Shopware SEO: Der komplette Guide für Shopware 6

Nach Autor Monika Butterweck
Marketing Manager DACH bei Ahrefs
- Was Shopware 6 für SEO von Haus aus mitbringt
- SEO-URLs richtig einrichten
- Meta-Title & Meta-Description als Vorlagen
- Technisches SEO: Canonical, Varianten, Filter, Pagination
- XML-Sitemap und robots.txt
- Ladezeit & Core Web Vitals in Shopware
- Mehrsprachigkeit & hreflang über Verkaufskanäle/Domains
- Kategorie- und Produktseiten: Content, der rankt
- Strukturierte Daten & Rich Snippets
- SEO-Erweiterungen aus dem Shopware Store — was sinnvoll ist
- Shopware-Shops in der KI-Suche
- Die häufigsten Shopware-SEO-Fehler
- Häufige Fragen (FAQ)
Shopware 6 bietet dir die Möglichkeit, einen Onlineshop aufzubauen, der technisch viele Voraussetzungen für gute Google-Rankings mitbringt. Allerdings reichen die Standardeinstellungen allein nicht aus. Damit potenzielle Kunden deine Produkte finden, solltest du unter anderem:
- SEO-URLs
- Ladezeiten
- Produktseiten
- die Indexierung
im Blick behalten.
In diesem Guide erfährst du, wie du Shopware SEO Schritt für Schritt umsetzt. Wir zeigen dir, welche Funktionen Shopware 6 bereits mitbringt, wo du ansetzen solltest und wie du deinen Shop auch für die KI-Suche vorbereitest.
Shopware SEO umfasst drei Bereiche:
- die Grundeinstellungen mit SEO-URLs und Meta-Vorlagen
- die technische Optimierung mit Canonical-Tags, XML-Sitemap, robots.txt und Ladezeiten
- die inhaltliche Optimierung deiner Kategorie- und Produktseiten.
Erst das Zusammenspiel dieser Maßnahmen schafft eine solide Grundlage, damit Google deine Shopseiten finden, verstehen und in den Suchergebnissen anzeigen kann.
- Was Shopware 6 für SEO von Haus aus mitbringt
- SEO-URLs richtig einrichten
- Meta-Title & Meta-Description als Vorlagen
- Technisches SEO: Canonical, Varianten, Filter, Pagination
- XML-Sitemap und robots.txt
- Ladezeit & Core Web Vitals in Shopware
- Mehrsprachigkeit & hreflang über Verkaufskanäle/Domains
- Kategorie- und Produktseiten: Content, der rankt
- Strukturierte Daten & Rich Snippets
- SEO-Erweiterungen aus dem Shopware Store — was sinnvoll ist
- Shopware-Shops in der KI-Suche
- Die häufigsten Shopware-SEO-Fehler
- Häufige Fragen (FAQ)
Was Shopware 6 für SEO von Haus aus mitbringt
Shopware 6 bietet bereits mehrere Funktionen, die dir bei deiner Suchmaschinenoptimierung helfen. Dazu gehören SEO-URLs, Meta-Daten, Canonical-URLs und eine automatisch generierte XML-Sitemap. Für mehrsprachige Shops gibt es ebenfalls die passenden Einstellungen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass dein Shop automatisch für Google optimiert wäre. Entscheidend ist, wie du diese Funktionen einrichtest und welche Inhalte du bereitstellst.
SEO-URLs und Meta-Daten
Mit Shopware 6 kannst du die URL-Struktur deiner Produkt- und Kategorieseiten über Vorlagen festlegen. Dazu nutzt du Variablen, die beispielsweise den Produktnamen oder die Kategorie übernehmen. Du kannst die Einstellungen verallgemeinernd oder für einzelne Verkaufskanäle vornehmen.
Zudem kannst du auch Meta-Titel und Meta-Beschreibungen hinterlegen. Auf diese Weise bestimmst du, welche Informationen Google für die Darstellung deiner Seiten in den Suchergebnissen verwenden kann. Ob Google diese Angaben tatsächlich übernimmt, entscheidet die Suchmaschine am Ende aber selbst.
Canonical-URLs und XML-Sitemap
Wenn ein Produkt unter mehreren URLs erreichbar ist, können doppelte Inhalte entstehen. Canonical-Tags helfen Suchmaschinen in einem solchen Fall dabei, die bevorzugte URL zu erkennen.
Shopware 6 unterstützt diese Funktion bereits. Bei Produkten mit Varianten kannst du beispielsweise festlegen, dass alle Varianten dieselbe Canonical-URL verwenden.
Zudem erstellt Shopware automatisch eine XML-Sitemap. Diese enthält URLs, die Suchmaschinen beim Finden deiner Seiten unterstützen. Die Aktualisierung kannst du über die Sitemap-Einstellungen steuern. Allerdings garantiert eine Sitemap nicht, dass Google auch wirklich alle aufgeführten Seiten indexiert.
Mehrsprachigkeit und strukturierte Daten
Wenn du deinen Shop in mehreren Ländern betreibst, kannst du verschiedenen Verkaufskanal-Domains Sprachen und Lokalisierungen zuweisen.
Shopware unterstützt dabei auch hreflang-Attribute. Sie helfen Google dabei, die passende Sprach- oder Länderversion einer Seite zu erkennen.
Dieser Aspekt kann zum Beispiel dann relevant werden, wenn du unterschiedliche Inhalte für Deutschland, Österreich und die Schweiz anbietest.
Ergänzend hierzu bietet dir das Programm auch strukturierte Produktdaten über das Shopware-Standard-Theme. Sie können für die jeweiligen Suchmaschinen Informationen wie:
- Produktnamen
- Preise
- Verfügbarkeit
in maschinenlesbarer Form bereitstellen.
Ob alle Details für erweiterte Google-Darstellungen vorhanden sind und entsprechend genutzt werden können, ist jedoch von der Shopware-Version und der konkreten Umsetzung abhängig.
Shopware, Shopify oder WooCommerce: Was unterscheidet die Systeme bei SEO?
Shopware, Shopify und WooCommerce bieten alle drei grundlegende SEO-Funktionen. Dazu gehören unter anderem Meta-Daten, sprechende URLs und die Unterstützung bei der Suchmaschinenindexierung.
- Shopify übernimmt viele technische Aufgaben innerhalb seiner gehosteten Plattform, lässt dir bei bestimmten URL-Strukturen jedoch weniger Spielraum.
- WooCommerce bietet allein schon durch WordPress und seine Erweiterungen viel Flexibilität, erfordert dafür aber zusätzlichen Pflegeaufwand.
- Shopware ermöglicht es dir unter anderem, SEO-URL-Vorlagen und Einstellungen für unterschiedliche Verkaufskanäle anzupassen.
Welches System für deine SEO-Ziele besser geeignet ist, hängt deshalb auch von deinen technischen Ressourcen und der Komplexität deines Shops ab.
SEO-URLs richtig einrichten
Eine gut lesbare URL zeigt deinen Kunden und Suchmaschinen, im Idealfall auf den ersten Blick, worum es auf einer Seite geht. Statt einer langen Adresse mit kryptischen Zeichen sollten zum Beispiel Informationen zu einem Fahrradhelm unter /fahrradhelme/rennradhelm-schwarz abrufbar sein.
In Shopware 6 kannst du solche SEO-URLs über Vorlagen erstellen. So legst du fest, wie die Adressen deiner Produkte und Kategorien aufgebaut sind.
So legst du die URL-Struktur in Shopware 6 fest
Öffne in der Shopware-Administration Einstellungen → Shop → SEO. Dort findest du die Vorlagen für Produktdetailseiten, Kategorien und Landingpages.
Gehe anschließend folgendermaßen vor:
- Wähle den Verkaufskanal aus, für den du die URLs konfigurieren möchtest. Alternativ kannst du eine globale Vorlage für alle Verkaufskanäle verwenden.
- Öffne das SEO-URL-Template für Produktdetailseiten oder Kategorien.
- Passe die Vorlage an deine gewünschte URL-Struktur an.
- Kontrolliere, ob Shopware die verwendeten Variablen akzeptiert, und speichere deine Änderungen.
Shopware verwendet für die Vorlagen die Template-Sprache Twig. Mit ihren Variablen kannst du Produktnamen und Kategorien automatisch in URLs übernehmen.
Für einen Produktnamen kannst du folgende Variable verwenden:
{{ product.translated.name|lower }}Der Zusatz |lower sorgt dafür, dass Shopware den Produktnamen in Kleinbuchstaben umwandelt.
Für Kategorien kannst du ganz einfach die vorhandene Navigationsstruktur nutzen:
{% for part in category.seoBreadcrumb %}{{ part|lower }}/{% endfor %}Damit übernimmt Shopware die einzelnen Bestandteile des Kategoriepfads.
Was eine gute SEO-URL auszeichnet
Halte deine URLs möglichst kurz und verständlich und verwende Begriffe, die das jeweilige Produkt oder die Kategorie eindeutig beschreiben.
Eine sinnvolle URL-Struktur könnte beispielsweise so aussehen:
- Kategorie: /fahrradhelme
- Unterkategorie: /fahrradhelme/rennrad
- Produkt: /fahrradhelme/rennradhelm-schwarz
Vermeide unnötige Zahlenfolgen, wechselnde Parameter und Informationen, die sich regelmäßig ändern, wie zum Beispiel Preise oder zeitlich begrenzte Aktionen.
Produkt-IDs musst du auch nicht grundsätzlich in deine URLs aufnehmen. Allerdings solltest du prüfen, ob deine Vorlage bei ähnlichen Produktnamen eindeutige Adressen erzeugt.
Wenn zwei Produkte denselben Namen tragen, reicht der Produktname allein möglicherweise nicht aus. Hier solltest du eine Artikelnummer nutzen, um die URLs voneinander zu unterscheiden.
Am besten überlegst du dir die Struktur möglichst vor dem Start deines Shops. Häufige URL-Änderungen verursachen zusätzlichen Aufwand und können bestehende Rankings beeinträchtigen.
So generierst du SEO-URLs in Shopware 6 neu
Wenn du deine URL-Vorlagen geändert hast, musst du den SEO-Index aktualisieren. Erst dadurch stellst du sicher, dass die neuen Adressen auch erzeugt werden.
Dabei stehen dir zwei Möglichkeiten zur Verfügung.
- Über die Administration: Öffne den Bereich „Caches & Indizes“. Dort kannst du die Indizes aktualisieren, zu denen auch die SEO-URLs gehören.
- Über die Konsole: Wenn du Zugriff auf die Kommandozeile deines Shops hast, kannst du folgenden Befehl ausführen:
php bin/console dal:refresh:indexDamit aktualisiert Shopware die Indizes, einschließlich der SEO-URLs für Produkte und Kategorien.
Prüfe anschließend einige Produkt- und Kategorieseiten im Frontend. Kontrolliere, ob die neuen URLs funktionieren und auf die richtigen Inhalte führen.
Richte Weiterleitungen bei URL-Änderungen ein
Änderst du eine bereits veröffentlichte URL, können alte Links ins Leere führen. Ein typisches Beispiel hierfür sind Verlinkungen aus anderen Websites oder gespeicherte Lesezeichen. Deshalb ist es sinnvoll, alte Adressen per 301-Weiterleitung auf die neue URL zu führen.
Shopware 6 bietet dafür in den SEO-Einstellungen eine Option zum Weiterleitungsverhalten. Diese ermöglicht HTTP-301-Weiterleitungen auch bei geänderten SEO-URLs.
Prüfe, ob diese Funktion in deinem Shop aktiviert ist. Verlasse dich nicht darauf, dass jede URL-Änderung automatisch korrekt weitergeleitet wird.
Nach einer Umstellung solltest du mindestens drei Dinge kontrollieren:
- Die alte URL führt mit dem HTTP-Statuscode 301 zur neuen Adresse.
- Die neue URL liefert den Statuscode 200 und zeigt das richtige Produkt.
- Interne Links verweisen direkt auf die neue URL, statt unnötige Weiterleitungen auszulösen.
So verhinderst du, dass Kunden (und Suchmaschinen) nach einer URL-Änderung auf Fehlerseiten landen.
Meta-Title & Meta-Description als Vorlagen
Bei einem Shop mit mehreren Hundert Produkten wäre es aufwendig, jeden Meta-Title und jede Meta-Description einzeln zu schreiben. Deshalb lohnt es sich, auf eine einheitliche Vorlage zu setzen, die wichtige Produktinformationen automatisch zusammenführt.
Shopware 6 bietet dafür Meta-Felder auf Produkt- und Kategorieebene. Für eine weitergehende Automatisierung kannst du zusätzlich Templates im Storefront-Theme oder eine passende Erweiterung einsetzen.
So erstellst du sinnvolle Meta-Vorlagen
Eine gute Vorlage kombiniert den Produkt- oder Kategorienamen mit einer passenden Zusatzinformation und deinem Shopnamen.
Für einen Onlineshop mit Fahrradzubehör könnte ein Meta-Title beispielsweise so aussehen:
- Vorlage: [Produktname] kaufen | [Shopname]
- Ergebnis: Rennradhelm Aero Pro kaufen | Fahrradshop Müller
Für eine Kategorie eignet sich eine andere Formulierung:
- Vorlage: [Kategoriename] kaufen | [Shopname]
- Ergebnis: Fahrradhelme kaufen | Fahrradshop Müller
Die Platzhalter stehen hier für ein redaktionelles Muster. Sie sind keine direkt einsetzbaren Shopware-Variablen.
Wenn du eine automatische Ausgabe im Theme einrichten möchtest, kannst du mit Twig arbeiten. Ein vereinfachtes Beispiel für den Meta-Title einer Produktseite lautet:
{% if page.product.translated.metaTitle %}
{{ page.product.translated.metaTitle }}
{% else %}
{{ page.product.translated.name }} kaufen | Fahrradshop Müller
{% endif %}Das Beispiel zeigt die Fallback-Logik: Ist ein individueller Meta-Title hinterlegt, verwendet das Template diesen auch. Andernfalls erzeugt es einen Titel aus dem Produktnamen und dem Shopnamen.
Für Meta-Descriptions gilt dasselbe Prinzip. Allerdings solltest du nicht einfach jede Produktbeschreibung automatisch kürzen. So entstehen häufig unvollständige Sätze oder wenig aussagekräftige Texte.
Berücksichtige Zeichenlängen und Fallbacks
Shopware empfiehlt für Meta-Titles ungefähr 70 Zeichen als Obergrenze. Meta-Descriptions sollten etwa 130 bis 160 Zeichen umfassen.
Hierbei handelt es sich jedoch um Richtwerte und nicht um feste Google-Grenzen. Ob ein Text vollständig erscheint, hängt unter anderem von seiner tatsächlichen Breite und der Darstellung in den Suchergebnissen ab.
Wichtiger als die genaue Zeichenzahl ist deshalb eine verständliche Aussage.
Ein guter Meta-Title nennt das Produkt oder die Kategorie möglichst weit vorne. Die Meta-Description ergänzt konkrete Informationen, die für potenzielle Käufer relevant sind.
Optimiere wichtige Kategorien individuell
Automatische Vorlagen sparen Zeit. Für deine wichtigsten Kategorien solltest du die Meta-Daten dennoch individuell formulieren. Öffne dazu in Shopware die gewünschte Kategorie und wechsle in den Bereich SEO. Dort kannst du einen eigenen Meta-Title und eine Meta-Description hinterlegen.
Für eine Kategorie mit Fahrradhelmen könnte das so aussehen:
- Meta-Title: Fahrradhelme für Alltag & Sport | Fahrradshop Müller
- Meta-Description: Entdecke Fahrradhelme für Rennrad, MTB und Alltag. Vergleiche Modelle, Größen und Ausstattungen und finde den passenden Helm für deine nächste Tour.
Mit diesen Informationen sprichst du unterschiedliche Suchinteressen an und beschreibst das Sortiment genauer. Wenn du mehrere Verkaufskanäle betreibst, solltest du zusätzlich prüfen, ob deine Meta-Daten zur jeweiligen Sprache und Zielgruppe passen. Ein Shop für Deutschland und Österreich kann beispielsweise unterschiedliche Produktbezeichnungen oder Angebote nutzen.
Die SEO-URL-Vorlagen kannst du in Shopware nach dem jeweiligen Verkaufskanal konfigurieren. Für abweichende Meta-Templates oder individuelle Meta-Texte je Verkaufskanal musst du dagegen die konkrete Theme- und Datenkonfiguration berücksichtigen.
Technisches SEO: Canonical, Varianten, Filter, Pagination
Ein Produkt kann in Shopware 6 über unterschiedliche Wege erreichbar sein. Dazu kommen Varianten, Filter und mehrere Seiten innerhalb einer Kategorie. Auf diese Weise entstehen URLs, die ähnliche oder identische Inhalte zeigen.
Für Suchmaschinen muss daher klar erkennbar sein, welche Seiten eigenständig indexiert werden sollen. Dabei spielen:
- Canonical-Tags
- die Indexierungssteuerung
- eine saubere interne Verlinkung
eine wichtige Rolle.
Canonical-Tags bei Produktvarianten
Ein Canonical-Tag nennt Suchmaschinen die bevorzugte URL eines Inhalts. Dies ist besonders bei Produkten mit mehreren Varianten wichtig.
Angenommen, du verkaufst einen Fahrradhelm in Schwarz, in Weiß und in Blau. Wenn sich die Produktseiten nur durch die Farbe unterscheiden, brauchst du nicht zwingend drei eigenständige Suchergebnisse.
In Shopware 6 kannst du für Varianten eine gemeinsame Canonical-URL festlegen. So verweist beispielsweise jede Farbvariante auf die Hauptproduktseite.
Anders sieht es aus, wenn einzelne Varianten eine eigene Suchnachfrage bedienen. Wird etwa gezielt nach einem bestimmten Modell in einer bestimmten Farbe gesucht, kann eine eigenständige, indexierbare Variantenseite sinnvoll sein. Dafür werden eine eindeutige URL und ausreichend unterscheidbare Informationen relevant.
Randbemerkung
Ein Canonical-Tag ist für Google ein Hinweis, keine verbindliche Anweisung. Google kann auch eine andere URL als kanonisch auswählen.
Filter-URLs gezielt steuern
Filter helfen Kunden dabei, Produkte nach Eigenschaften wie Größe, Farbe oder Marke einzugrenzen. Je nach Umsetzung entstehen dabei zusätzliche URL-Varianten.
Ein Beispiel: Aus einer Kategorie für Fahrradhelme können Kombinationen wie „schwarz“, „Größe M“ und „Marke X“ ausgewählt werden. Wenn jede Kombination eine eigene indexierbare URL erzeugt, existieren schnell viele ähnliche Seiten.
Deshalb ist es wichtig, zwischen zwei Varianten zu unterscheiden:
- Filter ohne eigenständigen Suchwert: Für beliebige Kombinationen aus Farbe, Größe und Preis ist häufig keine separate Indexierung nötig. Hier solltest du prüfen, wie Shopware die Filter technisch umsetzt und ob überhaupt crawlbare URLs entstehen.
- Filter mit eigenständigem Suchwert: Eine häufig gesuchte Kombination wie „Fahrradhelme für Kinder“ kann eine eigene Kategorieseite rechtfertigen. Sie sollte dann eine stabile URL, passende Produkte und hilfreiche Inhalte bekommen.
Setze Canonical-Tags oder noindex nicht pauschal für sämtliche Filter ein. Welche Option am besten passt, ist davon abhängig, welche Seiten du tatsächlich in den Suchergebnissen haben möchtest.
Pagination bei langen Kategorien
Enthält eine Kategorie viele Produkte, verteilt Shopware die Darstellung auf mehrere Seiten. Suchmaschinen müssen auch Produkte finden können, die nicht auf der ersten Kategorieseite erscheinen.
Ein häufiger Fehler besteht darin, alle paginierten Seiten per Canonical auf Seite 1 zu verweisen. Das ist nicht immer sinnvoll, weil Seite 2 normalerweise andere Produkte enthält als Seite 1.
Bei eigenständigen paginierten URLs solltest du daher überprüfen, ob jede Seite eine selbstreferenzierende Canonical-URL erhält und über crawlbare Links erreichbar ist.
Achte außerdem darauf, dass Produktlinks auch ohne zusätzliche Nutzerinteraktion auffindbar bleiben. Dieser Aspekt wird besonders bei „Mehr laden“-Funktionen oder nachgeladenen Produktlisten relevant.
Interne Suche und Kundenkonto aus dem Index halten
Nicht jede Shopseite gehört in die Google-Suchergebnisse. Dies gilt insbesondere für interne Suchergebnisse, Warenkorbseiten, Kundenkonten und den Checkout.
Solche Seiten bieten meist keinen eigenständigen Mehrwert für die organische Suche. Außerdem können interne Suchanfragen sehr viele zusätzliche URLs erzeugen.
Für öffentlich erreichbare Seiten, die Google nicht indexieren soll, kannst du die Robots-Anweisung noindex einsetzen. Hierzu muss Google die Seite allerdings crawlen können. Eine gleichzeitige Sperre über die robots.txt kann verhindern, dass Google die Anweisung überhaupt sieht.
Prüfe deshalb die tatsächlichen Meta-Robots-Angaben und die Crawling-Regeln deines Shops. Verlasse dich nicht allein auf die Standardeinstellungen.
Technische Probleme regelmäßig kontrollieren
Nach Änderungen an Varianten, Filtern oder der Seitennavigation solltest du kontrollieren, welche URLs Google erreichen und indexieren kann.
Ein Website-Crawl hilft dir dabei,
- doppelte Canonical-Ziele
- fehlerhafte Weiterleitungen
- unbeabsichtigt indexierbare Seiten
aufzuspüren. Mit Ahrefs Site Audit kannst du außerdem prüfen, ob interne Links auf nicht erreichbare URLs führen oder Canonical-Angaben widersprüchlich sind.
Ein konkretes Beispiel: Bei der Prüfung eines Shopware-Shops könnte Ahrefs Site Audit zeigen, dass mehrere Produktvarianten auf unterschiedliche Canonical-URLs verweisen oder interne Links nach einer Änderung der SEO-URL-Struktur ins Leere führen. Probleme wie diese kannst du in der Issue-Liste gezielt untersuchen. Öffne die jeweilige Fehlermeldung und kontrolliere die betroffenen URLs. So erkennst du, welche Einstellungen oder internen Verlinkungen du korrigieren musst.
Vergleiche die Ergebnisse anschließend mit der Google Search Console. Dort erkennst du beispielsweise, welche URLs Google als Duplikate einordnet oder trotz vorhandener Sitemap nicht indexiert.
Behalte dabei immer im Hinterkopf: Entscheidend ist nicht, möglichst viele URLs indexieren zu lassen. Vielmehr sollen die Seiten auffindbar sein, die für deine Kunden tatsächlich relevant sind.
XML-Sitemap und robots.txt
Mit einer XML-Sitemap zeigst du Suchmaschinen an, welche URLs deines Shops wichtig sind. Die robots.txt steuert dagegen, welche Bereiche Suchmaschinen-Crawler aufrufen dürfen. Beide Dateien erfüllen damit unterschiedliche Aufgaben und sollten aufeinander abgestimmt sein.
XML-Sitemap in Shopware 6 erstellen und aktualisieren
Shopware 6 erstellt automatisch eine XML-Sitemap. Du erreichst sie normalerweise unter:
https://www.deinshop.de/sitemap.xmlBei größeren Shops verteilt Shopware die URLs auf mehrere Dateien. Die zentrale Sitemap-Datei verweist dann auf die einzelnen Sitemaps. Die Einstellungen findest du in der Administration unter Einstellungen → Inhalte → Sitemap. Dort kannst du festlegen, wie und wann Shopware die Sitemap aktualisiert.
Dafür stehen drei Strategien zur Verfügung:
- Geplant: Shopware erzeugt die Sitemap regelmäßig über eine geplante Aufgabe.
- Live: Shopware erstellt oder erneuert die Sitemap, sobald sie benötigt wird und das festgelegte Aktualisierungsintervall abgelaufen ist.
- Manuell: Du entscheidest selbst, wann eine neue Sitemap erstellt wird.
Bei der manuellen Variante kannst du folgenden Konsolenbefehl nutzen:
php bin/console sitemap:generateDies ist zum Beispiel dann sinnvoll, wenn du in deinem Sortiment umfangreichere Änderungen vorgenommen hast. Wenn du die manuelle Aktualisierung nutzt, musst du sie allerdings auch nach späteren URL-Änderungen erneut ausführen.
Bei Shopware SaaS verwaltet das System die Sitemap automatisch. Die entsprechenden Einstellungen stehen dort nicht zur Verfügung.
Welche URLs gehören in die Sitemap?
Eine Sitemap sollte vor allem die Seiten enthalten, die du in den Suchergebnissen sehen möchtest. Dazu gehören normalerweise deine wichtigen Kategorien, Produktseiten und relevante Landingpages.
Kontrolliere insbesondere, ob die aufgeführten URLs:
- erreichbar sind und den HTTP-Statuscode 200 liefern,
- keine Weiterleitung auf eine andere Adresse auslösen,
- nicht mit noindex von der Indexierung ausgeschlossen sind,
- mit der gewünschten Canonical-URL übereinstimmen.
Randbemerkung
Entfernte Produkte und veraltete URLs sollten nicht dauerhaft in der Sitemap stehen bleiben. Prüfe außerdem, ob alle wichtigen Produkt- und Kategorieseiten enthalten sind. Gerade nach größeren Änderungen an der Shopstruktur lohnt es sich, hier ein wenig Zeit zu investieren.
Du kannst die Sitemap anschließend in der Google Search Console einreichen. Dort siehst du, ob Google die Datei abrufen und verarbeiten konnte.
Wichtig: Auch eine fehlerfreie Sitemap garantiert nicht, dass Google alle enthaltenen URLs indexiert.
robots.txt in Shopware 6 einrichten
Die robots.txt liegt im Stammverzeichnis deiner Domain. Du kannst sie normalerweise unter folgender Adresse aufrufen:
https://www.deinshop.de/robots.txtWie du die Datei dann bearbeitest, hängt von deiner Shopware-Version ab.
Ab Shopware 6.7.1.0 kannst du in der Administration unter Einstellungen → Allgemein → Stammdaten individuelle robots.txt-Regeln für Domains hinterlegen.
Bei älteren Versionen kannst du die Datei im Verzeichnis public deiner Shopware-Installation anlegen. Dafür benötigst du Zugriff auf das Dateisystem.
Ein einfaches Beispiel für eine robots.txt sieht so aus:
User-agent: *
Allow: /
Disallow: /account/
Disallow: /checkout/
Sitemap: https://www.deinshop.de/sitemap.xmlAuf diese Weise erlaubst du Crawlern grundsätzlich den Zugriff auf deinen Shop. Die angegebenen Konto- und Checkout-Pfade werden vom Crawling ausgeschlossen.
Bei diesem Beispiel handelt es sich nicht um eine fertige Konfiguration für jeden Shop. Prüfe die tatsächlichen URL-Pfade und vorhandenen Regeln, bevor du es übernimmst. Bei mehreren Domains brauchst du für jede Domain eine passende Konfiguration.
Vermeide widersprüchliche Indexierungsregeln
Viele setzen die robots.txt mit einer noindex-Anweisung gleich. Beide Regeln wirken aber unterschiedlich: Disallow verhindert das Crawling einer URL. noindex weist Google dagegen an, eine Seite nicht in den Suchindex aufzunehmen.
Damit Google eine noindex-Anweisung erkennen kann, muss der Crawler die betreffende Seite aufrufen dürfen. Sperrst du dieselbe URL zusätzlich über die robots.txt, kann Google das noindex-Tag möglicherweise nicht auslesen.
Blockiere deshalb nicht pauschal alle URLs mit Parametern, auch wenn Shopwares Standard-robots.txt das so vorschlägt. Immerhin könnten sich darunter auch wichtige Produkt- oder Kategorieseiten befinden.
Prüfe nach jeder Änderung, ob Google deine relevanten Seiten weiterhin crawlen kann. Über die Google Search Console kannst du einzelne URLs untersuchen und mögliche Probleme mit der robots.txt erkennen.
Ladezeit & Core Web Vitals in Shopware
Wenn sich ein Onlineshop zu langsam aufbaut, kann dies für Kunden oft sehr frustrierend sein. Das bedeutet: Sollten Produktbilder lange laden oder sollte es beim Klicken auf Schaltflächen immer wieder zu Wartezeiten kommen, brechen Besucher ihren Einkauf möglicherweise ab. Dieses Risiko solltest du nicht eingehen.
Das Thema Geschwindigkeit ist allerdings auch für Shopware SEO relevant. Immerhin berücksichtigt Google auch die Nutzerfreundlichkeit einer Seite bei der Bewertung der Suchergebnisse. Gute Ladezeiten allein garantieren allerdings keine besseren Rankings.
Diese Core Web Vitals solltest du kennen
Um die Nutzererfahrung zu bewerten, nutzt Google unter anderem drei wichtige Kennzahlen:
- Largest Contentful Paint (LCP): Misst, wie lange es dauert, bis das größte sichtbare Inhaltselement geladen ist. Ein guter Wert liegt bei höchstens 2,5 Sekunden.
- Interaction to Next Paint (INP): Zeigt, wie schnell eine Seite auf Nutzerinteraktionen reagiert. Als gut gelten maximal 200 Millisekunden.
- Cumulative Layout Shift (CLS): Erfasst unerwartete Verschiebungen während der Nutzung. Der Wert sollte höchstens 0,1 betragen.
Die genannten Grenzwerte beziehen sich auf das 75. Perzentil der gemessenen Seitenaufrufe. Dabei werden mobile Geräte und Desktop getrennt betrachtet.
Für deinen Shop bedeutet das, dass es nicht ausreicht, wenn allein deine Startseite schnell lädt. Prüfe auch deine Kategorie- und Produktseiten. Auch sie können durch Bilder, Filter und zusätzliche Skripte deutlich langsamer arbeiten.
Bilder und Themes optimieren
Große Produktbilder zählen zu den häufigen Ursachen langer Ladezeiten. Lade deshalb keine hochauflösenden Originaldateien hoch, wenn sie im Shop ohnehin nur klein dargestellt werden.
Achte stattdessen darauf, dass Shopware passende Vorschaubilder erzeugt. Moderne Bildformate wie WebP können die Dateigröße zusätzlich reduzieren, sofern deine Shopware-Version und die eingesetzte Bildverarbeitung sie unterstützen.
Bei Bildern, die erst weiter unten auf der Seite erscheinen, ist es weniger schlimm, wenn sie verzögert laden. Das wichtigste sichtbare Produktbild sollte dagegen möglichst früh komplett angezeigt werden.
Auch das Theme, für das du dich entscheidest, beeinflusst die Geschwindigkeit der jeweiligen Seite. Zusätzliche Animationen, umfangreiche JavaScript-Dateien und externe Schriftarten können die Darstellung ebenfalls verzögern. Nach Theme-Anpassungen müssen die Theme-Dateien korrekt kompiliert werden, damit Shopware die aktualisierten CSS- und JavaScript-Dateien bereitstellt. Prüfe anschließend, ob die Änderungen richtig dargestellt werden und sich die Ladezeit verändert hat.
Cache und Serverleistung prüfen
Shopware nutzt verschiedene Caching-Mechanismen, um Seiten und Daten nicht bei jedem Aufruf vollständig neu berechnen zu müssen. Bei selbst gehosteten Shops kannst du (je nach Infrastruktur) zusätzlich einen Reverse-Proxy-Cache wie Varnish einsetzen. Mit seiner Hilfe lassen sich bereits erzeugte Seiteninhalte schneller ausliefern.
Wichtig ist allerdings, dass personalisierte Bereiche korrekt vom Caching ausgenommen werden. Es darf zum Beispiel nicht passieren, dass Warenkorb- und Kundeninformationen versehentlich anderen Besuchern angezeigt werden.
Ergänzend hierzu wird auch die Serverleistung relevant. Wenn Produktseiten trotz optimierter Bilder langsam reagieren, lohnt es sich, einen Blick auf die Antwortzeit des Servers zu werfen. Besonders im Zusammenhang mit einem großen Sortiment können aufwendige Datenbankabfragen, Suchfunktionen oder Erweiterungen die Geschwindigkeit ebenfalls beeinträchtigen.
Erweiterungen und externe Skripte reduzieren
Eine wichtige Grundregel lautet: Nicht jede zusätzliche Funktion verbessert auch das Einkaufserlebnis. Bewertungswidgets, Chatfunktionen, Tracking-Skripte und Marketing-Pop-ups benötigen häufig zusätzliche Ressourcen. Allein schon deswegen solltest du überprüfen, welche Erweiterungen du tatsächlich brauchst. Deaktiviere Plugins, die du ohnehin nicht nutzt, und teste, wie sich einzelne Funktionen auf die Ladezeit auswirken.
In Bezug auf aktive Plugins solltest du außerdem auf die Kompatibilität mit deiner Shopware-Version achten. Veraltete Erweiterungen können nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch die Stabilität beeinträchtigen.
Shopware Pagespeed richtig messen
Um eine erste Analyse durchzuführen, lohnt es sich, auf Google PageSpeed Insights zu setzen. Das Tool zeigt dir Leistungsdaten und liefert dir konkrete Hinweise auf mögliche Probleme.
Unterscheide dabei zwischen zwei Arten von Daten:
- Labordaten stammen aus einem simulierten Seitenaufruf.
- Felddaten zeigen dagegen, wie echte Besucher deine Website erleben. (Bitte beachte: Nicht für jede URL stehen ausreichend Felddaten zur Verfügung.)
Am besten gehst du bei der Optimierung Schritt für Schritt vor.
- Teste jeweils eine wichtige Produktseite, Kategorieseite und die Startseite.
- Prüfe, welche Core Web Vitals auffällig sind und welche Elemente sie beeinflussen.
- Behebe zunächst Probleme mit großen Bildern, blockierenden Skripten oder langsamen Serverantworten.
- Miss nach jeder größeren Änderung erneut und vergleiche die Ergebnisse.
In der Google Search Console findest du zusätzlich einen Bericht zu den Core Web Vitals. Dort kannst du erkennen, welche URL-Gruppen bei echten Nutzern Probleme verursachen.
Konzentriere dich dabei aber nicht ausschließlich auf einen möglichst hohen PageSpeed-Score. Entscheidend ist, dass dein Shop für Besucher schnell reagiert und zuverlässig bedienbar bleibt.
Mehrsprachigkeit & hreflang über Verkaufskanäle/Domains
Wenn du mit deinem Shopware-Shop Kunden in mehreren Ländern erreichen möchtest, reicht eine einheitliche deutsche Website nicht immer aus. In Deutschland, Österreich und der Schweiz unterscheiden sich beispielsweise Produktbezeichnungen, Währungen und Versandbedingungen.
Mit Shopware 6 kannst du unterschiedliche Sprach- und Länderversionen über Verkaufskanäle und Domains einrichten. Mit hreflang-Attributen hilfst du Google anschließend, die passende Version in den Suchergebnissen anzuzeigen.
Sprach- und Länderversionen in Shopware einrichten: So geht’s!
Zunächst musst du die passenden Sprachen auswählen. Diese verwaltest du in der Shopware-Administration unter Einstellungen → Regional → Sprachen. Dort kannst du Sprachen hinzufügen und ihre Sprach- beziehungsweise Ländercodes festlegen.
Anschließend öffnest du den gewünschten Verkaufskanal. Dort legst du in den Grundeinstellungen unter anderem fest, welche Sprachen, Länder und Währungen verfügbar sein sollen.
Im Bereich „Domains“ ordnest du einer Shopadresse dann die jeweilige Sprache zu. Du kannst hierzu unterschiedliche Domains, Subdomains oder Verzeichnisse verwenden.
Für einen Shop, der den gesamten DACH-Raum bedient, wäre beispielsweise folgende Struktur möglich:
- Deutschland: https://www.beispielshop.de/de/
- Österreich: https://www.beispielshop.de/at/
- Schweiz: https://www.beispielshop.de/ch/
(Achtung! Hierbei handelt es sich natürlich um Beispieladressen.)
Du musst nicht für jedes Land eine eigene Domain kaufen. Wichtig ist, dass jede eigenständige Länderversion unter einer dauerhaft erreichbaren URL liegt.
hreflang für Deutschland, Österreich und die Schweiz nutzen
Mit hreflang teilst du Google mit, welche Sprach- oder Länderversion zu einer URL gehört.
Für drei deutschsprachige Shopversionen kannst du dabei folgende Codes nutzen:
de-DEfür Deutschlandde-ATfür Österreichde-CHfür die Schweiz
Angenommen, du verkaufst denselben Fahrradhelm in allen drei Ländern. In diesem Fall können die Produktseiten im HTML-Quellcode beispielsweise so miteinander verknüpft sein:
<link rel="alternate" hreflang="de-DE" href="https://www.beispielshop.de/de/rennradhelm/" />
<link rel="alternate" hreflang="de-AT" href="https://www.beispielshop.de/at/rennradhelm/" />
<link rel="alternate" hreflang="de-CH" href="https://www.beispielshop.de/ch/rennradhelm/" />Shopware 6 unterstützt die Ausgabe solcher hreflang-Attribute. Im Verkaufskanal kannst du die hreflang-Funktion aktivieren und eine Standard-Domain als Fallback auswählen.
Im Zuge der Domain-Konfiguration findest du außerdem die Einstellung „Hreflang-Lokalisierung“. Wenn du unterschiedliche Landesversionen derselben Sprache nutzen möchtest, bietet sich eine Lokalisierung nach ISO-Standard an.
Kontrolliere anschließend, ob die richtigen URLs ausgegeben werden. Jede Sprach- oder Länderversion sollte auf sich selbst und auf die entsprechenden Alternativen verweisen.
Ganz wichtig: Länderspezifische Inhalte statt bloßer Kopien
Hreflang ist durchaus praktisch, ersetzt aber keine sinnvolle Lokalisierung! Wenn du für Deutschland, Österreich und die Schweiz eigene Shopversionen anbietest, sollten sich diese an den jeweiligen Kunden orientieren. Genau das bezieht sich nicht nur auf die Schreibweise einzelner Begriffe. Auch Preise, Lieferbedingungen, Zahlungsmöglichkeiten und Verfügbarkeiten können sich teilweise deutlich voneinander unterscheiden.
Ein Beispiel: In Deutschland suchen Kunden nach einem „Fahrrad“, in der Schweiz ist auch der Begriff „Velo“ (für „Fahrrad“) verbreitet. Für eine Schweizer Kategorieseite kann es deshalb sinnvoll sein, beide Begriffe bei der Keyword-Recherche zu berücksichtigen.
Prüfe ebenso deine Meta-Titles, Meta-Descriptions und Kategorieinhalte. Eine automatisch übernommene deutsche Beschreibung passt nicht zwangsläufig zur österreichischen oder Schweizer Zielgruppe.
Die gute Nachricht ist: Du brauchst nicht für jedes Land vollständig neue Texte. Wichtig ist, dass die Informationen korrekt sind und die jeweilige Suchintention treffen.
So vermeidest du typische hreflang-Fehler
Ein häufiger Fehler, der im Zusammenhang mit hreflang immer wieder vorkommt, sind fehlende Rückverweise. Wenn die deutsche Produktseite auf die österreichische Version verweist, sollte die österreichische Seite auch die deutsche als Alternative nennen.
Weitere Probleme entstehen, wenn hreflang-Attribute auf Weiterleitungen, Fehlerseiten oder nicht vorhandene Übersetzungen zeigen.
Achte außerdem immer auch auf die Canonical-Tags. Eine eigenständige österreichische Produktseite sollte nicht pauschal die deutsche URL als Canonical angeben. Sonst erhält Google widersprüchliche Signale zur bevorzugten URL.
Wichtig ist auch: Wenn eine Produktseite nur in Deutschland existiert, darfst du nicht einfach eine beliebige österreichische Kategorie als gleichwertige hreflang-Alternative hinterlegen.
Prüfe nach der Einrichtung einige wichtige Produkt- und Kategorieseiten im Quellcode. Kontrolliere dabei die hreflang-Codes, die Zieladressen und die gegenseitigen Verweise! Auf diese Weise stellst du sicher, dass Google deine Shopversionen korrekt zuordnen kann.
Kategorie- und Produktseiten: Content, der rankt
Mit den richtigen technischen Einstellungen sorgst du dafür, dass Google deine Shopseiten finden und verarbeiten kann. Ob diese Seiten dann wiederum jedoch auch für relevante Suchanfragen erscheinen, hängt unter anderem von ihren Inhalten ab.
Besonders wichtig sind in diesem Zusammenhang Kategorie- und Produktseiten. Auf ihrer Grundlage entscheiden potenzielle Kunden, welche Produkte für sie infrage kommen und ob sie diese kaufen möchten. Deshalb sollten deine Texte nicht nur Keywords enthalten, sondern gleichzeitig auch konkrete Fragen beantworten.
Keywords nach Suchintention auswählen
Bevor du Kategorie- und Produkttexte optimierst, solltest du herausfinden, wonach deine Zielgruppe sucht. Auf der Suche nach den passenden Antworten hilft es, zwischen allgemeinen und konkreten Suchanfragen zu unterscheiden. Wer „Fahrradhelm“ eingibt, möchte möglicherweise verschiedene Modelle vergleichen. Bei einer Eingabe wie „Rennradhelm Aero Pro Größe M“ ist die Produktauswahl bereits deutlich eingegrenzt.
Daher solltest du deine Keywords den passenden Seitentypen zuordnen:
- Hauptkategorie: „Fahrradhelme“ für einen Überblick über das Sortiment.
- Unterkategorie: „Rennradhelme“ für eine bestimmte Produktgruppe.
- Produktseite: Modellname, Marke und wichtige Produkteigenschaften.
- Ratgeber: „Welche Fahrradhelm-Größe brauche ich?“ für eine konkrete Informationsfrage.
Der Ahrefs Keywords Explorer bietet dir die Möglichkeit, passende Suchbegriffe, ihr Suchvolumen und verwandte Suchanfragen zu untersuchen. Schau dir außerdem aber auch die Suchergebnisse an. Sie zeigen dir, ob Google für ein Keyword überwiegend Kategorien, einzelne Produkte oder Ratgeber anzeigt.
Gleichzeitig solltest du es vermeiden, mehrere nahezu identische Seiten auf dasselbe Keyword auszurichten. Wenn sich zwei Kategorien inhaltlich kaum unterscheiden, ist es stattdessen sinnvoller, ihre Funktion und Struktur hinterfragen.
Ergänze Kategorieseiten mit hilfreichen Informationen
Eine Kategorieseite sollte deinen Besuchern mehr als eine Produktübersicht bieten. Erkläre kurz, welche Produkte Kunden dort finden und worauf sie bei der Auswahl achten sollten.
Bei einer Kategorie für Fahrradhelme könnten beispielsweise Einsatzbereiche, Größen, Passform und Belüftung relevant werden. Um die entsprechenden Informationen zu hinterlegen, musst du keinen langen Text oberhalb der Produkte platzieren. Ein kurzer Einstieg hilft Besuchern dabei, sich zu orientieren. Weiterführende Informationen kannst du dann unterhalb der Produktliste ergänzen.
Sinnvoll sind beispielsweise Hinweise zu Größenunterschieden, Materialien oder typischen Kaufentscheidungen. Auch Links zu passenden Unterkategorien und Ratgebern können den Lesern einen gewissen Mehrwert bieten.
In jedem Fall solltest du darauf achten, dass die Inhalte zur tatsächlichen Produktauswahl passen. Eine Kategorie, in der ausschließlich Rennradhelme aufgeführt werden, sollte nicht ausführlich über Kinderhelme informieren, nur um zusätzliche Keywords unterzubringen.
Produktseiten individuell gestalten
Auf Produktseiten erwarten Kunden genaue Informationen. Dazu gehören Maße, Materialien, Varianten, Lieferumfang und weitere Eigenschaften, die für die Kaufentscheidung wichtig sind. Daher solltest du auf keinen Fall nur einfach die Herstellerbeschreibung übernehmen. Sie wird häufig auch von anderen Händlern verwendet und beantwortet möglicherweise nicht alle Fragen deiner Zielgruppe.
Ein guter Produkttext erklärt nicht nur, was ein Produkt bietet, sondern auch, wofür seine Eigenschaften nützlich sind. Ein konkretes Beispiel? Statt lediglich „Helm mit 18 Belüftungsöffnungen“ zu schreiben, kannst du erläutern, dass die Öffnungen die Luftzirkulation während der Fahrt unterstützen. (Voraussetzung ist natürlich, dass die Aussage durch die Produkteigenschaften gedeckt ist. Du darfst dir nichts ausdenken. Aber das sollte ohnehin klar sein.)
Ergänze die Beschreibung durch übersichtliche technische Daten, aussagekräftige Bilder und Informationen zu verfügbaren Varianten, achte aber auch gleichzeitig auf Fragen, die deine Kunden besonders oft stellen. Sie können wertvolle Inhalte liefern. Wenn Käufer regelmäßig nach der Passform oder der Reinigung fragen, solltest du diese Informationen direkt auf der Produktseite bereitstellen.
Und übrigens: Wenn du ähnliche Produkte verkaufst, musst du nicht jeden Satz künstlich umformulieren, nur um einen anderen Inhalt zu liefern. Wichtig ist, dass du auf die tatsächlichen Unterschiede zwischen den Modellen eingehst.
So kannst du Erlebniswelten in Shopware 6 für dein SEO nutzen
Mit den Erlebniswelten von Shopware 6 kannst du Kategorie- und Landingpages gestalten. Dabei kombinierst du beispielsweise Texte, Bilder, Produktlisten und weitere Inhaltselemente miteinander und stimmst diese aufeinander ab.
Nutze diese Möglichkeit zum Beispiel, um deine Kategorien übersichtlich aufzubauen. Ein kurzer Einstieg, eine übersichtliche Produktauswahl und ergänzende Kaufberatung lassen sich so sinnvoll miteinander verbinden.
Allerdings solltest du darauf achten, dass wichtige Informationen als lesbarer Text vorliegen. Reine Bildbanner mit eingeblendeten Texten sind keine gute Alternative.
Ergänzend hierzu sollte natürlich auch die Überschriftenstruktur stimmen: Verwende eine aussagekräftige H1 für das Hauptthema und H2-Überschriften für die einzelnen Inhaltsbereiche. So sorgst du dafür, dass sich deine Webseitenbesucher gut orientieren können.
Zu guter Letzt solltest du, nachdem du hier Änderungen vorgenommen hast, die mobile Darstellung kontrollieren. Große Bildbereiche und Ähnliches können die Bedienbarkeit auf Smartphones beeinträchtigen.
KI-Texte sinnvoll einsetzen: Auf diese Punkte solltest du achten
KI kann dir dabei helfen, Produktinformationen zu strukturieren, Textentwürfe zu erstellen oder häufige Kundenfragen zu sammeln. Die Ergebnisse solltest du jedoch nicht ungeprüft veröffentlichen, da falsche Angaben zu Material, Größe oder Kompatibilität problematisch werden können.
Vergleiche KI-generierte Aussagen daher immer mit den tatsächlichen Produktdaten. Ergänze eigene Informationen, etwa Erfahrungen aus der Kundenberatung oder konkrete Hinweise zur Produktauswahl.
Google verbietet KI-generierte Inhalte nicht grundsätzlich. Entscheidend ist, ob sie hilfreich und zuverlässig sind. Problematisch wird es insbesondere, wenn du massenhaft Seiten ohne zusätzlichen Nutzen erstellst, um Suchrankings positiv zu beeinflussen.
Für Shopware SEO gilt deshalb: Nutze KI als Unterstützung, aber richte deine Inhalte an den Fragen und Entscheidungen deiner Kunden aus.
Strukturierte Daten & Rich Snippets
Strukturierte Daten helfen Google dabei, die Informationen auf deinen Produktseiten, wie zum Beispiel Produktnamen, Preise, Verfügbarkeit und Bewertungen, eindeutig zuzuordnen.
Sind die entsprechenden Angaben korrekt hinterlegt, kann Google sie für erweiterte Suchergebnisse nutzen. Solche Darstellungen werden häufig als „Rich Snippets“ bezeichnet. Sie können zusätzliche Informationen direkt in den Suchergebnissen sichtbar machen. Eine Garantie dafür gibt es allerdings nicht. Google entscheidet selbst, ob und in welcher Form die Angaben erscheinen.
Welche strukturierten Daten braucht ein Shopware-Shop?
Für Onlineshops ist vor allem das sogenannte Product-Schema relevant. Es basiert auf dem Standard Schema.org und beschreibt Produkte in einem maschinenlesbaren Format.
Wichtige Angaben sind unter anderem:
name: Bezeichnung des Produktsimage: URL eines Produktbildesdescription: Produktbeschreibungbrand: Hersteller oder Markeskuundgtin: Artikelnummer und globale Produktkennzeichnung, sofern vorhandenoffers: Verkaufsangebot mit Preis, Währung und VerfügbarkeitaggregateRating: Zusammengefasste Kundenbewertungen, wenn gültige Bewertungsdaten vorliegen
Shopware 6 unterstützt strukturierte Produktdaten im Standard-Storefront. Welche Felder tatsächlich ausgegeben werden, hängt jedoch von der eingesetzten Version, dem Theme und möglichen Erweiterungen ab. Prüfe deshalb bei der Version, die du verwendest, nicht nur, ob überhaupt Product-Markup vorhanden ist, sondern auch, ob die Daten vollständig sind und zu den sichtbaren Produktinformationen passen.
Preise und Verfügbarkeit korrekt angeben
Bei einem Onlineshop sind Angaben zum Verkaufsangebot besonders wichtig. Google unterscheidet dabei zwischen allgemeinen Produktinformationen und Daten zum konkreten Angebot. Mit dem Schema-Typ Offer kannst du beispielsweise einen Preis von 79,90 Euro, die Währung EUR und die Verfügbarkeit des Artikels angeben.
Die strukturierten Daten müssen den tatsächlichen Angaben auf der Produktseite entsprechen. Kostet ein Fahrradhelm im Shop 79,90 Euro, darf das Markup nicht noch einen früheren Preis von 89,90 Euro angeben.
Dasselbe gilt für die Verfügbarkeit. Wenn ein Produkt ausverkauft ist, sollte es nicht weiterhin als „sofort lieferbar“ ausgezeichnet werden.
Achte in diesem Zusammenhang auch unbedingt auf Produkte mit mehreren Varianten. Wenn sich deren Größen oder Farben in Bezug auf den Preis und den Lagerbestand unterscheiden, müssen die Angaben zur jeweiligen Variante passen.
Google unterstützt in diesem Zusammenhang auch strukturierte Daten vom Typ ProductGroup. Mit den entsprechenden Funktionen kannst du zusammengehörige Produktvarianten beschreiben.
Versandkosten und Rückgabebedingungen ergänzen
Google berücksichtigt in seinen Shopping-Darstellungen oft auch Informationen zu Versand und Rückgabe. Für Versanddetails kannst du zum Beispiel den Schema-Typ OfferShippingDetails nutzen. Mit ihm lassen sich Versandkosten, Liefergebiete und voraussichtliche Lieferzeiten angeben.
Rückgabebedingungen zeichnest du einfach über MerchantReturnPolicy aus. Auf diese Weise kannst du unter anderem die Rückgabefrist und mögliche Rücksendekosten vermerken.
Wenn dieselben Bedingungen für fast den gesamten Shop gelten, hast du auch die Möglichkeit, sie auf Unternehmensebene zu hinterlegen. (Abweichende Regelungen für einzelne Produkte kannst du in diesem Fall einfach gesondert angeben.)
Solltest du international verkaufen, ist es natürlich wichtig, dass die Angaben zu den jeweiligen Ländern passen. Dies zeigt sich allein schon im DACH-Gebiet. Versandkosten für Deutschland gelten nicht automatisch auch für Österreich oder die Schweiz.
Randbemerkung
Diese erweiterten Angaben sind nicht in jeder Shopware-Konfiguration vollständig vorhanden. Gegebenenfalls benötigst du eine Theme-Anpassung oder eine Erweiterung, um sie nutzen zu können.
Nur echte Bewertungen sind erlaubt
Sternebewertungen können dafür sorgen, dass ein Suchergebnis direkt ins Auge springt. Wichtig ist allerdings, dass die zugrunde liegenden Bewertungen tatsächlich existieren und den Google-Richtlinien entsprechen. Daher solltest du aggregateRating nur dann nutzen, wenn für das betreffende Produkt gültige Bewertungen vorliegen.
Du darfst keine Sternebewertungen erfinden oder Bewertungen unterschiedlicher Produkte beliebig zusammenfassen!
Achte außerdem darauf, dass die Bewertungsdaten aktuell bleiben. Wenn sich die Anzahl oder der Durchschnitt der Bewertungen verändert, sollten die strukturierten Daten entsprechend aktualisiert werden.
Teste strukturierte Daten mit Google
Mit dem Rich Results Test von Google kannst du prüfen, ob dein Shop gültige strukturierte Daten ausgibt. Dazu gibst du im hierfür vorgesehenen Bereich die URL einer Produktseite ein. Das Tool zeigt dir, welche unterstützten strukturierten Daten Google erkennt und ob Fehler oder Warnungen vorliegen.
Gehe anschließend folgendermaßen vor:
- Prüfe, ob Google das Produkt und das dazugehörige Angebot erkennt.
- Vergleiche Preis, Währung und Verfügbarkeit mit den Angaben auf der Produktseite.
- Kontrolliere, ob erforderliche Felder fehlen oder ob es Felder gibt, die ungültige Werte enthalten.
- Wiederhole den Test für Produkte mit Varianten, Sonderpreisen oder abweichenden Lieferbedingungen.
Zusätzlich findest du in der Google Search Console einen Bericht zu Händlereinträgen. Über diesen kannst du Fehler und Warnungen in Bezug auf strukturierte Produktdaten erkennen.
Dass eine Warnung vorliegt, bedeutet allerdings nicht automatisch, dass deine Produktseite ungültig wäre. Häufig weist Google auf diese Weise nur darauf hin, dass es sinnvoll wäre, Zusatzinformationen zu ergänzen.
Die Reihenfolge, in der du vorgehen solltest, ist klar: Behebe zuerst die Fehler, die eine saubere Darstellung verhindern können und ergänze anschließend sinnvolle Angaben, die deinen Kunden bei der Kaufentscheidung helfen können.
SEO-Erweiterungen aus dem Shopware Store — was sinnvoll ist
Shopware 6 bringt bereits „von Haus aus“ wichtige SEO-Funktionen mit, die dir dabei helfen können, verschiedene Probleme zu lösen. Daher brauchst du nicht automatisch ein zusätzliches Plugin, wenn du deinen Shop für Suchmaschinen optimieren möchtest.
Allerdings kann sich eine Erweiterung lohnen, wenn du bestimmte Aufgaben vereinfachen oder Funktionen ergänzen möchtest, weil dein Sortiment vergleichsweise groß ist und du entsprechend viele Produkt- und Kategorieseiten hast.
Erweiterungen in den folgenden Bereichen sind oft sinnvoll:
- Meta-Daten automatisieren: Im Zusammenhang mit mehreren Tausend Produkten können dir Vorlagen und Sammelbearbeitungen dabei helfen, viel Zeit und Mühe zu sparen. Achte aber auch darauf, dass du wichtige Seiten weiterhin individuell optimieren kannst.
- Weiterleitungen verwalten: Nach einem Relaunch oder einer Änderung der URL-Struktur geht es häufig darum, viele alte Adressen weiterzuleiten. Verschiedene Erweiterungen können dabei helfen, die nötigen Weiterleitungen gesammelt anzulegen, zu importieren und zu kontrollieren.
- Strukturierte Daten ergänzen: Manche Erweiterungen bieten zusätzliche Einstellungen für Produktdaten, Bewertungen oder Versandinformationen. Prüfe vorher, welche Angaben dein Theme bereits ausgibt.
- Bilder optimieren: Erweiterungen zur Bildoptimierung können dir dabei helfen, große Produktbilder zu komprimieren oder in platzsparenden Formaten bereitzustellen. Auf diese Weise kannst du die Ladezeit deiner Produkt- und Kategorieseiten verbessern. Prüfe allerdings zuerst, welche Möglichkeiten zur Bildverarbeitung Shopware bereits bietet.
- SEO-Probleme erkennen: Einige Tools unterstützen dich dabei, fehlerhafte Links, fehlende Meta-Daten oder andere Auffälligkeiten zu finden. Sie ersetzen allerdings keinen vollständigen technischen Website-Crawl.
- Große Datenbestände bearbeiten: Wenn du regelmäßig zahlreiche Produkte importierst oder aktualisierst, können automatisierte Abläufe besonders praktisch sein.
Randbemerkung
Nicht jede dieser Funktionen benötigt ein eigenes Plugin. Häufig deckt eine Erweiterung mehrere Aufgaben ab.
Worauf solltest du bei der Auswahl deiner Plugins achten?
Prüfe zuerst, welche SEO-Funktionen dein Shop bereits bietet, um zu vermeiden, dass eine Erweiterung vorhandene Einstellungen lediglich doppelt bereitstellt.
Anschließend solltest du die technischen Voraussetzungen kontrollieren. Achte dabei vor allem auf die Kompatibilität mit deiner Shopware-Version und darauf, wann die Erweiterung zuletzt aktualisiert wurde und ob der Anbieter Support anbietet.
Ergänzend hierzu solltest du natürlich auch die laufenden Kosten berücksichtigen. Neben kostenlosen Erweiterungen gibt es kostenpflichtige Angebote und Abonnementmodelle. Bei größeren Shops kann es zusätzlich nötig werden, Zeit und Mühe in die Einrichtung, in Tests und Wartung zu investieren.
Solltest du Shopware als SaaS-Lösung nutzen, ist es wichtig, darauf zu achten, welche Erweiterungen hier genau verfügbar sind.
Vermeide doppelte oder widersprüchliche SEO-Funktionen
Es wäre falsch, zu behaupten, dass mehrere SEO-Plugins grundsätzlich immer besser wären.
Problematisch kann ein solcher Mix unter anderem dann werden, wenn zwei Erweiterungen eigene Canonical-Tags ausgeben oder unterschiedliche Regeln für Meta-Daten verwenden. In einem solchen Fall können widersprüchliche Angaben im Quellcode entstehen.
Auch bei strukturierten Daten solltest du kontrollieren, ob eine Erweiterung ein vorhandenes Markup ergänzt oder zusätzliche, möglicherweise widersprüchliche Angaben erzeugt.
Neue Erweiterungen solltest du aufgrund ihrer möglichen Auswirkungen daher möglichst zuerst in einer Testumgebung checken. Kontrolliere anschließend einige wichtige Produkt- und Kategorieseiten sowie deren HTML-Quellcode und miss außerdem die Ladezeit vor und nach der Installation. Eine Erweiterung, die zusätzliche Skripte lädt, kann die Performance deines Shops beeinflussen.
Shopware-Shops in der KI-Suche
Google AI Overviews und AI Mode verändern, wie Nutzer Informationen zu Produkten finden. Hierbei werden allerdings nicht zwangsläufig die gleichen Quellen berücksichtigt wie in der klassischen Suche.
Eine Ahrefs-Auswertung der 50 meistzitierten Domains in Deutschland zeigt deutliche Unterschiede zwischen KI-Systemen: In den ChatGPT-Daten erscheinen acht Händler-Domains, darunter dm.de, rewe.de und otto.de. Keine dieser acht Domains findet sich unter den 50 meistzitierten Quellen der Google AI Overviews. Dort sind dagegen unter anderem Amazon und Kleinanzeigen vertreten. Die Daten zeigen, dass sich die Quellenauswahl je nach KI-System unterscheidet, belegen jedoch nicht, welche Quellen bei jeder einzelnen Produktsuche bevorzugt werden.
Für deinen Shopware-Shop bedeutet das, dass du vollständige strukturierte Produktdaten mit hilfreichem Ratgeber-Content verbinden solltest. Ein vollständiges Merchant-Listing-Schema sollte dabei korrekte Angaben zu Preisen, Verfügbarkeit, Versand und Rückgabe enthalten. Ergänze dazu Inhalte, die konkrete Kaufentscheidungen unterstützen. Bei einem Fahrradshop könnten das beispielsweise Vergleiche verschiedener Helmtypen oder Hinweise zur passenden Größe sein. So machst du deine Produkte für Google besser verständlich und beantwortest zugleich typische Kundenfragen. (Auch an dieser Stelle sei der Vollständigkeit halber erwähnt, dass hiermit noch nicht garantiert ist, dass die KI dich zitiert.)
Ob deine Marke dann auch tatsächlich in den KI-Antworten vorkommt, kannst du mit dem Ahrefs Brand Radar untersuchen. Das Tool erfasst unter anderem Erwähnungen und Quellenverweise in Google AI Overviews, AI Mode und weiteren KI-Plattformen. So kannst du sehen, bei welchen Themen deine Marke genannt wird und wie deine Wettbewerber abschneiden.
Unterscheide bei der Auswertung der Ergebnisse aber zwischen einer bloßen Markenerwähnung und einer Zitation deiner Website. Beide Kennzahlen zeigen KI-Sichtbarkeit, gehören aber nicht zu den klassischen Google-Rankings und dokumentieren auch keine Verkäufe.
Die häufigsten Shopware-SEO-Fehler
Auch ein technisch gut aufgestelltes Shopsystem schützt nicht automatisch vor Problemen im SEO-Bereich. Manche Fehler passieren schon bei der Einrichtung, andere fallen erst dann auf, wenn weitere Produkte angeboten werden oder neue Erweiterungen hinzukommen. Diese sieben Fehler solltest du bei deiner Shopware SEO Optimierung vermeiden.
1. SEO-URLs bleiben auf den Standardvorlagen
Shopware erzeugt SEO-URLs automatisch. Das Problem: Die voreingestellten Vorlagen passen nicht zu jeder Shopstruktur. Besonders bei langen Produktnamen können unübersichtliche Adressen entstehen.
Prüfe deshalb, ob deine URLs wichtige Suchbegriffe enthalten und ob sie für Kunden verständlich sind. Halte die Struktur möglichst einfach. Wenn du bestehende URLs änderst, müssen die alten Adressen zuverlässig auf die neuen weiterleiten.
2. Produktvarianten werden unnötig indexiert
Ein T-Shirt ist in fünf Größen erhältlich. Wenn jede Größe eine eigene indexierbare URL besitzt, entstehen möglicherweise mehrere Seiten mit nahezu identischem Inhalt. Genau das kann die Auswertung und Pflege deiner Produktseiten erschweren.
Lege fest, welche Varianten eigenständig in den Suchergebnissen erscheinen sollen. Für Varianten ohne eigenständigen Suchbedarf ist häufig eine gemeinsame Produktseite sinnvoll. Prüfe dabei die Canonical-Tags und die Konfiguration der Variantenanzeige.
3. Filter-URLs landen unkontrolliert im Google-Index
Filter helfen Kunden, Produkte nach Farbe, Größe oder Marke einzugrenzen. Werden sämtliche Kombinationen indexierbar, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Google zahlreiche ähnliche URLs entdeckt.
Bei einem Fahrradshop könnten zum Beispiel unterschiedliche Kombinationen aus Farbe, Marke und Größe entstehen. Entscheide deshalb, welche gefilterten Seiten einen eigenen Suchbedarf bedienen. Für die übrigen Kombinationen brauchst du eine passende Strategie, um das Crawling und die Indexierung zu steuern.
4. Die XML-Sitemap wird nicht aktualisiert
Neue Produkte und Kategorien sollten in der XML-Sitemap erscheinen, wenn sie für die Indexierung vorgesehen sind. Problematisch wird es, wenn die Sitemap-Generierung nicht mehr zuverlässig läuft. Kontrolliere die zuständigen Scheduled Tasks und die erzeugten Sitemap-Dateien. Vergleiche stichprobenartig neue Produkt-URLs mit den Einträgen. Achte außerdem darauf, dass entfernte oder dauerhaft weitergeleitete Seiten nicht unnötig in der Sitemap verbleiben.
5. Herstellerbeschreibungen werden unverändert übernommen
Viele Händler nutzen für ihre Produktbeschreibungen die Texte ihrer Lieferanten. Dadurch fehlen den betreffenden Seiten häufig Informationen, die sie von anderen Angeboten unterscheiden. Daher solltest du konkrete Angaben für deine Zielgruppe ergänzen. Um beim Beispiel mit dem Fahrradhelm zu bleiben: Hierbei kann es sich um Hinweise zur Passform, zum Einsatzbereich oder zur Belüftung handeln. Beschreibe nachvollziehbar, für wen sich das Produkt eignet. Du musst nicht alle technischen Daten neu formulieren. Entscheidend ist, dass du den potenziellen Käufern einen Mehrwert bietest.
6. Der Cache wird für den laufenden Shop deaktiviert
Shopware nutzt Caching, um Seiten schneller auszuliefern. Bleiben wichtige Cache-Funktionen im produktiven Betrieb deaktiviert, können sich Antwortzeiten und Ladegeschwindigkeit verschlechtern.
Prüfe deshalb nach (gerade wenn du Änderungen vorgenommen hast), ob die vorgesehene Cache-Konfiguration wieder aktiv ist. Achte außerdem darauf, dass Theme-Änderungen korrekt ausgeliefert werden. Miss anschließend mit PageSpeed Insights die Ladezeit. Und nicht vergessen: Eine schnelle Startseite allein reicht nicht: Teste auch Kategorien und Produktseiten.
7. Zu viele Erweiterungen bremsen den Shop
Zusätzliche Plugins können SEO-Aufgaben erleichtern. Sie können aber auch weitere Skripte laden, Datenbankabfragen verursachen oder vorhandene Funktionen doppelt ausführen.
Daher solltest du nur die Erweiterungen installieren, die ein konkretes Problem lösen. Prüfe vorab, ob Shopware die benötigte Funktion bereits bietet. Nach jeder Installation solltest du Ladezeiten, Quellcode und wichtige Shopfunktionen checken und Erweiterungen, die du nicht mehr benötigst, löschen.
Nicht jeder dieser Fehler führt sofort zu schlechteren Rankings. Mehrere Probleme zusammen können aber durchaus verhindern, dass Google deine wichtigsten Shopseiten effizient erfasst und bewertet. Über eine regelmäßige technische Prüfung kannst du solche Schwachstellen im Idealfall frühzeitig erkennen.
FAQ
Ist Shopware gut für SEO?
Ja. Shopware 6 bietet auch ohne zusätzliche Plugins wichtige SEO-Funktionen, wie zum Beispiel anpassbare SEO-URLs, Meta-Daten, Canonical-Tags und XML-Sitemaps. Auf der Basis von Shopware kannst du außerdem mehrsprachige Shops über verschiedene Domains und Verkaufskanäle betreiben. Gute Google-Rankings entstehen aber nicht allein durch das Shopsystem. Entscheidend sind die technische Konfiguration, hilfreiche Inhalte und eine klare Seitenstruktur.
Wie generiere ich SEO-URLs in Shopware 6 neu?
Die URL-Vorlagen, die du hierzu brauchst, findest du in der Shopware-Administration unter Einstellungen → Shop → SEO. Dort kannst du die Regeln für Produkt- und Kategorie-URLs anpassen. Anschließend kannst du die Neuerstellung über die vorgesehenen Indexierungsprozesse anstoßen. Prüfe danach, ob die gewünschten URLs ausgegeben werden und bisherige Adressen weiterhin erreichbar sind oder korrekt weiterleiten.
Brauche ich ein SEO-Plugin für Shopware?
Nicht unbedingt. Viele grundlegende SEO-Aufgaben erledigt Shopware 6 in seiner Basis-Variante bereits selbst. Eine Erweiterung kann aber sinnvoll sein, wenn du spezielle Anforderungen, beispielsweise an Weiterleitungen oder zusätzliche strukturierte Daten, hast. Allerdings solltest du in jedem Fall zuerst die vorhandenen Funktionen prüfen. Jedes weitere Plugin erhöht den Wartungsaufwand und kann sich auf die Ladezeit auswirken.
Shopware oder Shopify – was ist besser für SEO?
Beide Systeme ermöglichen eine solide Suchmaschinenoptimierung. Shopware bietet dir umfangreiche Möglichkeiten, wenn es darum geht, technische Einstellungen und Shopstrukturen individuell anzupassen. Shopify nimmt dir dagegen mehr Aufgaben rund um Hosting und technische Wartung ab. Welche Lösung besser passt, hängt von deinen Anforderungen, deinem Budget und den verfügbaren technischen Ressourcen ab. Ein automatischer SEO-Vorteil ergibt sich allerdings aus keinem der beiden Systeme.
Fazit
Für erfolgreiches SEO im Zusammenhang mit Shopware braucht es eine verlässliche technische Grundlage. Richte verständliche SEO-URLs ein, pflege aussagekräftige Meta-Daten und kontrolliere Canonical-Tags, Sitemaps und Ladezeiten. Achte außerdem darauf, dass Google deine wichtigsten Kategorie- und Produktseiten problemlos erreichen und indexieren kann.
Mindestens genauso wichtig sind Inhalte, die Kunden bei ihrer Kaufentscheidung helfen. Einzigartige Produktbeschreibungen, hilfreiche Kategorietexte und vollständige Produktdaten schaffen hierfür eine solide Grundlage. Wichtig ist auch, dass du deine Maßnahmen regelmäßig anhand von Rankings, organischem Traffic und Conversions überprüfst.
Viele Optimierungen kannst du selbst umsetzen. Im Zusammenhang mit komplexen Shopstrukturen, umfangreichen technischen Problemen oder einer größeren Migration kann die Zusammenarbeit mit einer Shopware SEO Agentur sinnvoll sein. Wichtig ist in jedem Fall, dass du technische Einstellungen und Inhalte nicht getrennt betrachtest, sondern gezielt aufeinander abstimmst.

Monika Butterweck ist als Marketing Managerin bei Ahrefs für den DACH-Markt zuständig.

