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HARO (Help a Reporter Out) & Alternativen: So gewinnst du Backlinks

Porträt von Despina Gavoyannis

Nach Autor Despina Gavoyannis

Senior SEO Specialist bei Ahrefs

28 Min. Lesezeit

Journalisten sind immer auf der Suche nach Experten, die ihre Artikel mit wertvollen Informationen bereichern. Mit Help a Reporter Out (HARO) und ähnlichen Plattformen kannst du genau diese Expertise liefern und dir dabei hochwertige Backlinks und Markenerwähnungen sichern.

HARO ist zurück und bietet neue Chancen für den Linkaufbau. Doch wie überzeugst du Journalisten mit deinem Pitch? Und lohnt sich das Ganze auch für Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz?

Wir zeigen dir, wie du mit HARO hochwertige Backlinks und Erwähnungen gewinnst, welche Fehler du vermeiden solltest und welche Alternativen sich lohnen. Außerdem erfährst du, wie du Journalisten-Anfragen gezielt für deine Digital-PR-Strategie nutzt.

Was ist HARO und funktioniert es 2026 noch?

HARO (Help a Reporter Out) ist eine Plattform, die Journalisten mit passenden Experten verbindet. Wenn du auf eine Anfrage antwortest und zitiert wirst, kannst du Backlinks und Markenerwähnungen gewinnen. Nach einer vorübergehenden Einstellung ist HARO seit April 2025 wieder aktiv. Daneben bieten Alternativen wie Qwoted und Featured weitere Möglichkeiten, insbesondere für englischsprachige Medien.

So funktionieren Backlinks und Erwähnungen über HARO

Das Prinzip hinter HARO-Linkbuilding ist ziemlich einfach: Journalisten suchen Experten für ihre Artikel und du lieferst ihnen die passenden Informationen. Wenn deine Antwort überzeugt, kannst du mit einem Zitat, einer Markenerwähnung oder sogar einem Backlink belohnt werden. Damit gehören Journalisten-Anfragen zu den vielen Möglichkeiten, hochwertige Backlinks aufzubauen.

So läuft das Ganze ab:

  1. Ein Journalist veröffentlicht eine Anfrage, beispielsweise für eine Expertenmeinung oder ein Zitat zu einem bestimmten Thema. Oft gibt es dafür eine knappe Deadline.
  2. Du antwortest mit deinem Fachwissen und lieferst eine relevante Einschätzung, eigene Erfahrungen oder passende Daten.
  3. Der Journalist übernimmt deinen Beitrag, wenn er zum Artikel passt. Im besten Fall erwähnt er dabei deine Marke und verlinkt auf deine Website.

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt diese englischsprachige Journalisten-Anfrage für ein Lifestyle-Magazin:

Warum Markenerwähnungen auch ohne Backlink zählen

Ein Backlink ist natürlich ein schöner Erfolg. Aber auch wenn ein Journalist deine Marke nur erwähnt, kann sich deine Antwort lohnen. Besonders dann, wenn die Erwähnung in einem vertrauenswürdigen, thematisch relevanten Medium erscheint.

Solche Erwähnungen machen deine Marke bekannter und können ihre Glaubwürdigkeit stärken. Sie passen auch zum E-E-A-T-Konzept von Google, bei dem Erfahrung, Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit im Mittelpunkt stehen. Besonders interessant sind Erwähnungen in unabhängigen, thematisch relevanten Medien, die deine Expertise unterstreichen.

Auch für die Generative Engine Optimization (GEO) sind Markenerwähnungen interessant: Wenn deine Marke regelmäßig im Zusammenhang mit bestimmten Themen auftaucht, können KI-Systeme diese Informationen möglicherweise bei der Erstellung ihrer Antworten berücksichtigen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jede unverlinkte Erwähnung automatisch deine Sichtbarkeit in ChatGPT oder anderen KI-Systemen verbessert. Ein direkter kausaler Zusammenhang ist bislang nicht ausreichend belegt. Entscheidend ist deshalb vor allem, wo und in welchem Zusammenhang deine Marke erwähnt wird.

Prüfe die Website, bevor du antwortest

Ob sich eine Journalisten-Anfrage für dich lohnt, hängt auch von der Publikation ab. Mit dem Ahrefs Site Explorer kannst du prüfen, wie stark die dahinterstehende Website aufgestellt ist.

Achte dabei auf drei Dinge:

  • Domain Rating (DR): Zeigt auf einer Skala von 0 bis 100, wie stark das Backlink-Profil einer Website im Vergleich zu anderen Websites ist. Ein hoher DR ist ein guter Anhaltspunkt, aber kein alleiniger Qualitätsbeweis.
  • Organischer Traffic: Gibt dir einen Eindruck davon, wie viele Besucher die Website schätzungsweise über Suchmaschinen gewinnt.
  • Backlink-Profil: Im Bericht Backlinks siehst du, welche Seiten auf die Publikation verlinken und ob darunter auffällige oder minderwertige Links sind.

Nehmen wir beispielsweise das deutsche Online-Magazin t3n. Gib t3n.de im Site Explorer ein und sieh dir zunächst das Domain Rating und den geschätzten organischen Traffic an.

Wechsle anschließend zum Bericht Backlinks. Hier kannst du genauer untersuchen, woher die Verlinkungen stammen und ob die Website ein natürliches, thematisch passendes Backlink-Profil aufweist.

Das Backlink-Profil macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck: Unter den verweisenden Seiten finden sich beispielsweise Wikipedia-Artikel mit einem DR von 97. Das ist ein positives Signal, auch wenn die gezeigten Links auf „Nofollow“ gesetzt sind. Schau dir am besten noch ein paar weitere Backlinks an, um sicherzugehen, dass sich darunter nicht auch viel Spam versteckt.

Prüfe zum Schluss einige aktuelle Artikel. Sind die Inhalte hochwertig und für deine Zielgruppe relevant? Dann könnte sich ein Pitch lohnen. Schließlich bringt dir auch ein hoher DR wenig, wenn die Publikation thematisch überhaupt nicht zu deiner Marke passt.

Moment mal – gibt es HARO überhaupt noch?

Ja, HARO ist offiziell zurück. 2024 benannte Cision die Plattform in Connectively um, stellte den Dienst aber Ende desselben Jahres ein. Im April 2025 übernahm Featured.com HARO und brachte ab dem 22. April die kostenlosen E-Mails mit Journalisten-Anfragen zurück.

Mit dem Neustart wollte Featured vor allem die Probleme angehen, die HARO zuvor zunehmend unattraktiv gemacht hatten: Spam, minderwertige KI-generierte Antworten und schwindendes Vertrauen zwischen Journalisten und Experten. Brett Farmiloe, Gründer und CEO von Featured.com, erklärt, was sich ändern sollte (aus dem Englischen übersetzt):

Anführungszeichen

Wir haben HARO übernommen und wiederbelebt, um die Plattform zu dem zurückzubringen, was sie einst so wertvoll gemacht hat. Jahrelang war HARO eine vertrauenswürdige Anlaufstelle für Journalisten und Experten. Genau diesen Wert wollten wir wiederherstellen. Die Reaktionen auf das Comeback waren überwältigend.

Gleichzeitig haben wir den Journalisten zugehört, die Bedenken hinsichtlich der sinkenden Qualität und des Vertrauens geäußert haben. Jede neue Funktion soll diese Probleme lösen, von einer besseren Überprüfung der Experten bis hin zu einer angenehmeren Nutzung für Journalisten. Unser Ziel ist einfach: HARO soll wieder die vertrauenswürdigste Plattform werden, auf der Journalisten glaubwürdige, hochwertige Quellen finden. Und bisher sind wir auf dem richtigen Weg.

Brett Farmiloe portrait

Brett Farmiloe, Founder & CEO, Featured.com

Dass HARO wieder einiges zu bieten hat, zeigt auch der Test unserer englischen Kollegin Despina Gavoyannis: Sie erhielt innerhalb von drei Wochen 690 Anfragen von Journalisten und Autoren. Laut Farmiloe kommt außerdem jede Minute ein Journalist mit einer verifizierten HARO-Quelle in Kontakt.

Für Unternehmen, die Journalisten mit echter Expertise weiterhelfen können, ist HARO damit wieder eine interessante Möglichkeit, Backlinks und Markenerwähnungen zu gewinnen.

Lohnt sich HARO für Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz?

Die kurze Antwort: Ja, aber es kommt darauf an, wen du erreichen möchtest. Help a Reporter Out (HARO) ist vor allem dann interessant, wenn du deine Marke auch international bekannter machen willst. Geht es dir dagegen hauptsächlich um Erwähnungen in deutschen, österreichischen oder Schweizer Medien, gibt es oft bessere Wege.

HARO ist englischsprachig und stark auf den US-Markt ausgerichtet. Du brauchst also nicht nur gute Englischkenntnisse, sondern auch Expertise, die für ein internationales Publikum interessant ist.

Das kann sich durchaus lohnen. Ein deutsches SaaS-Unternehmen könnte beispielsweise einem US-Tech-Magazin Einblicke in den europäischen Markt liefern. Ein österreichischer Tourismusexperte könnte Reisetipps für internationale Besucher beisteuern. Und eine Schweizer Finanzexpertin könnte Fragen zum europäischen Finanzmarkt beantworten.

Besonders spannend ist die Plattform also, wenn du:

  • internationale Kunden erreichen oder in neue Märkte expandieren möchtest
  • englischsprachige Backlinks von thematisch relevanten Websites aufbauen willst
  • Fachwissen, eigene Daten oder Erfahrungen mitbringst, die auch außerhalb des DACH-Raums interessant sind

So gewinnst du Erwähnungen in deutschsprachigen Medien

Wenn du vor allem in deutschsprachigen Medien auftauchen möchtest, ist Help a Reporter Out eher eine Ergänzung. Eine etablierte deutschsprachige Plattform mit vergleichbarer Reichweite lässt sich derzeit nicht zuverlässig bestätigen. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, passende Journalisten-Anfragen zu finden und deine Expertise ins Spiel zu bringen.

Dafür bieten sich beispielsweise diese Wege an:

  • LinkedIn: Folge Fachjournalisten und Redaktionen aus deiner Branche. Dort kannst du auf öffentliche Aufrufe nach Experten, Erfahrungen oder Interviewpartnern reagieren.
  • X (ehemals Twitter): Suche nach Hashtags wie #journorequest. Einige dieser Anfragen stammen allerdings aus dem englischsprachigen Raum.
  • Verbände und Kammern: Pflege dein Expertenprofil bei passenden Branchenverbänden, Berufsorganisationen oder Kammern, sofern sie entsprechende Verzeichnisse oder Ansprechpartner für Medien anbieten.
  • Direkter Kontakt: Recherchiere Journalisten, die regelmäßig über dein Fachgebiet schreiben, und biete ihnen konkrete Einblicke, Daten oder Einschätzungen an. Eine hilfreiche Expertenmeinung ist meist interessanter als die nächste allgemeine Pressemitteilung.

Gerade bei Nischenthemen kann sich der direkte Kontakt lohnen. Hast du beispielsweise eine Studie zum deutschen E-Commerce-Markt veröffentlicht, könnte ein Fachjournalist bei einem passenden deutschen Medium der bessere Ansprechpartner sein als eine breit gestreute HARO-Anfrage.

Randbemerkung


Schau nicht nur darauf, wie bekannt eine Publikation ist. Ein Backlink aus einem kleineren deutschen Fachmedium kann für deine Zielgruppe deutlich relevanter sein als eine Erwähnung auf einer großen US-Website, die kaum jemand aus deiner Branche liest.

HARO und deutschsprachige Pressearbeit schließen sich also nicht aus. Wenn du sowohl im DACH-Raum als auch international sichtbar werden möchtest, kannst du beide Ansätze gut kombinieren.

So hast du Erfolg mit HARO

Einfach auf möglichst viele Journalisten-Anfragen antworten und auf Backlinks hoffen? Ganz so leicht ist es leider nicht. Auch bei Help a Reporter Out kommt es darauf an, dass deine Antwort aus der Masse heraussticht und Journalisten tatsächlich weiterhilft.

Vor allem unser englisches Marketing-Team hat über die Jahre reichlich Erfahrungen mit HARO gesammelt. Zuletzt haben wir selbst Expertenanfragen über ähnliche Plattformen veröffentlicht, um passende Stimmen für unsere Artikel zu finden. Dabei zeigte sich schnell: Viele Antworten waren wenig hilfreich, gingen am Thema vorbei oder bestanden aus offensichtlichem KI-Spam.

Was also unterscheidet einen guten Pitch vom Rest? Diese acht Tipps helfen dir dabei.

1. Zeig, was du weißt, statt nur darüber zu reden

Journalisten brauchen keine Einführung in ein Thema, über das sie gerade selbst recherchieren. Sie suchen Informationen, die ihren Artikel besser machen.

Bei einer Anfrage unseres englischen Teams stufte unsere Kollegin Despina Gavoyannis 68 % der 47 eingegangenen Antworten als unbrauchbar ein. Dabei waren viele davon auf den ersten Blick gar nicht so schlecht:

  • 61,7 % passten thematisch zur Anfrage
  • 46,8 % kamen von Experten mit relevantem Fachwissen
  • 36 % enthielten Daten oder Statistiken, nach denen ausdrücklich gefragt worden war

Das Problem? Die Antworten lieferten trotzdem nichts, was sich sinnvoll im Artikel verwenden ließ. Manche gingen völlig am Thema vorbei:

Andere erklärten ausführlich Grundlagen, die Despina als SEO-Expertin längst kannte oder die sie in AI Overviews in 30 Sekunden selbst recherchieren könnte.

Mach es besser: Erkläre nicht einfach, was etwas ist. Zeig anhand konkreter Daten, Erfahrungen oder Beispiele, wie und warum etwas passiert.

2. Verzichte auf „Vertrau mir, ich weiß das“-Aussagen

„Das habe ich persönlich beobachtet“ oder „Aus meiner Erfahrung kann ich sagen …“ klingt zunächst nach echter Expertise. Ohne Belege bleibt davon allerdings wenig übrig. Das klingt stattdessen schnell so:

Journalisten nutzen Plattformen wie HARO, um verlässliche Quellen für ihre Recherchen zu finden. Deine Aussagen sollten sich deshalb möglichst einfach überprüfen lassen.

Ein Beispiel aus einer Anfrage unserer englischen Kollegin (aus dem Englischen übersetzt):

Anführungszeichen

„Ich habe selbst erlebt, wie KI ganze Branchen verändert, darunter auch die Suche.“

Das haben inzwischen ziemlich viele Menschen beobachtet. Warum sollte ein Journalist ausgerechnet diese Aussage zitieren?

Wenn du dich auf persönliche Erfahrungen berufst, mach sie konkret. Welche Veränderung hast du beobachtet? Was war daran ungewöhnlich? Und kannst du deine Einschätzung mit Zahlen oder Beispielen untermauern?

3. Teile deine Meinung nur, wenn danach gefragt wird

Bei derselben Anfrage enthielten über 80 % der 47 Antworten persönliche Meinungen, Anekdoten oder Vermutungen. Das wäre nicht grundsätzlich schlimm gewesen, wenn Despina nicht ausdrücklich nach belastbaren Daten gefragt hätte.

Die meisten dieser Antworten konnte sie deshalb direkt aussortieren. Schließlich helfen persönliche Einschätzungen wenig, wenn ein Artikel überprüfbare Zahlen und Quellen braucht.

Lies dir die Anfrage also genau durch. Sucht der Journalist eine Meinung, eine persönliche Erfahrung oder konkrete Daten? Liefere das, wonach gefragt wird, statt einfach deine üblichen Talking Points zu verschicken.

4. Mach Journalisten keine unnötige Arbeit

Eine oft unnütze Antwort wie „Spannendes Thema! Buche gerne einen Termin mit mir“ landet vermutlich ziemlich schnell im Papierkorb (und ist bestimmt auch nicht selten frustrierend).

Journalisten arbeiten oft unter Zeitdruck und haben keine Lust, erst mehrere Gespräche zu führen, um herauszufinden, ob du überhaupt helfen kannst.

Bevor sie sich die Zeit für einen Termin nehmen, wollen sie wissen, dass du:

  • eine glaubwürdige Quelle bist
  • die gesuchten Informationen tatsächlich liefern kannst
  • ihre Zeit nicht verschwendest

Schick deshalb direkt eine brauchbare Antwort mit. Falls danach noch Fragen offen sind, kannst du immer noch telefonieren.

Und wenn sich ein Journalist zurückmeldet, lohnt es sich, schnell zu reagieren. Sam Oh, VP of Marketing bei Ahrefs, hat damit gute Erfahrungen gemacht (aus dem Englischen übersetzt):

Anführungszeichen

Was mir beim Outreach über HARO geholfen hat, waren schnelle Antworten, nachweisbare Erfahrung und die Bereitschaft, Rückfragen zu beantworten. Letzteres hat überraschend viel gebracht.

Sam Oh portrait

Sam Oh, VP of Marketing, Ahrefs

5. Vermeide pauschale Behauptungen

Pauschalaussagen sind selten besonders hilfreich. Vor allem dann nicht, wenn sie sich kaum überprüfen lassen.

In den Antworten auf unsere Anfrage fanden sich beispielsweise Behauptungen wie (aus dem Englischen übersetzt):

Anführungszeichen

„Die meisten Menschen klicken nicht auf die Quellen einer KI-Antwort.“

„Die meisten Menschen gehen davon aus, dass Suchergebnisse bereits überprüft wurden.“

„Viele Nachrichten- und Content-Unternehmen werden pleitegehen.“

Das sind ziemlich weitreichende Aussagen. Ohne passende Daten bleiben sie aber vor allem eines: Behauptungen. Wenn du solche Einschätzungen in deinem Pitch verwendest, solltest du sie auch belegen können. Sonst lässt du sie besser weg.

6. Liefere Journalisten einen Satz, der hängen bleibt

Von den 47 Antworten auf Despinas Anfrage waren nur eine Handvoll wirklich gut. Sie stachen heraus, weil sie nicht einfach wiederholten, was alle anderen sagten. Stattdessen lieferten sie einen originellen Gedanken, mit dem ein Journalist im Artikel glänzen konnte.

Der Unterschied wird klar, wenn wir diese Einstiege vergleichen (aus dem Englischen übersetzt):

Anführungszeichen

„Suchtechnologien wie Googles SGE und KI-gestützte Chat-Antworten von Bing verändern die Nutzererfahrung in den Suchergebnissen grundlegend.“

„KI hat die Suche von Frage und Antwort zu Vorhersage und Zusammenfassung verändert.“

Die zweite Variante bleibt hängen. Sie ist kurz, macht neugierig und wirft eine Frage auf, die du am liebsten direkt beantwortet hättest.

Derselbe Pitch endete übrigens mit einem weiteren kleinen Volltreffer:

Anführungszeichen

„Die Suche ist nicht dümmer geworden. Sie ist nur schneller geworden als ihre eigene Qualitätskontrolle. Und das verändert die Spielregeln für alle, die sichtbar bleiben wollen.“

Ja, ja, schon klar. Das ist eine Meinung, nach der Despina gar nicht gefragt hatte. Aber sie rundete interessante Einblicke eines KI-Ingenieurs ab und blieb dadurch deutlich besser im Gedächtnis als die meisten anderen Antworten.

7. Gib Journalisten, was sie wollen

Kommt dir das bekannt vor? Sehr gut, das sollte es auch. Schließlich ist das die goldene Regel für gutes SEO. Lustigerweise gelten für Journalisten fast dieselben Regeln wie für Suchmaschinen-Nutzer:

  • Verstehe, wonach sie suchen
  • Liefere wirklich hilfreiche Informationen
  • Zeige deine Erfahrung, Expertise und Vertrauenswürdigkeit (E-E-A-T!)
  • Komm auf den Punkt. Niemand will einen Roman als E-Mail lesen
  • Streiche unnötiges Geschwafel und wilde Vermutungen
  • Belege deine Zahlen und überprüfe deine Quellen
  • Mach deine Antwort angenehm lesbar

Gerade der letzte Punkt kann darüber entscheiden, ob dein Pitch gelesen oder direkt aussortiert wird. Schau dir zum Beispiel diese Antwort mit rund 900 Wörtern an:

Stell dir vor, du müsstest dich morgens auf dem Weg zur Arbeit durch diese Textwand kämpfen. Auf dem Smartphone. Zwischen 30 anderen E-Mails. Und die Deadline sitzt dir schon im Nacken.

Klar, irgendwo dazwischen verstecken sich ein paar brauchbare Informationen. Aber die erst einmal zu finden, alle Quellen zu prüfen und den Rest auszusortieren? Viel Spaß.

Wenn ein Journalist nicht innerhalb weniger Sekunden erkennt, was an deiner Antwort hilfreich ist, landet sie schnell auf dem „Zu anstrengend“-Stapel.

Genauso wichtig ist es, die eigentliche Anfrage zu verstehen. Bei Despinas englischsprachiger Anfrage trafen gerade einmal 4 % der 47 Antworten wirklich ins Schwarze. Gesucht waren nämlich:

  • Beispiele, die sie nicht längst selbst online gefunden hatte
  • Statistiken oder Erfahrungen, die eine KI nicht einfach erfinden kann
  • Informationen, die ihr vorhandenes Fachwissen ergänzten
  • Neue Perspektiven, die neugierig machen
  • Links zu verlässlichen Quellen, damit sie sich aufs Schreiben konzentrieren konnte

Brett Farmiloe bringt es ziemlich gut auf den Punkt (aus dem Englischen übersetzt):

Anführungszeichen

Ich habe zehn Jahre lang eine SEO-Agentur geführt. Ich verstehe das: Du hast Kunden, für die du Ergebnisse liefern musst, Deadlines im Nacken und den Druck, Erfolge vorzuweisen. Aber bei HARO geht es nicht um dich. Es geht darum, Journalisten zu helfen. Und dafür musst du dich zuerst in ihre Lage versetzen.

Viele Journalisten arbeiten täglich an mehreren Geschichten und ihre Posteingänge quellen über. Was sie brauchen, ist ganz einfach: eine verifizierte, glaubwürdige Quelle. Keine Content-Ideen. Keine vermeintlich hilfreichen Ressourcenseiten. Keine Statistiken, nach denen sie gar nicht gefragt haben. Sondern jemanden, der qualifiziert ist und ihre Frage direkt beantworten kann.

Deshalb mein Tipp: Starte mit deinen Qualifikationen. Füge überprüfbare Links hinzu, etwa zu LinkedIn, deiner Unternehmenswebsite oder bisherigen Medienerwähnungen. Mach sofort deutlich, warum du oder dein Kontakt die richtige Quelle seid. Das schafft Vertrauen und erhöht deine Chancen auf eine Veröffentlichung.

Brett Farmiloe portrait

Brett Farmiloe, Founder & CEO, Featured.com

Und damit wären wir direkt beim nächsten Punkt.

8. Zeig, warum gerade du der richtige Experte bist

Ein oder zwei Sätze sollten reichen, damit ein Journalist versteht, warum er ausgerechnet dich zitieren sollte.

Arbeitest du für ein bekanntes Unternehmen, das zum Thema passt? Super, erwähne es. Hat dein Arbeitgeber dagegen absolut nichts mit der Anfrage zu tun, kannst du dir das Namedropping sparen.

Bei einer Antwort auf Despinas Anfrage sah der Einstieg beispielsweise so aus:

Es ist übrigens kein Drama, wenn dein Unternehmen nicht hundertprozentig zur Anfrage passt. Du musst nur schnell zeigen, was dich trotzdem qualifiziert. Das kann dein Jobtitel sein. Bei einer Anfrage zu geistigem Eigentum klingt „Anwalt für IP-Recht“ beispielsweise ziemlich überzeugend. „VP of Sales“? Eher nicht.

Oder du punktest mit jahrelanger Branchenerfahrung. Wenn du weder über deinen Jobtitel noch über deine Erfahrung oder dein Unternehmen erklären kannst, warum du die richtige Person bist, solltest du dir vielleicht eine andere Anfrage suchen.

Hier ist ein Pitch, der gut funktioniert hat, obwohl er zunächst ziemlich unpassend wirkte:

Der NGO-Hintergrund des Experten zeigt, dass hier jemand mit viel Erfahrung antwortete. Die drei anschließenden Stichpunkte machen außerdem neugierig: Der Experte brachte eine Perspektive mit, an die nicht jeder sofort selbst denken würde.

Und das Beste? Selbst wenn der Pitch teilweise mit KI formuliert wurde, steckten darin echte Expertise und interessante Gedanken. Genau darauf kommt es an.

Patrick Stox von Ahrefs kennt das aus eigener Erfahrung (aus dem Englischen übersetzt):

Anführungszeichen

Am erfolgreichsten war ich, wenn ich einen Kunden mit einem beeindruckenden Nischenhintergrund vertreten habe, der in seiner Branche bekannt war.

Als ich HARO selbst ausprobiert habe, war es ähnlich. Es hilft, wenn du einigermaßen bekannt bist, einen beeindruckenden beruflichen Hintergrund oder Jobtitel hast oder für ein bekanntes Unternehmen arbeitest. Manchmal ist es eben auch ein Beliebtheitswettbewerb.

Patrick Stox portrait

Patrick Stox, Product Advisor, Technical SEO und Brand Ambassador, Ahrefs

Du brauchst also keinen berühmten Arbeitgeber und auch keinen besonders schicken Jobtitel. Aber du solltest überzeugend erklären können, warum deine Expertise genau zu dieser Anfrage passt. Sonst hilft dir selbst der beste Pitch nicht weiter.

Die Anatomie eines guten HARO-Pitches

Nach acht Tipps ist es Zeit, das Ganze zusammenzubringen. Wie sieht also eine Antwort aus, bei der ein Journalist nicht schon nach dem zweiten Satz auf „Löschen“ klickt?

Ein guter Pitch enthält normalerweise diese fünf Dinge:

  1. Ein bis zwei Sätze zu deiner Expertise: Zeig direkt, warum du die richtige Person für die Anfrage bist
  2. Kurze, konkrete Antworten: Liefere genau die Informationen, nach denen gefragt wurde. Am besten so, dass sich die wichtigsten Punkte schnell überfliegen lassen
  3. Zitierfähige Aussagen: Bring deine interessantesten Gedanken auf den Punkt. Ein guter O-Ton kann mehr bewirken als drei Absätze voller Allgemeinplätze
  4. Eine kurze Bio und ein Porträtfoto: Ergänze relevante Qualifikationen und Informationen, mit denen Journalisten deine Expertise überprüfen können
  5. Deine Kontaktdaten: Mach es einfach, dich bei Rückfragen zu erreichen

So könnte dein Pitch aussehen

Angenommen, ein deutsches Wirtschaftsmagazin recherchiert, wie steigende Werbekosten kleinere Online-Shops treffen. Gesucht werden konkrete Zahlen und Erfahrungen aus dem deutschen E-Commerce.

Eine Antwort könnte dann so aussehen:

Betreff: Expertenantwort – Werbekosten im deutschen E-Commerce

Hallo [Name],

ich leite die Performance-Marketing-Abteilung einer E-Commerce-Agentur und betreue seit acht Jahren deutsche Online-Shops. Für deine Recherche habe ich die Werbedaten von zwölf unserer Kunden aus dem Mode- und Lifestylebereich ausgewertet.

Drei Ergebnisse aus unserer Auswertung (Januar bis September 2026):

- Die durchschnittlichen Kosten pro Neukunde über Google Ads stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 28,40 € auf 36,10 € – ein Plus von rund 27 %.

- Bei vier der zwölf Shops überstiegen die Kosten für die Gewinnung eines Neukunden zeitweise den Deckungsbeitrag der Erstbestellung.

- Shops mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil wiederkehrender Kunden konnten ihre Werbeausgaben stärker reduzieren, ohne dass der Gesamtumsatz im gleichen Verhältnis zurückging.

Meine Einschätzung dazu:

„Das eigentliche Problem kleiner Online-Shops sind nicht steigende Klickpreise. Es ist die Abhängigkeit davon, für jeden einzelnen Verkauf erneut Werbung bezahlen zu müssen.“

Die Zahlen stammen aus den anonymisierten Werbe- und Shopdaten unserer Kunden. Ich kann dir die Auswertungsmethode erläutern und die aggregierten Ergebnisse zur Prüfung zur Verfügung stellen.
Falls du Rückfragen hast, bin ich gerne erreichbar.

Viele Grüße
[Name]

[Position, Unternehmen]
[Website / LinkedIn]
[E-Mail / Telefonnummer]

Fiktives Beispiel mit frei erfundenen Zahlen. Es dient ausschließlich dazu, den Aufbau eines guten Pitches zu veranschaulichen.

Der Unterschied zum üblichen „Als Experte kann ich bestätigen, dass Werbung teurer wird“-Pitch? Hier bekommt der Journalist tatsächlich etwas Brauchbares. Die Antwort liefert eigene Daten, einen konkreten Zeitraum, eine nachvollziehbare Stichprobe und einen zitierfähigen Satz.

Die Quelle bietet außerdem an, die Auswertung offenzulegen. So kann der Journalist die Angaben überprüfen, ohne dass sensible Kundendaten veröffentlicht werden müssen.

Trotzdem musst du dich nicht sklavisch an diese Checkliste halten. Auch ein Pitch, der nicht alle Regeln erfüllt, kann überzeugen.

Entscheidend ist schließlich, ob deine Antwort dem Journalisten wirklich weiterhilft. Lieferst du genau die Information, die ihm noch fehlt, wird er dir vermutlich auch eine etwas holprige E-Mail verzeihen.

Die HARO-Formel für gute Pitches

Brett Farmiloe, Gründer und CEO von Featured.com, fasst die wichtigsten Prinzipien in einem passenden HARO-Akronym zusammen. Seine vier Grundsätze lassen sich so auf den Punkt bringen (aus dem Englischen übersetzt):

  • H – Helpful (hilfreich): Antworte nur, wenn du wirklich etwas beitragen kannst. Ein guter Pitch ist mehr wert als zehn mittelmäßige.
  • A – Authentic (authentisch): Setze auf echte Expertise, persönliche Erfahrungen und überprüfbare Informationen statt austauschbarer KI-Texte.
  • R – Relevant (relevant): Beantworte die konkrete Frage. Journalisten schreiben ihre Anforderungen schließlich nicht zum Spaß in die Anfrage.
  • O – On Time (pünktlich): Halte die Deadline ein und antworte möglichst früh. Der beste Pitch bringt wenig, wenn der Artikel längst fertig ist.

Die Formel stammt von Farmiloe; die Erläuterungen sind für diesen Artikel frei zusammengefasst.

Hilfreich. Authentisch. Relevant. Pünktlich. Klingt nicht nach Raketenwissenschaft, oder? Genau deshalb funktioniert es.

So bereitest du deine Pitches mit Ahrefs Brand Radar vor

Du hast einen passenden Journalisten gefunden und weißt, worüber er schreibt. Jetzt fehlt nur noch eine Antwort, die nicht klingt wie die 50 anderen Pitches in seinem Posteingang.

Du kannst Ahrefs Brand Radar nutzen, um vorab zu recherchieren, welche Inhalte eine Publikation bereits zu deinem Thema veröffentlicht hat. So findest du heraus, welche Expertenmeinungen und Informationen dort gefragt sind, und kannst deinen Pitch entsprechend anpassen.

Angenommen, du bist Marketingleiter in einem SaaS-Unternehmen und möchtest in einem deutschen Tech-Medium wie t3n erscheinen. Dann gehst du folgendermaßen vor:

  1. Öffne unter Websichtbarkeit den Bericht Webseiten
  2. Filtere nach der Publikation. Füge die Regel URL → Enthält → t3n.de hinzu
  3. Grenze die Ergebnisse thematisch ein. Ergänze mit UND die Regel Content → Enthält → Exakte Phrase → marketingleiter
  4. Untersuche die Treffer. Öffne passende Artikel und schau dir an, welche Experten zitiert werden. Welche Aussagen liefern einen echten Mehrwert?
  5. Passe deinen Pitch an. Überlege, welche eigenen Daten, Erfahrungen oder Perspektiven du beitragen kannst, die in den bisherigen Artikeln fehlen

In den Ergebnissen findest du beispielsweise einen t3n-Artikel zum Online-Marketing, in dessen Vorschau eine Aussage von Marketing-Expert:innen hervorgehoben wird. Solche Treffer können ein guter Ausgangspunkt sein, um die bisherigen Quellen und Perspektiven einer Redaktion besser kennenzulernen.

Du kannst auch nach einem bestimmten Thema filtern. So findest du unabhängig von einer konkreten Publikation weitere Artikel und Medien, die sich mit deinem Fachgebiet beschäftigen und für einen Pitch interessant sein könnten.

Es lohnt sich außerdem, frühere Artikel des jeweiligen Journalisten zu lesen. Achte darauf, welche Art von Zitaten er verwendet und welche Experten er zu Wort kommen lässt. So bekommst du ein besseres Gefühl dafür, was bei ihm ankommt.

Ein bisschen Recherche vor dem Pitch kann dir schließlich einiges an Zeit sparen. Und vielleicht auch dem Journalisten, der deine E-Mail bekommt.

Wenn du über HARO nicht genügend passende Anfragen findest, kannst du dein Glück auch auf anderen Plattformen versuchen.

11 HARO-Alternativen im Überblick

Help a Reporter Out ist nicht die einzige Möglichkeit, mit Journalisten in Kontakt zu kommen und Backlinks zu gewinnen. Aber welche Alternativen sind einen Versuch wert? Um das herauszufinden, hat das englischsprachige Ahrefs-Team 101 PR- und SEO-Profis befragt. Innerhalb einer Woche konnten die Teilnehmer jeweils bis zu drei Plattformen auswählen. Zusammengefasst sieht das Ergebnis so aus:

Randbemerkung


Die Umfrage ist nicht repräsentativ und bezieht sich nicht auf den deutschen Markt. Sie zeigt aber, welche HARO-Alternativen die Befragten besonders häufig genannt haben.

Zusätzlich hat Jolly SEO Daten aus mehreren Tausend Pitches mit dem Ahrefs-Team geteilt. Die Auswertung aus 2025 zeigt, welche Plattformen besonders häufig zu Veröffentlichungen führten, wie lange es bis zum Backlink dauerte und wie lang erfolgreiche Pitches im Durchschnitt waren. Die Zahlen stammen allerdings aus dem englischsprachigen Outreach und sind deshalb nicht direkt auf den deutschsprachigen Markt übertragbar.

Schauen wir uns die elf Alternativen genauer an.

Preisstand: Oktober 2026. Wo aktuelle Preise oder die Verfügbarkeit nicht eindeutig bestätigt werden konnten, ist das entsprechend gekennzeichnet.

1. MentionMatch (ehemals Help a B2B Writer)

Preis: Kostenloser Zugang für Experten; mögliche kostenpflichtige Tarife derzeit nicht öffentlich ausgewiesen.

Mit 22 % der Stimmen lag Help a B2B Writer in der damaligen Ahrefs-Umfrage vorne. Inzwischen heißt die Plattform MentionMatch, das Prinzip ist aber gleich geblieben: B2B-Autoren suchen Experten für ihre Artikel und passende Ansprechpartner erhalten die Anfragen per E-Mail.

Besonders interessant ist das für Unternehmen aus Bereichen wie SaaS, Marketing oder Vertrieb. Du kannst dich bereits als Experte registrieren. Da die Website allerdings noch einen bevorstehenden Launch ankündigt, ist unklar, wie aktiv der Dienst derzeit genutzt wird.

2. Featured

Preis: Kostenloser Tarif; Lite ab 29 USD/Monat bei jährlicher Zahlung oder 39 USD bei monatlicher Zahlung.

Mit 18 % der Stimmen landete Featured gemeinsam mit Qwoted auf dem zweiten Platz. Das Unternehmen betreibt auch HARO. Zusammen sollen die beiden Plattformen Journalisten und Experten dabei helfen, schneller zueinanderzufinden.

Brett Farmiloe beschreibt den Unterschied zwischen beiden Plattformen so (aus dem Englischen übersetzt):

Anführungszeichen

Während HARO als täglicher E-Mail-Newsletter funktioniert, ist Featured eine moderne Plattform, die das Pitchen einfacher machen soll.

HARO hilft Journalisten. Featured hilft Experten dabei, in Medien aufzutauchen. Zusammen sollen sie wieder mehr Glaubwürdigkeit, Tempo und Vertrauen in die Suche nach journalistischen Quellen bringen.

Brett Farmiloe portrait

Brett Farmiloe, Founder & CEO, Featured.com

3. Qwoted

Preis: Kostenloser Tarif mit zwei Pitches pro Monat; Pro ab 149 USD/Monat.

Qwoted ist eine weitere HARO-Alternative, über die in der PR- und SEO-Branche viel gesprochen wird. In der englischen Ahrefs-Umfrage landete die Plattform mit 18 % der Stimmen gemeinsam mit Featured auf dem zweiten Platz.

Qwoted bringt Journalisten mit passenden Experten zusammen und erleichtert ihnen die Zusammenarbeit an Artikeln und anderen Medienbeiträgen. Journalisten können gezielt nach Fachwissen suchen, während du dich mit deiner Expertise als Quelle anbieten kannst.

Im kostenlosen Tarif kannst du zwei Pitches pro Monat verschicken. Allerdings werden deine Antworten erst mit zwei Stunden Verzögerung zugestellt. Mit dem Pro-Tarif entfällt diese Wartezeit und du erhältst 35 Pitches pro Monat. Gerade bei knappen journalistischen Deadlines kann das einen Unterschied machen.

4. SourceBottle

Preis: Kostenloser Tarif; kostenpflichtige Pitch-Unterstützung ab 25 USD pro Pitch, unbegrenzter Tarif ab 65 USD/Monat.

SourceBottle verbindet Journalisten, Blogger und andere Medienschaffende mit Experten, die passende Informationen für ihre Artikel liefern können. In der englischen Ahrefs-Umfrage erhielt die Plattform 9 % der Stimmen.

Du kannst kostenlos ein Expertenprofil anlegen und dir passende Journalisten-Anfragen per E-Mail schicken lassen. Möchtest du deine Chancen zusätzlich erhöhen, kannst du den kostenpflichtigen Pitch-Service nutzen. Dabei sucht das SourceBottle-Team aktiv nach passenden Anfragen und schlägt dein Profil als Quelle vor.

SourceBottle ist besonders im australischen und neuseeländischen Medienumfeld bekannt. Wenn du dort Sichtbarkeit aufbauen möchtest, kann sich die Plattform besonders lohnen.

5. ProfNet

Preis: Kostenpflichtig; aktuelle Gebühren auf Anfrage.

ProfNet verbindet Journalisten mit Experten, die für Artikel, Interviews und andere Medienbeiträge als Quellen infrage kommen. In der englischen Ahrefs-Umfrage erreichte der Dienst 5 % der Stimmen.

Über die Plattform können Journalisten gezielt nach Fachwissen suchen. Gleichzeitig haben Experten die Möglichkeit, ihre Erfahrungen und Einschätzungen einzubringen und dadurch in Medien erwähnt zu werden.

ProfNet gehört zum Umfeld von PR Newswire und richtet sich vor allem an Unternehmen und PR-Profis, die regelmäßig mit Journalisten zusammenarbeiten. Aktuelle Preise werden nicht öffentlich ausgewiesen.

6. JustReachOut

Preis: Ab 147 USD/Monat; bei jährlicher Zahlung ab umgerechnet 98 USD/Monat.

JustReachOut ist eine Plattform für PR- und Influencer-Outreach. Sie hilft Unternehmen dabei, passende Journalisten und Influencer zu finden, individuell anzusprechen und langfristige Kontakte aufzubauen. In der englischen Ahrefs-Umfrage erhielt sie 3 % der Stimmen.

Anders als bei klassischen HARO-Diensten musst du nicht darauf warten, dass ein Journalist eine passende Anfrage veröffentlicht. Du kannst selbst recherchieren, welche Medien sich für dein Thema interessieren könnten, und ihnen gezielt einen Pitch schicken.

Dafür bietet JustReachOut unter anderem eine Journalistensuche, Werkzeuge zur Vorbereitung personalisierter Pitches und Funktionen zur Verwaltung deiner Kontakte.

Das kann auch für Unternehmen aus dem DACH-Raum interessant sein, die internationale Medien aktiv ansprechen möchten.

7. OnePitch

Preis: Eingeschränkter kostenloser Tarif; Startertarife ab 29 USD/Monat; All Access ab 50 USD/Monat. Der kostenpflichtige Tarif kann 14 Tage kostenlos getestet werden.

OnePitch macht es Unternehmen und PR-Profis leichter, ihre Themen bei passenden Journalisten unterzubringen. In der englischen Ahrefs-Umfrage erhielt die Plattform 3 % der Stimmen.

Du kannst einen Pitch vorbereiten und dir Journalisten vorschlagen lassen, die sich für das Thema interessieren könnten. Anschließend kannst du gezielt Kontakt aufnehmen, statt deine Geschichte wahllos an möglichst viele Redaktionen zu verschicken.

Die Plattform bietet dafür unter anderem Journalistenempfehlungen, individuelle Medienlisten sowie Funktionen zum Versenden und Nachverfolgen von E-Mails. OnePitch eignet sich damit besonders für aktive Pressearbeit, bei der du selbst mit einer Geschichte auf Journalisten zugehst.

8. PitchRate

Preis: Kostenlos.

PitchRate ist ein PR-Dienst, der Journalisten mit Experten zusammenbringen soll. Besonders interessant ist das für Fachleute, die ohne großes PR-Budget Medienkontakte aufbauen möchten. In der englischen Ahrefs-Umfrage erhielt PitchRate 1 % der Stimmen.

Journalisten können nach glaubwürdigen Quellen für ihre Artikel suchen. Experten haben wiederum die Möglichkeit, ihre Fachkenntnisse anzubieten und dadurch Medienerwähnungen oder Berichterstattung zu gewinnen.

9. ResponseSource

Preis: Kostenloser Test möglich; Journalist Enquiry Service ab 625 GBP pro Themenkategorie und Jahr.

ResponseSource verbindet Journalisten mit Experten und PR-Kontakten. In der englischen Ahrefs-Umfrage erhielt die Plattform 1 % der Stimmen. Über den Journalist Enquiry Service kannst du Anfragen aus 25 Themenkategorien erhalten und darauf antworten.

Der Dienst konzentriert sich auf britische Medien. Wenn du in Großbritannien sichtbar werden möchtest, kann sich ResponseSource lohnen. Für rein deutschsprachige Pressearbeit ist die Plattform weniger interessant.

10. Forbes Councils

Preis: Mitgliedschaft nach Bewerbung und Zulassung; aktuelle Gebühren auf Anfrage.

Forbes Councils ist eine Community für Führungskräfte und Unternehmer. Mitglieder können eigene Fachbeiträge auf Forbes.com veröffentlichen und sich so als Experten positionieren. In der Ahrefs-Umfrage erhielt das Angebot 1 % der Stimmen.

Anders als HARO eignet sich Forbes Councils eher für langfristiges Thought Leadership als für klassische Journalisten-Anfragen.

11. Source of Sources

Preis: Kostenlos.

Source of Sources stammt von Peter Shankman, dem ursprünglichen HARO-Gründer. Nachdem ihn laut einem Bericht von PR Daily über 2.000 Antworten mit dem Wunsch nach einem neuen HARO erreicht hatten, startete er den Dienst. In einem Interview mit BuzzStream erklärte er, dass die Plattform kostenlos bleiben soll.

Das Prinzip ist vertraut: Journalisten stellen Anfragen und Experten antworten mit passenden Einschätzungen oder Informationen. In der englischen Ahrefs-Umfrage erhielt Source of Sources 1 % der Stimmen.

Häufig gestellte Fragen zu Help a Reporter Out (HARO)

Gibt es HARO noch?

Ja. Nach der Einstellung von Connectively Ende 2024 sah es zunächst so aus, als wäre HARO Geschichte. Im April 2025 übernahm Featured.com die Marke HARO und startete den Dienst neu. Seitdem können Journalisten und Experten wieder über Help a Reporter Out zusammenfinden.

Ist HARO kostenlos?

Ja, HARO ist sowohl für Journalisten als auch für Experten kostenlos. Nach der Anmeldung erhältst du bis zu drei E-Mails pro Werktag mit aktuellen Journalisten-Anfragen. Findest du eine passende Anfrage, kannst du direkt darauf antworten.

Gibt es HARO auch für deutschsprachige Medien?

HARO richtet sich vor allem an englischsprachige Medien, kann sich aber für internationale Sichtbarkeit und Backlinks lohnen. Für eine reine Pressearbeit im DACH-Raum sind die direkte Ansprache von Fachjournalisten, Expertenaufrufe auf LinkedIn und Kontakte über Branchenverbände oft sinnvoller. Weitere Möglichkeiten findest du in unserem Guide zum Backlinks aufbauen.

Fazit

HARO-Linkbuilding ist kein Selbstläufer. Du konkurrierst mit zahlreichen anderen Experten um die Aufmerksamkeit von Journalisten. Und selbst ein richtig guter Pitch garantiert dir weder eine Veröffentlichung noch einen Backlink.

Trotzdem kann sich der Aufwand lohnen. Vor allem dann, wenn du echte Expertise, eigene Daten oder ungewöhnliche Einblicke mitbringst. Damit hilfst du Journalisten bei ihrer Arbeit und hast gleichzeitig die Chance, deine Marke in relevanten Medien sichtbar zu machen.

Für Unternehmen aus dem DACH-Raum ist Help a Reporter Out besonders interessant, wenn sie auch ein internationales Publikum erreichen möchten. Wer dagegen hauptsächlich in deutschsprachigen Medien erscheinen will, sollte zusätzlich auf direkte Journalistenkontakte und gezielte Pressearbeit setzen.

Am Ende zählt nicht, wie viele Pitches du verschickst, sondern wie viel Mehrwert darin steckt. Beantworte die Frage, liefere etwas Interessantes und mach es Journalisten so einfach wie möglich, dich zu zitieren.

Porträt von Despina Gavoyannis
Verfasst vonDespina Gavoyannis

Despina Gavoyannis ist Senior SEO Specialist bei Ahrefs, einer führenden Marketingplattform für Suche, KI und mehr.

Sie arbeitet seit über 10 Jahren im SEO. Ihr Schwerpunkt sind umsatzorientierte Strategien. Dabei arbeitet sie eng mit anderen Teams zusammen, etwa mit UX-Designer:innen, Entwickler:innen und Marketer:innen.

Bevor sie zu Ahrefs kam, war Despina als SEO-Beraterin tätig. Sie hat Inhouse- und Agenturteams strategisch beraten und geschult. Für die Marken, mit denen sie zusammengearbeitet hat, hat ihre Arbeit mehr als 125 Millionen US-Dollar zusätzlichen organischen Umsatz pro Jahr eingebracht.

Despina hat ein Buch und zwei SEO-Kurse geschrieben. Erwähnt wurde sie unter anderem in Search Engine Journal, Wix, Crazy Egg und Learning SEO.