lassen sich oft in wenigen Minuten aufdecken, wenn du weißt, wo du suchen musst.
Ein SEO-Audit prüft, wie gut deine Website für Suchmaschinen optimiert ist. Das Ziel: Probleme finden, die deine Rankings bremsen, und Chancen aufdecken, die du noch nicht nutzt.
Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Website lässt sich auf dem Smartphone kaum bedienen. Webseiten werden seit 2019 standardmäßig mobile first indexiert, der Google Bot untersucht also gar nicht erst die Desktop Variante deiner Webseite. Hast du nicht auf dem Schirm, wie die mobile Version deiner Seite performt, kann dich das Rankings und organischen Traffic kosten, ohne dass du es überhaupt bemerkst.

Ein SEO-Audit deckt genau solche Schwachstellen auf. Aber auch inhaltliche Probleme, wie veraltete Inhalte, kommen bei einem Audit ans Tageslicht.
Das bringt dir ein regelmäßiger Audit konkret:
Kurz: Ein SEO-Audit sollte der erste Schritt und die Grundlage jeder SEO-Strategie sein.
Du willst wissen, wie deine Website SEO-technisch aufgestellt ist – am besten schnell und ohne extra Kosten? Kein Problem. Ahrefs bietet mehrere kostenlose Tools, mit denen du einen soliden ersten Check durchführen kannst.
Für den kostenlosen SEO-Check stehen dir zwei Wege offen:
Das Ahrefs Free Konto ist dabei die deutlich leistungsstärkere Option. Du bekommst Zugriff auf den vollständigen Site Audit, Backlink-Daten und den Organic Keywords-Report – kostenlos, solange du die Website verifizierst.


Die Einrichtung dauert etwa fünf Minuten. Den Rest erledigt Ahrefs automatisch.
Sobald der Crawl abgeschlossen ist, siehst du im Overview-Dashboard eine Gesamtbewertung deiner Website. Ahrefs prüft dabei über 170 technische und On-Page-SEO-Faktoren.
Achte zuerst auf drei Bereiche:
Wechsel in Ahrefs Free zum Site Explorer und schau dir den Organic Traffic-Report an. Du siehst auf einen Blick:
Wenn du keinen Rückgang siehst – gut. Wenn der Traffic in den letzten Monaten eingebrochen ist, notiere dir die betroffenen Seiten. Die nächsten Schritte im Audit helfen dir, die Ursache zu finden.
Falls du erst einmal ohne Registrierung nach deiner Webseite schauen willst, kannst du das kostenlose Ahrefs Website Authority Checker-Tool nutzen. Du gibst deine Domain ein und siehst sofort Domain Rating (DR) und die Anzahl der Domains, die zu deiner Seite linken.
Für eine echte SEO-Analyse reicht das allerdings nicht aus. Als erster Orientierungspunkt ist der Authority Checker hilfreich – besonders wenn du wissen willst, wie du SEO-technisch im Vergleich zu deinen Wettbewerbern aufgestellt bist.
Welche Tools du für ein SEO-Audit brauchst
Für einen vollständigen SEO-Audit brauchst du keine zehn verschiedenen Tools. Diese drei reichen für den Anfang:
Wenn du Ahrefs noch nicht nutzt: Ahrefs Free gibt dir dauerhaft kostenlosen Zugang zu den wichtigsten Tools inklusive Site Audit. Das reicht, um die meisten Probleme in diesem Guide aufzudecken.
Ein SEO-Audit ist kein einmaliges Projekt, sondern ein strukturierter Prozess, der in regelmäßigen Abständen oder fortlaufend durchgeführt werden sollte. Die folgenden Schritte zeigen dir, wie du ihn systematisch angehst.
Ein Crawl ist der Ausgangspunkt eines jeden SEO-Audits. Dabei scannt ein sogenannter Crawler deine Website automatisch und listet gefundene Probleme auf. Fast wie das Auslesen des Fehlerspeichers eines Autos.
So startest du einen Site Audit in Ahrefs:
Ahrefs schickt dir eine E-Mail, sobald der Crawl fertig ist. Das Audit kann über 170 Probleme identifizieren. Wenn du noch wenig Erfahrung mit Audits hast: Geh nicht direkt alle Issues der Reihe nach durch. Konzentriere dich stattdessen auf die Schritte unten
Google aktualisiert seinen Algorithmus regelmäßig. Manche Updates zielen auf Content-Qualität ab, andere auf Link-Spam. Und auch die Einführung von AI Overviews hatte großen Einfluss auf Traffic-Zahlen vieler Webseiten. Wenn dein Traffic zeitgleich mit einem Update einbricht, ist das ein wichtiger Hinweis, wo du ansetzen solltest.
Die zwei häufigsten Ursachen für Traffic-Drops:
Den schnellsten Überblick bekommst du im Site Explorer: Gib deine Domain ein und schau, ob Traffic-Einbrüche mit bekannten Updates zusammenfallen.

Ist dein Traffic auf null gefallen, prüfe zusätzlich den Bericht Manuelle Maßnahmen in der Search Console. Eine Manual Action bedeutet: Google zeigt deine Seite absichtlich nicht mehr an. Steht dort etwas anderes als „Keine Probleme erkannt", kann das an einer Google-Penalty liegen.

Du kannst deine organische Suchleistung auch in der Google Search Console überprüfen. Das ist wichtig, denn die organischen Traffic-Zahlen von Ahrefs sind Schätzungen.
Um dies zu tun:

Schritt 3: Doppelte Website-Versionen prüfen
Deine Website sollte nur über eine einzige Adresse erreichbar sein. Folgende vier Varianten sollten alle auf dieselbe Hauptversion weiterleiten:
http://domain.dehttps://domain.dehttp://www.domain.dehttps://www.domain.deSind mehrere Versionen gleichzeitig aktiv, behandelt Google sie als separate Websites. Das kann Crawling- und Indexierungsprobleme verursachen und im schlimmsten Fall Linkstärke aufteilen.
Prüfe das mit der Ahrefs SEO Toolbar: Tippe jede URL-Variante in deinen Browser und schau in den HTTP-Headern nach, ob alle auf deine Hauptversion weiterleiten.


Falls nicht: Richte 301-Weiterleitungen ein.
Nur Seite, die im Google-Index landen, können auch bei Google ranken. Indexierungsprobleme zu erkennen, ist deshalb ein kritischer Schritt im SEO-Audit.
Gehe in Site Audit zum Bericht Indexierbarkeit und untersuche die Seiten unter dem Label "Nicht-indexierbar". Jede dieser Seiten wird Google ignorieren. Prüfe genau, ob darunter Seiten sind, die eigentlich indexiert werden sollen. Falls ja, entferne deren noindex-Meta-Tag oder passe die Indexierungsregeln an.

Mobile-Friendliness ist seit 2019 ein Google-Rankingfaktor, da der Google Bot mittlerweile mobile first unterwegs ist. Heutzutage kommen deutlich mehr Suchanfragen von Smartphones als vom Desktop. Es ist also wichtig zu untersuchen, wie deine Website auf Mobilgeräten aussieht.
Öffne deine Webseite über dein Handy, am besten im Inkognito-Modus. Oft siehst du so direkt, ob es große Probleme auf der Seite gibt. Wie schnell lädt sie? Ist der Text lesbar, überlappt er irgendetwas? Sind alle Bilder vorhanden?
Manche Probleme fallen auf den ersten Blick nicht auf. Die findest du in der Google Search Console im Bericht Mobile Usability. Er zeigt dir, welche URLs Fehler haben, die die Nutzung auf Mobilgeräten beeinträchtigen.

Falls du keinen GSC-Zugang hast: Einzelne Seiten kannst du auch mit PageSpeed Insights von Google testen, ohne dich irgendwo anmelden zu müssen.
Praktische Tipps für mehr Mobile-Friendliness:
Core Web Vitals sind Googles eigene Metriken, die die Nutzererfahrung auf einer Webseite bewerten. Sie messen Ladezeit, Interaktivität und visuelle Stabilität einer Seite.
Google kommuniziert ganz offen, dass Core Web Vitals ein Rankingfaktor sind.

Die drei relevanten Kennzahlen sind:
Starte mit dem Core Web Vitals-Bericht in der Google Search Console.
Kaputte Seiten (404-Fehler) werden zu einem Problem, sobald externe Websites auf sie verlinken. Der Link ist dann wirkungslos für dein Domain Rating, weil er ins Leere führt.
Finde solche Seiten im Site Explorer:
Kaputte Seiten mit vielen verweisenden Domains solltest du zuerst angehen. Mögliche Lösungen: Seite wiederherstellen, Inhalt auf eine passende Seite weiterleiten oder den Verlust des Links akzeptieren, wenn die Seite wirklich keinen Mehrwert mehr hat.
Hier ist unsere empfohlene Vorgehensweise für den Umgang mit defekten Links:

Eine Sitemap sagt Google, welche Seiten du indexieren möchtest. Sie sollte weder Weiterleitungen, noch nicht-kanonische URLs oder 404-Seiten enthalten. Solche Einträge in der Sitemap senden widersprüchliche Signale.
Prüfe deine Sitemap in der Google Search Console unter Sitemaps.

Wichtig: Alle Seiten, die du in der Suche sehen willst, sollten in der Sitemap stehen. Seiten, die du bewusst ausgeschlossen hast (z. B. mit noindex), gehören nicht hinein.
Jede indexierbare Seite braucht mindestens diese drei Dinge: einen Title Tag, eine Meta Description und eine H1-Überschrift. Diese Elemente helfen Google, deine Inhalte einzuordnen, und beeinflussen direkt, wie viele Klicks du in den Suchergebnissen bekommst.
Prüfe fehlende oder fehlerhafte On-Page-Elemente im Content-Bericht in Site Audit unter dem Tab „Probleme".
Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Website hatte über 700 Seiten ohne Title Tag. Das sind 700 Seiten, bei denen Google selbst entscheiden muss, was in den Suchergebnissen steht. Meist kein gutes Zeichen.
So gehst du vor:


Rankings sind nicht dauerhaft. Veraltete Inhalte verlieren mit der Zeit Traffic. Die gute Nachricht: Mit einem Content-Update lassen sich Rankings oft wieder zurückgewinnen.

Finde veraltete Seiten in der Google Search Console:
Die Seiten mit dem größten Klick-Verlust sind die ersten Kandidaten für ein Content-Update.

Content Gaps entstehen, wenn Konkurrenten für Keywords ranken, für die du keine Inhalte hast. Das Content-Gap-Tool im Ahrefs Site Explorer findet diese Lücken auf Domain-Ebene:
Du siehst jetzt alle Keywords, für die deine Konkurrenten ranken und du nicht. Das kann der Startpunkt für deine Content-Strategie sein. Erstelle anhand der Keywords neue Inhalte, oder überarbeite existierende Seiten, die nicht ranken.
Interne Links werden oft unterschätzt. Dabei sind sie einer der Hebel im SEO-Audit. Sie verteilen Linkautorität über diene gesamte Website, helfen Googlebot beim Crawlen und zeigen Nutzern, wo sie weiterführende Informationen finden. Kurz: schlechte interne Verlinkung kann dich Rankings kosten, ohne dass du es merkst.
Wofür du interne Links brauchst:
Ein interner Link erfüllt drei Aufgaben:
Seiten ohne interne Links nennt man Orphan Pages, auf Deutsch verwaiste Seiten. Orphan Pages werden weder vom Nutzer, noch von Google gefunden.
Orphan Pages mit Ahrefs finden:
Öffne den Ahrefs Site Audit und navigiere zu Seiten-Explorer. Filtere nach Seiten, die keine internen eingehenden Links haben:
Geh die Liste durch und entscheide für jede Seite: Gehört sie überhaupt indexiert? Wenn ja, verlinke sie von einer thematisch passenden Seite. Wenn nein, prüfe, ob sie noindexiert oder gelöscht werden sollte.
Schwach verlinkte Seiten identifizieren:
Orphan Pages sind der Extremfall. Aber auch Seiten mit nur einem oder zwei internen Links sind oft unterversorgt – besonders wenn es sich um wichtige Kategorieseiten oder deinen besten Content handelt.
In der Top Seiten-Ansicht im Site Audit siehst du, wie viele interne eingehende Links jede URL hat. Sortiere hier aufsteigend.
Priorität haben Seiten, die:
Neue interne Linkchancen finden:
Ahrefs hat dafür eine eigene Funktion: den Interne-Link-Möglichkeiten-Report im Site Audit. Er zeigt dir Seiten, die thematisch zusammenpassen, aber noch nicht miteinander verlinkt sind.
Statt manuell nach passenden Stellen zu suchen, bekommst du konkrete Vorschläge: Seite A erwähnt Thema X – verlinke sie auf Seite B, die genau dazu geschrieben wurde.
Seit Ende März 2025 sind AI Overviews auf Deutsch ausgerollt. In Deutschland löst fast jedes vierte Keyword mit Suchvolumen ab 100 eine AI Overview aus (24,0 %), bei informationsorientierten Suchanfragen sind es 30,7 %. In Themenfeldern wie Gesundheit liegt der Anteil bei 76 %. Ein SEO-Audit ist deshalb unvollständig, wenn er diesen Bereich ignoriert.
Wichtig vorab: KI-Systeme wie Google AI Overviews oder ChatGPT ranken keine Seiten. Sie zitieren Quellen. Das Ziel heißt also nicht „besser ranken", sondern „häufiger zitiert werden".
Warum das für dein Audit zählt: die Klickrate
Wo eine AI Overview erscheint, bricht die Klickrate für das erstplatzierte Ergebnis um 58 % ein. Selbst wenn sie auf Position 10 erscheint, kostet eine AIO noch fast ein Fünftel der Klicks. Wenn dein Audit in Schritt 2 einen Traffic-Rückgang bei stabilen Rankings zeigt, prüfe deshalb zuerst: Ist über deinen wichtigsten Keywords eine AI Overview aufgetaucht?
Featured Snippets und AI Overviews: entweder — oder
Featured Snippet und AI Overview erscheinen nie gemeinsam. Google braucht nur eins von beiden. Und die Richtung ist klar: Die AI Overview verdrängt nach und nach das Snippet. Nur noch 0,6 % aller deutschen Keywords (SV ≥ 100) tragen überhaupt noch ein Snippet.
Für deinen Audit heißt das:
So wirst du zitierfähig
Was KI-Systeme bevorzugt zitieren, zeigt unsere Studie zu den 50 meistzitierten Domains in deutschen AI Overviews. Daraus — und aus dem Vergleich mit ChatGPT-Zitationen — lassen sich konkrete Audit-Punkte ableiten:
AI Overviews und deren Auswirkungen auf den Traffic sind ein sich schnell entwickelndes Feld — die Muster können sich jederzeit verschieben (und tun das auch), und eine universelle AIO-Fluchtstrategie gibt es nicht. Was stabil bleibt: Inhalte, die eine Frage klar beantworten und faktisch belastbar sind, kommen bei KI-Systemen besser weg als generisches Füllmaterial. Das war schon immer gutes SEO.

Chris ist als SEO Director tätig und verfügt über 10 Jahre Erfahrung im Bereich SEO auf Agenturseite. Wenn er nicht gerade mit SEO beschäftigt ist, spielt er gerne mit alten Synthesizern herum, geht an Sandstränden spazieren oder trinkt eine gute Tasse Tee.