Wie man ein SEO-Audit in 13 einfachen Schritten durchführt (mit Checkliste)

Porträt von Chris Haines

Nach Autor Chris Haines

Senior SEO Specialist bei Ahrefs

Aktualisiert: August 17, 202614 Min. Lesezeit

Du willst wissen, was deine Website ausbremst? Dieser Artikel zeigt dir Schritt für Schritt, wie du einen vollständigen SEO-Audit durchführst – inklusive kostenloser Tools und einer Checkliste zum Mitnehmen. Das Überraschende: Die häufigsten Probleme lassen sich oft in wenigen Minuten aufdecken, wenn du weißt, wo du suchen musst.

Was ist ein SEO-Audit?

Ein SEO-Audit prüft, wie gut deine Website für Suchmaschinen optimiert ist. Das Ziel: Probleme finden, die deine Rankings bremsen, und Chancen aufdecken, die du noch nicht nutzt.

Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Website lässt sich auf dem Smartphone kaum bedienen. Webseiten werden seit 2019 standardmäßig mobile first indexiert, der Google Bot untersucht also gar nicht erst die Desktop Variante deiner Webseite. Hast du nicht auf dem Schirm, wie die mobile Version deiner Seite performt, kann dich das Rankings und organischen Traffic kosten, ohne dass du es überhaupt bemerkst.

Example of a website that's not mobile-friendly, via arngren.net

Ein SEO-Audit deckt genau solche Schwachstellen auf. Aber auch inhaltliche Probleme, wie veraltete Inhalte, kommen bei einem Audit ans Tageslicht.

Das bringt dir ein regelmäßiger Audit konkret:

  • Wettbewerbsvorsprung — Du erkennst, wo Konkurrenten besser ranken und warum.
  • Bessere Nutzererfahrung — Viele technische SEO-Probleme nerven nicht nur Google, sondern auch deine Besucher.
  • ROI-Potenzial — Du findest Keywords und Content-Lücken, die dir zusätzlichen organischen Traffic bringen können.
  • Strategische Klarheit — Ein Audit zeigt dir, wo du als nächstes ansetzt, statt blind zu optimieren.
  • Interne Kommunikation — Mit konkreten Daten kannst du Stakeholdern erklären, warum SEO-Investitionen sinnvoll sind.

Kurz: Ein SEO-Audit sollte der erste Schritt und die Grundlage jeder SEO-Strategie sein.

Kostenloser SEO-Check mit Ahrefs – so geht's

Du willst wissen, wie deine Website SEO-technisch aufgestellt ist – am besten schnell und ohne extra Kosten? Kein Problem. Ahrefs bietet mehrere kostenlose Tools, mit denen du einen soliden ersten Check durchführen kannst.

Was du für den Schnell-Check brauchst

Für den kostenlosen SEO-Check stehen dir zwei Wege offen:

  • Ahrefs Free Tools – einzelne Analyse-Tools, die du ohne Account nutzen kannst
  • Ahrefs Free Konto – ein kostenloser Account, mit dem du deine eigene Website crawlen und dauerhaft überwachen kannst

Das Ahrefs Free Konto ist dabei die deutlich leistungsstärkere Option. Du bekommst Zugriff auf den vollständigen Site Audit, Backlink-Daten und den Organic Keywords-Report – kostenlos, solange du die Website verifizierst.

Schritt 1: Ahrefs Free einrichten

  1. Geh auf ahrefs.com/de/free und erstelle ein kostenloses Konto.
  2. Füge deine Website hinzu und verifiziere sie – entweder per DNS-Eintrag, HTML-Tag oder über die Google Search Console.
  3. Starte direkt nach der Verifizierung deinen ersten Crawl unter Site Audit.
Accessing Site Audit in Ahrefs
"Import from Google Search Console" section, via Ahrefs Webmaster Tools (AWT)

Die Einrichtung dauert etwa fünf Minuten. Den Rest erledigt Ahrefs automatisch.

Schritt 2: Site Audit starten

Sobald der Crawl abgeschlossen ist, siehst du im Overview-Dashboard eine Gesamtbewertung deiner Website. Ahrefs prüft dabei über 170 technische und On-Page-SEO-Faktoren.

Achte zuerst auf drei Bereiche:

  • Fehler – das sind kritische Probleme, die du sofort angehen solltest (z. B. kaputte interne Links, fehlende Meta-Descriptions, nicht indexierbare Seiten)
  • Warnungen – weniger dringlich, aber relevant für langfristige Performance
  • Hinweise – Verstecke Chancen, mit denen du alles aus deiner Webseite herausholst

Schritt 3: Organische Sichtbarkeit prüfen

Wechsel in Ahrefs Free zum Site Explorer und schau dir den Organic Traffic-Report an. Du siehst auf einen Blick:

  • Für welche Keywords deine Seiten ranken
  • Wie sich dein Traffic über die Zeit entwickelt hat
  • Welche deiner Seiten den meisten organischen Traffic bringen

Wenn du keinen Rückgang siehst – gut. Wenn der Traffic in den letzten Monaten eingebrochen ist, notiere dir die betroffenen Seiten. Die nächsten Schritte im Audit helfen dir, die Ursache zu finden.

Keine Zeit für den Ahrefs-Free-Account? So geht der Mini-Check

Falls du erst einmal ohne Registrierung nach deiner Webseite schauen willst, kannst du das kostenlose Ahrefs Website Authority Checker-Tool nutzen. Du gibst deine Domain ein und siehst sofort Domain Rating (DR) und die Anzahl der Domains, die zu deiner Seite linken.

Für eine echte SEO-Analyse reicht das allerdings nicht aus. Als erster Orientierungspunkt ist der Authority Checker hilfreich – besonders wenn du wissen willst, wie du SEO-technisch im Vergleich zu deinen Wettbewerbern aufgestellt bist.

Welche Tools du für ein SEO-Audit brauchst

Für einen vollständigen SEO-Audit brauchst du keine zehn verschiedenen Tools. Diese drei reichen für den Anfang:

  • Ahrefs Free – kostenlos, deckt Crawling, technische Fehler, Backlinks und Content-Probleme ab
  • Google Search Console (GSC) – kostenlos, zeigt dir echte Traffic-Daten, Indexierungsprobleme und manuelle Maßnahmen
  • Ahrefs Web Analytics oder Google Analytics – optional, aber hilfreich, wenn du Traffic-Drops tiefer analysieren willst

Wenn du Ahrefs noch nicht nutzt: Ahrefs Free gibt dir dauerhaft kostenlosen Zugang zu den wichtigsten Tools inklusive Site Audit. Das reicht, um die meisten Probleme in diesem Guide aufzudecken.

SEO-Audit durchführen: 13 Schritte

Ein SEO-Audit ist kein einmaliges Projekt, sondern ein strukturierter Prozess, der in regelmäßigen Abständen oder fortlaufend durchgeführt werden sollte. Die folgenden Schritte zeigen dir, wie du ihn systematisch angehst.

Schritt 1: Website crawlen

Ein Crawl ist der Ausgangspunkt eines jeden SEO-Audits. Dabei scannt ein sogenannter Crawler deine Website automatisch und listet gefundene Probleme auf. Fast wie das Auslesen des Fehlerspeichers eines Autos.

So startest du einen Site Audit in Ahrefs:

  1. Gehe zu Site Audit und klicke auf + Neues Projekt.
  2. Autorisiere deinen Ahrefs-Account. 
  3. Klicke auf Aus Google Search Console importieren und verbinde dein GSC-Konto.
  4. Starte den Crawl

Ahrefs schickt dir eine E-Mail, sobald der Crawl fertig ist. Das Audit kann über 170 Probleme identifizieren. Wenn du noch wenig Erfahrung mit Audits hast: Geh nicht direkt alle Issues der Reihe nach durch. Konzentriere dich stattdessen auf die Schritte unten

Schritt 2: Traffic-Einbrüche erkennen und einordnen

Google aktualisiert seinen Algorithmus regelmäßig. Manche Updates zielen auf Content-Qualität ab, andere auf Link-Spam. Und auch die Einführung von AI Overviews hatte großen Einfluss auf Traffic-Zahlen vieler Webseiten. Wenn dein Traffic zeitgleich mit einem Update einbricht, ist das ein wichtiger Hinweis, wo du ansetzen solltest.

Die zwei häufigsten Ursachen für Traffic-Drops:

  • Google-Algorithm-Updates
  • Manual Actions (manuelle Abstrafungen durch Google)

Den schnellsten Überblick bekommst du im Site Explorer: Gib deine Domain ein und schau, ob Traffic-Einbrüche mit bekannten Updates zusammenfallen.

Line graph shows traffic drop aligning with algorithm update, via Ahrefs' Site Explorer

Ist dein Traffic auf null gefallen, prüfe zusätzlich den Bericht Manuelle Maßnahmen in der Search Console. Eine Manual Action bedeutet: Google zeigt deine Seite absichtlich nicht mehr an. Steht dort etwas anderes als „Keine Probleme erkannt", kann das an einer Google-Penalty liegen.

"No issues detected" message in GSC

Du kannst deine organische Suchleistung auch in der Google Search Console überprüfen. Das ist wichtig, denn die organischen Traffic-Zahlen von Ahrefs sind Schätzungen.

Um dies zu tun:

  • Gehe zum Bericht Suchanfragen 
  • Setze das Datum auf die letzten 12 Monate
  • Achte auf signifikante Einbrüche
  • Überprüfe die Einbrüche anhand des Google Search-Status-Dashboards, um zu sehen, ob sie übereinstimmen.
Search results report in Google Search Console

3. Prüfe, ob es Duplikate auf deiner Website gibt

Schritt 3: Doppelte Website-Versionen prüfen

Deine Website sollte nur über eine einzige Adresse erreichbar sein. Folgende vier Varianten sollten alle auf dieselbe Hauptversion weiterleiten:

  • http://domain.de
  • https://domain.de
  • http://www.domain.de
  • https://www.domain.de

Sind mehrere Versionen gleichzeitig aktiv, behandelt Google sie als separate Websites. Das kann Crawling- und Indexierungsprobleme verursachen und im schlimmsten Fall Linkstärke aufteilen.

Prüfe das mit der Ahrefs SEO Toolbar: Tippe jede URL-Variante in deinen Browser und schau in den HTTP-Headern nach, ob alle auf deine Hauptversion weiterleiten.

HTTP headers in Ahrefs' SEO Toolbar
HTTP headers in Ahrefs' SEO Toolbar

Falls nicht: Richte 301-Weiterleitungen ein.

Schritt 4: Indexierungsprobleme finden und beheben

Nur Seite, die im Google-Index landen, können auch bei Google ranken. Indexierungsprobleme zu erkennen, ist deshalb ein kritischer Schritt im SEO-Audit.

Gehe in Site Audit zum Bericht Indexierbarkeit und untersuche die Seiten unter dem Label "Nicht-indexierbar". Jede dieser Seiten wird Google ignorieren. Prüfe genau, ob darunter Seiten sind, die eigentlich indexiert werden sollen. Falls ja, entferne deren noindex-Meta-Tag oder passe die Indexierungsregeln an.

Noindex pages in Ahrefs' Site Audit

Schritt 5: Mobile-Freundlichkeit sicherstellen

Mobile-Friendliness ist seit 2019 ein Google-Rankingfaktor, da der Google Bot mittlerweile mobile first unterwegs ist. Heutzutage kommen deutlich mehr Suchanfragen von Smartphones als vom Desktop. Es ist also wichtig zu untersuchen, wie deine Website auf Mobilgeräten aussieht.

Öffne deine Webseite über dein Handy, am besten im Inkognito-Modus. Oft siehst du so direkt, ob es große Probleme auf der Seite gibt. Wie schnell lädt sie? Ist der Text lesbar, überlappt er irgendetwas? Sind alle Bilder vorhanden?

Manche Probleme fallen auf den ersten Blick nicht auf. Die findest du in der Google Search Console im Bericht Mobile Usability. Er zeigt dir, welche URLs Fehler haben, die die Nutzung auf Mobilgeräten beeinträchtigen.

Mobile Usability report in Google Search Console

Falls du keinen GSC-Zugang hast: Einzelne Seiten kannst du auch mit PageSpeed Insights von Google testen, ohne dich irgendwo anmelden zu müssen.

Praktische Tipps für mehr Mobile-Friendliness:

  • Nutze ein responsives Layout oder Theme.
  • Stelle sicher, dass Texte auf kleinen Displays lesbar sind.
  • Komprimiere Bilder, ohne die Qualität zu ruinieren.
  • Teste deine Seite auf verschiedenen Geräten und Bildschirmgrößen.

6. Messe deine Core Web Vitals-Werte

Core Web Vitals sind Googles eigene Metriken, die die Nutzererfahrung auf einer Webseite bewerten. Sie messen Ladezeit, Interaktivität und visuelle Stabilität einer Seite.

Google kommuniziert ganz offen, dass Core Web Vitals ein Rankingfaktor sind.

John Mueller confirms Core Web Vitals is a ranking factor, via Reddit

Die drei relevanten Kennzahlen sind:

  • Largest Contentful Paint (LCP) – Wie schnell lädt der größte sichtbare Inhalt einer Seite?
  • Interaction to Next Paint (INP) – Wie schnell reagiert die Seite auf Nutzereingaben?
  • Cumulative Layout Shift (CLS) – Springt der Inhalt beim Laden?

Starte mit dem Core Web Vitals-Bericht in der Google Search Console.

Schritt 7: Broken Pages finden und Autorität zurückgewinnen

Kaputte Seiten (404-Fehler) werden zu einem Problem, sobald externe Websites auf sie verlinken. Der Link ist dann wirkungslos für dein Domain Rating, weil er ins Leere führt.

Finde solche Seiten im Site Explorer:

  1. Gib deine Domain ein.
  2. Gehe zum Bericht Beste nach Links.
  3. Füge den Filter „HTTP Code: 404 nicht gefunden" hinzu.
  4. Sortiere nach Verweisenden Domains von vielen zu wenigen.

Kaputte Seiten mit vielen verweisenden Domains solltest du zuerst angehen. Mögliche Lösungen: Seite wiederherstellen, Inhalt auf eine passende Seite weiterleiten oder den Verlust des Links akzeptieren, wenn die Seite wirklich keinen Mehrwert mehr hat.

Hier ist unsere empfohlene Vorgehensweise für den Umgang mit defekten Links:

Flowchart showing how to deal with broken links, via Ahrefs Blog

Schritt 8: Sitemap auf Probleme prüfen

Eine Sitemap sagt Google, welche Seiten du indexieren möchtest. Sie sollte weder Weiterleitungen, noch nicht-kanonische URLs oder 404-Seiten enthalten. Solche Einträge in der Sitemap senden widersprüchliche Signale.

Prüfe deine Sitemap in der Google Search Console unter Sitemaps.

Sitemaps section in Google Search Console

Wichtig: Alle Seiten, die du in der Suche sehen willst, sollten in der Sitemap stehen. Seiten, die du bewusst ausgeschlossen hast (z. B. mit noindex), gehören nicht hinein.

Schritt 9: On-Page-Elemente nach SEO-Best-Practices prüfen

Jede indexierbare Seite braucht mindestens diese drei Dinge: einen Title Tag, eine Meta Description und eine H1-Überschrift. Diese Elemente helfen Google, deine Inhalte einzuordnen, und beeinflussen direkt, wie viele Klicks du in den Suchergebnissen bekommst.

Prüfe fehlende oder fehlerhafte On-Page-Elemente im Content-Bericht in Site Audit unter dem Tab „Probleme".

Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Website hatte über 700 Seiten ohne Title Tag. Das sind 700 Seiten, bei denen Google selbst entscheiden muss, was in den Suchergebnissen steht. Meist kein gutes Zeichen.

So gehst du vor:

  • Klicke auf ein Issue.
  • Wähle „Betroffene URLs anzeigen".
Title tag issues in Ahrefs' Site Audit
  • Sortiere nach organischem Traffic von hoch nach niedrig, um mit den wichtigsten Seiten anzufangen.
Prioritizing fixes by organic traffic in Ahrefs' Site Audit

Schritt 10: Veraltete Inhalte identifizieren und auffrischen

Rankings sind nicht dauerhaft. Veraltete Inhalte verlieren mit der Zeit Traffic. Die gute Nachricht: Mit einem Content-Update lassen sich Rankings oft wieder zurückgewinnen.

Estimated organic search traffic to our list of top Google searches

Finde veraltete Seiten in der Google Search Console:

  1. Gehe zum Bericht Suchergebnisse.
  2. Aktiviere den Vergleichsmodus im Datumsfilter.
  3. Wähle „Letzte 6 Monate vs. vorheriger Zeitraum".
  4. Klicke auf den Tab „Seiten".
  5. Sortiere nach „Klicks Differenz" von niedrig nach hoch.

Die Seiten mit dem größten Klick-Verlust sind die ersten Kandidaten für ein Content-Update.

Decline in traffic of our list of the most visited websites, via Google Search Console

Schritt 11: Keywords finden, für die Wettbewerber ranken, du aber nicht

Content Gaps entstehen, wenn Konkurrenten für Keywords ranken, für die du keine Inhalte hast. Das Content-Gap-Tool im Ahrefs Site Explorer findet diese Lücken auf Domain-Ebene:

  1. Gib deine Domain in den Site Explorer ein.
  2. Gehe zum Bericht Content-Lücke.
  3. Trage die Domains deiner Wettbewerber ein.
  4. Klicke auf Keywords anzeigen.

Du siehst jetzt alle Keywords, für die deine Konkurrenten ranken und du nicht. Das kann der Startpunkt für deine Content-Strategie sein. Erstelle anhand der Keywords neue Inhalte, oder überarbeite existierende Seiten, die nicht ranken.

Schritt 12: Interne Verlinkung prüfen und optimieren

Interne Links werden oft unterschätzt. Dabei sind sie einer der Hebel im SEO-Audit. Sie verteilen Linkautorität über diene gesamte Website, helfen Googlebot beim Crawlen und zeigen Nutzern, wo sie weiterführende Informationen finden. Kurz: schlechte interne Verlinkung kann dich Rankings kosten, ohne dass du es merkst.

Wofür du interne Links brauchst:

Ein interner Link erfüllt drei Aufgaben:

  • Er überträgt PageRank von einer Seite auf eine andere.
  • Er gibt Google über den Ankertext Kontext darüber, worum es auf der verlinkten Seite geht.
  • Er hilft deinen Nutzern, relevante Inhalte zu finden.

Seiten ohne interne Links nennt man Orphan Pages, auf Deutsch verwaiste Seiten. Orphan Pages werden weder vom Nutzer, noch von Google gefunden.

Orphan Pages mit Ahrefs finden:

Öffne den Ahrefs Site Audit und navigiere zu Seiten-Explorer. Filtere nach Seiten, die keine internen eingehenden Links haben:

Geh die Liste durch und entscheide für jede Seite: Gehört sie überhaupt indexiert? Wenn ja, verlinke sie von einer thematisch passenden Seite. Wenn nein, prüfe, ob sie noindexiert oder gelöscht werden sollte.

Schwach verlinkte Seiten identifizieren:

Orphan Pages sind der Extremfall. Aber auch Seiten mit nur einem oder zwei internen Links sind oft unterversorgt – besonders wenn es sich um wichtige Kategorieseiten oder deinen besten Content handelt.

In der Top Seiten-Ansicht im Site Audit siehst du, wie viele interne eingehende Links jede URL hat. Sortiere hier aufsteigend.

Priorität haben Seiten, die:

  • organischen Traffic generieren (oder sollten),
  • Backlinks von anderen Domains haben,
  • in deiner Informationsarchitektur eine zentrale Rolle spielen.

Neue interne Linkchancen finden:

Ahrefs hat dafür eine eigene Funktion: den Interne-Link-Möglichkeiten-Report im Site Audit. Er zeigt dir Seiten, die thematisch zusammenpassen, aber noch nicht miteinander verlinkt sind.

Statt manuell nach passenden Stellen zu suchen, bekommst du konkrete Vorschläge: Seite A erwähnt Thema X – verlinke sie auf Seite B, die genau dazu geschrieben wurde.

Schritt 13: Für AI Overviews und Featured Snippets optimieren

Seit Ende März 2025 sind AI Overviews auf Deutsch ausgerollt. In Deutschland löst fast jedes vierte Keyword mit Suchvolumen ab 100 eine AI Overview aus (24,0 %), bei informationsorientierten Suchanfragen sind es 30,7 %. In Themenfeldern wie Gesundheit liegt der Anteil bei 76 %. Ein SEO-Audit ist deshalb unvollständig, wenn er diesen Bereich ignoriert.

Wichtig vorab: KI-Systeme wie Google AI Overviews oder ChatGPT ranken keine Seiten. Sie zitieren Quellen. Das Ziel heißt also nicht „besser ranken", sondern „häufiger zitiert werden".

Warum das für dein Audit zählt: die Klickrate

Wo eine AI Overview erscheint, bricht die Klickrate für das erstplatzierte Ergebnis um 58 % ein. Selbst wenn sie auf Position 10 erscheint, kostet eine AIO noch fast ein Fünftel der Klicks. Wenn dein Audit in Schritt 2 einen Traffic-Rückgang bei stabilen Rankings zeigt, prüfe deshalb zuerst: Ist über deinen wichtigsten Keywords eine AI Overview aufgetaucht?

Featured Snippets und AI Overviews: entweder — oder

Featured Snippet und AI Overview erscheinen nie gemeinsam. Google braucht nur eins von beiden. Und die Richtung ist klar: Die AI Overview verdrängt nach und nach das Snippet. Nur noch 0,6 % aller deutschen Keywords (SV ≥ 100) tragen überhaupt noch ein Snippet.

Für deinen Audit heißt das:

  1. Bestehende Snippets identifizieren: Das Keyword, für das du ein Snippet hältst, wird (noch) keine AIO anzeigen — und eine höhere CTR aufweisen. Prüfe im Site Explorer mit dem SERP-Feature-Filter „Featured Snippet", welche du hältst. Aber: Snippet-Optimierung als skalierbare Strategie, um AIOs zu vermeiden, funktioniert nicht — der Markt ist zu klein, und Google baut ihn weiter ab.
  2. „AIO-sichere" Zonen im Portfolio identifizieren. Keywords mit Local Pack, organischen Shopping-Ergebnissen oder Knowledge Panel zeigen AIO-Anteile unter 7 %. Im Keywords Explorer kannst du über den SERP-Features-Filter gezielt danach filtern. Keine Garantie für die Zukunft — aber eine entspanntere Ausgangslage.
  3. Bei allen anderen Keywords: auf Zitierfähigkeit optimieren. Bei Keywords mit Bild-Thumbnails (50,2 % AIO-Anteil) oder People Also Ask (36,4 %) ist eine AIO wahrscheinlicher als nicht. Hier lautet die Frage nicht mehr, OB eine AIO erscheint — sondern ob du darin zitiert wirst.

So wirst du zitierfähig

Was KI-Systeme bevorzugt zitieren, zeigt unsere Studie zu den 50 meistzitierten Domains in deutschen AI Overviews. Daraus — und aus dem Vergleich mit ChatGPT-Zitationen — lassen sich konkrete Audit-Punkte ableiten:

  1. Beantworte Fragen direkt und früh. Stell die Kernfrage am Anfang eines Abschnitts und beantworte sie sofort in zwei bis drei Sätzen. Kurze, in sich geschlossene Sätze mit klarem Subjekt und klarer Aussage werden eher wörtlich übernommen als lange Satzgefüge.
  2. Prüfe, welches KI-System für dich relevant ist — die Quellen unterscheiden sich massiv. Nur 17 der jeweils 50 meistzitierten Domains tauchen sowohl bei Google AI Overviews als auch bei ChatGPT auf. YouTube führt die AIO-Liste mit 27,99 % an, fehlt aber komplett in den ChatGPT-Top-50. Video- und Social-Präsenz zahlt also vor allem auf AIO-Sichtbarkeit ein; ChatGPT zitiert bevorzugt strukturierte Text-Nachschlagewerke (Wikipedia 20,61 %, ADAC, Duden).
  3. Stärke deine Markenpräsenz als vertrauenswürdige Quelle. Die meistzitierten Domains sind durchweg etablierte Marken mit hohem DR. Zitationen folgen Vertrauen — das baust du nicht pro Artikel auf, sondern pro Domain.

Ein ehrlicher Hinweis zum Schluss

AI Overviews und deren Auswirkungen auf den Traffic sind ein sich schnell entwickelndes Feld — die Muster können sich jederzeit verschieben (und tun das auch), und eine universelle AIO-Fluchtstrategie gibt es nicht. Was stabil bleibt: Inhalte, die eine Frage klar beantworten und faktisch belastbar sind, kommen bei KI-Systemen besser weg als generisches Füllmaterial. Das war schon immer gutes SEO.

Porträt von Chris Haines
Verfasst vonChris Haines

Chris ist als SEO Director tätig und verfügt über 10 Jahre Erfahrung im Bereich SEO auf Agenturseite. Wenn er nicht gerade mit SEO beschäftigt ist, spielt er gerne mit alten Synthesizern herum, geht an Sandstränden spazieren oder trinkt eine gute Tasse Tee.