
Nach Autor Monika Butterweck
Marketing Manager DACH bei Ahrefs
E-E-A-T ist Googles Raster für die Frage, welchen Websites Nutzer trauen können. Die vier Buchstaben stehen für Experience, Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness. Auf Deutsch: Erfahrung, Fachwissen, Autorität und Vertrauenswürdigkeit. In der Suche liest du oft auch die Schreibweise EEAT.
Ein Beispiel zeigt, worum es geht. Angenommen, du suchst einen Rat zu einer Krankheit. Am ehesten glaubst du jemandem, der die Krankheit selbst durchgemacht hat (Erfahrung), medizinisch ausgebildet ist (Fachwissen), von anderen Ärzten empfohlen wird (Autorität) und in einer seriösen Praxis arbeitet (Vertrauen). Nach demselben Muster schaut Google auf Websites.
In diesem Guide erfährst du, was hinter jedem Buchstaben steckt und warum Google das Konzept so ernst nimmt. Danach zeigen wir dir, wie du die vier Eigenschaften auf deiner Website sichtbar machst.
E-E-A-T ist ein Konzept, mit dem Google die Qualität von Inhalten beschreibt. Es stammt aus den Search Quality Rater Guidelines. Das ist ein Handbuch für Menschen, die im Auftrag von Google Suchergebnisse bewerten. Die aktuelle Fassung stammt vom 11. September 2025. Was in den Richtlinien steht, erklären wir ausführlich in unserem Guide zu den Qualitätsbewertungsrichtlinien.
Die Bewertungen der Rater verschieben keine einzelne Seite im Ranking. Google schreibt dazu: „Ihre Ergebnisse fließen nicht direkt in unsere Ranking-Algorithmen ein.“ (Google Search Central) Google nutzt die Bewertungen, um zu prüfen, ob Änderungen an der Suche bessere Ergebnisse liefern. Unterlagen aus dem US-Kartellverfahren zeigen außerdem, dass Rater-Bewertungen in die Entwicklung von Ranking-Signalen einfließen (US-Justizministerium, Gesprächsprotokoll vom 18. Februar 2025).
Lange hieß das Konzept E-A-T. Am 15. Dezember 2022 hat Google ein zweites E für „Experience“ ergänzt (Google Search Central). Seitdem zählt auch, ob jemand aus erster Hand berichtet. Hat die Person das Produkt selbst benutzt oder den Ort selbst besucht? Austauschbare Texte, die nur wiedergeben, was anderswo schon steht, haben es damit schwerer.
Der Kern von E-E-A-T zeigt sich am deutlichsten bei Themen, bei denen Falschinformationen Schaden anrichten. Such in Deutschland nach „paracetamol autismus“. Bei unserem Test am 14. Oktober 2026 standen auf der ersten Seite nur Fachgesellschaften, Fachmedien, Verbände und die Tagesschau. Seiten mit privaten Meinungen fanden sich dort keine.
Der Hintergrund: Im September 2025 behauptete die US-Regierung einen Zusammenhang zwischen Paracetamol in der Schwangerschaft und Autismus. Die Europäische Arzneimittel-Agentur stellte am 23. September 2025 klar, dass es keine neuen Belege gibt, die eine Änderung ihrer Empfehlungen erfordern (EMA). Einen Tag später verwies der Berufsverband der Frauenärzte auf Embryotox. Dort gilt Paracetamol in der Schwangerschaft weiter als Schmerz- und Fiebermittel der Wahl. Das BfArM sah keinen Grund, seine Empfehlung zu ändern.
Google sucht nach Signalen für Erfahrung, Fachwissen, Autorität und Vertrauenswürdigkeit. Inhalte, die diese Signale zeigen, will Google bevorzugen. Ein direkter Rankingfaktor ist E-E-A-T nicht (mehr dazu weiter unten). Das Konzept prägt die Arbeit der Rater und damit die Frage, welche Ergebnisse Google für gut hält.
Wie stark das wirken kann, zeigte das Core Update vom August 2018. Viele Gesundheits- und Ratgeberseiten verloren damals einen großen Teil ihres Traffics. In der SEO-Branche bekam das Update deshalb den Spitznamen „Medic Update“ (siehe unseren Verlauf der Google-Algorithmus-Updates). Den Namen hat Google nie verwendet. Google sprach von einem breiten Core Update.
Viele SEOs erklären die Verluste mit fehlendem E-A-T. Einen direkten Zusammenhang hat Google nie bestätigt. In seinen Tipps zu Core Updates verweist Google aber selbst auf die Rater-Richtlinien und E-A-T, wenn es erklärt, was gute Inhalte ausmacht.
Klar ist trotzdem: Google nimmt E-E-A-T ernst. Baust du E-E-A-T in deine Inhalte ein, richtest du sie an dem aus, was Google selbst als gute Inhalte beschreibt. Das gilt vor allem bei Gesundheit und Geld, wo Leser besonders genau hinschauen.
Schauen wir uns an, was Google mit jedem Buchstaben meint.
Bei Experience geht es um die Frage, ob die Person hinter dem Inhalt das Thema aus erster Hand kennt.
So zeigst du Erfahrung:
Erfahrung aus erster Hand macht eine Quelle glaubwürdiger. Ein Beispiel ist Thomas Sanladerer, ein deutscher YouTuber, der seit Jahren über 3D-Drucker spricht. Glaubwürdig ist er, weil er die Geräte selbst testet und zeigt, wie er das tut. Angelesenes Wissen kann das nicht ersetzen.
Du kannst deinen Inhalt auch mit einem kurzen Hinweis eröffnen, wie er entstanden ist. Die Stiftung Warentest macht das in ihren Tests mit dem Abschnitt „So haben wir getestet“. Im Test der Heißluftfritteusen steht dort, dass die Tester alle 42 Geräte anonym im Handel gekauft haben, ohne Pressemuster und ohne Prototypen. Leser sehen so, wie das Urteil zustande kam.
Randbemerkung
Tipp: Die Erfahrung muss beim Autor eines Inhalts liegen. Fehlt dir selbst die Erfahrung mit einem Thema, lade Gastautoren ein, die sie haben.
Expertise meint das Können und das tiefe Wissen einer Person in ihrem Fachgebiet.
So zeigst du Expertise:
Wichtig ist der Unterschied zwischen zwei Arten von Themen:
Ein gutes Beispiel für sichtbare Expertise ist gesundheitsinformation.de, das Gesundheitsportal des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Unter dem Artikel zur Gehirnerschütterung stehen die Quellen, das Datum der letzten Aktualisierung und das Jahr der nächsten geplanten Überarbeitung. Ein Link „So arbeiten wir“ führt zu der Seite, auf der das Institut seine Standards erklärt.
Erfahrung und Expertise hängen zusammen. Expertise ist Wissen und Können, und um sie aufzubauen, brauchst du Erfahrung. Erfahrung allein macht aber noch niemanden zum Experten.
Oft reicht Erfahrung aus. Die Rater-Richtlinien halten fest, dass viele Seiten vertrauenswürdig sind und ihren Zweck gut erfüllen, wenn Menschen mit viel persönlicher Erfahrung sie schreiben. Für Tipps zur Zimmerpflanze ist die Alltagsexpertise einer erfahrenen Hobbygärtnerin wertvoll. Selbst bei YMYL-Themen können Erfahrungsberichte ein hohes E-E-A-T haben, solange sie vertrauenswürdig sind und dem Konsens der Fachleute nicht widersprechen. Bei medizinischen Ratschlägen führt an formaler Expertise aber kein Weg vorbei.
Google zeigt die Unterscheidung in den Rater-Richtlinien an einer Tabelle (Abschnitt 3.4.1 „YMYL Topics: Experience or Expertise?“, Seite 28):
Autorität bedeutet, dass andere dich als verlässliche Anlaufstelle in deinem Fachgebiet anerkennen.
Sie gilt immer für ein bestimmtes Fachgebiet. Tesla etwa ist eine Autorität für Elektroautos.
Dein Ziel sind mehr hochwertige Backlinks und Erwähnungen auf angesehenen Websites. Ideen, wie du dahin kommst:
Ein Beispiel in eigener Sache: Auf die deutsche Frage „Was ist Eat SEO?“ nannte ChatGPT unseren englischen Artikel zu E-E-A-T als eine von vier Quellen (laut Ahrefs Brand Radar, Stand: 26. September 2026).
Ein Beispiel aus dem Finanzbereich ist Finanzfluss. Im Pressebereich listet das Team seine Auftritte und Erwähnungen nach Jahren auf, etwa in der Tagesschau, der WirtschaftsWoche und bei Capital. Dazu kommen eigene Kolumnen bei Zeit Online, Business Insider und t3n. Vergleich das mit einem neuen Finanzblog, von dem noch niemand gehört hat. Wem würdest du eher glauben?
Vertrauenswürdigkeit beschreibt, wie genau, ehrlich, sicher und verlässlich eine Website und ihre Inhalte sind.
So baust du Vertrauen auf:
Trust ist die wichtigste der vier Säulen. In den Rater-Richtlinien steht, dass eine nicht vertrauenswürdige Seite ein niedriges E-E-A-T hat, egal wie erfahren, fachkundig oder angesehen sie wirkt. Google schreibt es in der deutschen Doku knapp: „Von diesen Aspekten ist Vertrauenswürdigkeit am wichtigsten.“ (Google Search Central)
Die anderen drei Säulen stützen das Vertrauen. Wer seine Aussagen mit seriösen Quellen oder eigenen Daten belegt, zeigt Fachwissen. Dieses Fachwissen schafft mit der Zeit Vertrauen.
YMYL steht für „Your Money or Your Life“. Gemeint sind Themen, bei denen falsche Informationen echten Schaden anrichten können. Das betrifft die Gesundheit, die finanzielle Sicherheit oder die Sicherheit von Menschen und das Wohl der Gesellschaft. Für solche Themen gelten strengere Maßstäbe. Fehlt einer Website bei diesen Themen E-E-A-T, hat sie es in der Suche schwer.
Die Rater-Richtlinien unterscheiden vier Bereiche (Abschnitt 2.3):
Bei diesen Themen gewichtet Google Inhalte mit hohem E-E-A-T noch einmal stärker. Die deutsche Doku nennt dafür Gesundheit, finanzielle Stabilität, die Sicherheit von Menschen und das Wohlergehen der Gesellschaft (Google Search Central).
Leser und Google wollen hier wissen, wer hinter einem Inhalt steht, woher die Informationen kommen und ob die Website offenlegt, wer sie betreibt. Ratschläge zu Gesundheit oder Geld sollten deshalb von Fachleuten stammen oder zumindest von ihnen geprüft sein.
Im deutschsprachigen Raum zeigt Finanztip, wie das bei Finanzthemen aussieht. Der Tagesgeld-Vergleich nennt den zuständigen Experten mit Namen und das Datum des letzten Stands. Unter „So haben wir gerechnet“ erklärt Finanztip die Methode hinter den Empfehlungen.
E-E-A-T stammt aus den Richtlinien für Rater. Seit 2024 hat Google mehrere Systeme und Regeln umgebaut, die an denselben Fragen ansetzen: Hilft ein Inhalt den Menschen, und wer steht dahinter?
Im März 2024 hat Google sein Helpful Content System weiterentwickelt. Es „wurde Teil unserer zentralen Ranking-Systeme“, schreibt Google (Google Search Central). Das System soll hilfreiche Inhalte erkennen, die Menschen weiterbringen.
Viele SEOs sehen darin die technische Umsetzung von E-E-A-T. Google selbst setzt die beiden Konzepte nicht gleich. Gemeinsam ist ihnen das Ziel: hilfreiche Inhalte.
Gleichzeitig hat Google am 5. März 2024 neue Spamrichtlinien angekündigt (Google Search Central). Zwei davon betreffen E-E-A-T direkt:
Für Leser im deutschsprachigen Raum gibt es hier eine Besonderheit. Die EU-Kommission hat im November 2025 ein Verfahren nach dem Digital Markets Act eröffnet, das sich gezielt mit der Regel zum Websiteruf befasst (EU-Kommission). Nach Gesprächen mit der Kommission hat Google seine Durchsetzung angepasst.
Seit dem 30. August 2026 gilt: Verhängt Google eine manuelle Maßnahme wegen Missbrauchs des Websiterufs, gelten ihre Auswirkungen für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum nicht mehr. Google kann den betroffenen Bereich stattdessen in seinen Systemen von der übrigen Website trennen. Er rankt dann mit der Zeit unabhängig vom Ruf der Hauptseite (Google Search Central). Die Spamregel selbst gilt weiter.
Googles Ranking-Systeme arbeiten vor allem auf Seitenebene. Daneben nutzt Google laut eigener Doku aber „websiteweite Signale und Klassifikatoren“ (Google Search Central). Viele schwache Seiten können also das Bild deiner ganzen Website trüben. Deshalb lohnt es sich, schwache Inhalte regelmäßig zu prüfen. Veraltete oder dünne Seiten überarbeitest du oder nimmst sie aus dem Index. Wie das geht, zeigen wir in unserem Guide zum Content-Audit. Ohne den Ballast haben deine guten Seiten mehr Chancen.
Nicht direkt. Google beantwortet die Frage in der eigenen Doku: „Zwar ist E-E-A-T selbst kein spezifischer Ranking-Faktor, aber ein Faktorenmix, anhand dessen sich Inhalte mit einem hohen Grad von E-E-A-T erkennen lassen, ist hilfreich.“ (Google Search Central)
Danny Sullivan, damals Googles Search Liaison, hat das schon 2019 so erklärt:
„Ist E-A-T ein Rankingfaktor? Nicht, wenn du damit etwas Technisches meinst, das wir direkt messen können wie die Ladegeschwindigkeit. Wir nutzen eine Vielzahl von Signalen als Stellvertreter, um zu erkennen, ob Inhalte zu E-A-T passen, so wie Menschen es beurteilen würden. In diesem Sinne ist es ein Rankingfaktor.“
Danny Sullivan, damals Search Liaison bei Google Beitrag auf X vom 11. Oktober 2019
Google sucht also nach messbaren Signalen, die zu dem passen, was Menschen als Erfahrung, Fachwissen, Autorität und Vertrauen erkennen würden. E-E-A-T wirkt indirekt über diese Signale auf das Ranking. Welche Signale das genau sind, verrät Google nicht.
Nein. Google vergibt keinen E-E-A-T-Score, so wie es früher keinen E-A-T-Score gab. Gary Illyes von Google hat das 2019 auf der Konferenz Pubcon so erklärt, wie ein Teilnehmer berichtet:
„E-A-T und YMYL sind Konzepte, die für die Quality Rater eingeführt wurden, um Algorithmus-Konzepte zu vereinfachen. Es sind keine ‚Scores‘, die Google intern nutzt. […] Es gibt keinen E-A-T-Algorithmus.“
Gary Illyes, Google, wiedergegeben von Grant Simmons Beitrag auf X vom 10. Oktober 2019
Einen Hinweis darauf, wie Google Qualität intern misst, liefern Unterlagen aus dem US-Kartellverfahren gegen Google. Ein Google-Ingenieur beschreibt dort einen Qualitätswert namens Q*. Laut Protokoll steht er für Seitenqualität im Sinne von Vertrauenswürdigkeit. Er hängt vor allem an der Website und kaum an der einzelnen Suchanfrage (US-Justizministerium, Gesprächsprotokoll vom 18. Februar 2025). Ob Q* dem entspricht, was die Rater-Richtlinien E-E-A-T nennen, ist nicht belegt. Der Wert zeigt aber, dass Google die Vertrauenswürdigkeit einer Website intern als eigene Größe berechnet.
Stärken kannst du die vier Eigenschaften trotzdem gezielt. Eine Checkliste dafür findest du am Ende des Artikels.
Einen offiziellen Wert gibt es nicht. Zwei Kennzahlen eignen sich aber als Annäherung: Backlinks und Erwähnungen.
Marie Haynes hat 2018 von einem Gespräch mit Gary Illyes berichtet:
„Ich habe Gary nach E-A-T gefragt. Er sagte, es basiere größtenteils auf Links und Erwähnungen auf maßgeblichen Websites. Wenn dich zum Beispiel die Washington Post erwähnt, ist das gut. Er empfahl, die Abschnitte zu E-A-T in den Rater-Richtlinien zu lesen.“
Marie Haynes, SEO-Beraterin Beitrag auf X vom 21. Februar 2018
Mit den „Links“ meint Illyes Backlinks, also Links von anderen Websites auf deine. Je mehr Links du von verschiedenen, angesehenen Websites zu passenden Themen bekommst, desto besser. Wie du solche Links gewinnst, zeigt unser Guide zum Backlink-Aufbau.
Links von angesehenen Domains siehst du im Site Explorer von Ahrefs. Öffne den Bericht „Backlinks“ und stell den Filter „Beste Links“ auf „Nur die besten Links“. Die Backlinks deiner eigenen, verifizierten Website siehst du kostenlos mit Ahrefs Free.
Du willst wissen, zu welchen Themen andere über dich schreiben? Wähl im Backlinks-Bericht neben dem Suchfeld „Anker mit umgebendem Text“, gib dein Thema ein und klick auf „Ergebnisse anzeigen“.
Denk daran, dass das nur Annäherungen sind. Sie zeigen dir, wie vertrauenswürdig deine Website nach außen wirkt.
Laut Illyes zählen auch Erwähnungen. Wie viele Websites deine Marke nennen, findest du mit einer einfachen Google-Suche heraus: "deine marke" -site:deinedomain.de. Klick dann auf „Tools“ und grenze den Zeitraum ein. Wiederholst du das jeden Monat, siehst du, ob die Erwähnungen zunehmen.
Für mehr Überblick hilft Ahrefs Brand Radar. Damit verfolgst du Erwähnungen deiner Marke im Web und in KI-Antworten. Mit einem Filter auf das Domain Rating (DR) konzentrierst du dich auf Erwähnungen von angesehenen Websites:
Google bleibt bei seiner Linie: Es belohnt gute Inhalte, egal wie sie entstehen. „Unser Fokus liegt auf der Qualität von Inhalten und nicht darauf, wie sie produziert werden“, schreibt Google im Leitfaden zu KI-generierten Inhalten.
Unsere Daten passen dazu. Für eine Studie vom Juli 2026 haben wir insgesamt rund 331.000 Seiten untersucht (Ahrefs). Ein Teil davon waren rund 150.000 Seiten aus den Top 10 von 100.000 Suchergebnissen. Von den Seiten auf Position 1 bis 3 waren 5,3 % komplett KI-generiert. 9 % bestanden zu mindestens 80 % aus KI-Text. Den Großteil der Top 3 stellen aber Seiten mit wenig KI-Anteil: Seiten mit weniger als 50 % KI-Text kommen auf 82,2 %.
Einen Freibrief gibt Google trotzdem nicht. Im Oktober 2026 hat Google seinen Leitfaden zu KI-Inhalten überarbeitet und dafür Material aus den Rater-Richtlinien übernommen. KI-Texte sollen vor der Veröffentlichung von Hand auf Fakten geprüft werden, ausdrücklich auch Titel, Meta-Beschreibung, strukturierte Daten und Alt-Texte. Im Mittelpunkt stehen weiter Richtigkeit, Qualität und Relevanz. Google empfiehlt außerdem, anzugeben, wie automatisch erzeugte Inhalte entstanden sind. Wer massenhaft KI-Seiten nur für Rankings produziert, fällt unter die Spamregel zu Masseninhalten.
Schreibst du mit KI, muss der Inhalt also genauso E-E-A-T zeigen. Unser Rat:
Sehr wahrscheinlich ja. AI Overviews heißen in der deutschen Google-Suche „Übersicht mit KI“, der AI Mode heißt „KI-Modus“. Beide gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz, den KI-Modus seit dem 8. Oktober 2025 (Google). Die Funktionen bauen auf der Google-Suche auf.
Google beschreibt das inzwischen genauer. Für KI-Antworten ruft Google passende Seiten mit seinen „zentralen Suchranking-Systemen“ ab und baut daraus die Antwort. Dafür empfiehlt Google ausdrücklich „einzigartige Experten- oder Erfahrungsberichte, die über das übliche Wissen und die Norm hinausgehen“ (Google Search Central). Das ist E-E-A-T in anderen Worten. Zusätzliche technische Anforderungen gibt es nicht. Eine Seite muss indexiert und für ein normales Snippet geeignet sein (Google Search Central).
Eins hat sich allerdings verschoben. Im Juli 2025 lagen noch 76 % der in AI Overviews zitierten Seiten in den Top 10 der normalen Suche. Bis März 2026 sank der Anteil auf 38 % (Ahrefs). Knapp ein Drittel der zitierten Seiten rankt für die Suchanfrage gar nicht in den Top 100. Ahrefs erklärt das mit dem sogenannten Query Fan-out: Google zerlegt die Frage in verwandte Teilfragen und sucht für jede eigene Quellen. Laut Ahrefs laufen AI Overviews seit Januar 2026 auf Gemini 3, was den Effekt verstärkt haben könnte. Ahrefs hat zwischen den beiden Studien außerdem seine Messmethode verbessert.
Neben dem Ranking spielt die Bekanntheit deiner Marke eine Rolle. Für eine Studie vom Dezember 2025 haben wir 75.000 Marken untersucht (Ahrefs). Am stärksten hing die Zahl der Nennungen in ChatGPT, AI Mode und AI Overviews mit Erwähnungen auf YouTube zusammen (Korrelation rund 0,737). Danach folgen Erwähnungen der Marke im Web mit 0,66 bis 0,71. Marken, über die oft gesprochen wird, tauchen also häufiger in KI-Antworten auf. Ursache und Wirkung belegt die Studie nicht. Mehr zu den Mechanismen dahinter liest du in unserem Guide zu Google AI Overviews.
In seinem Leitfaden für die KI-Suche warnt Google ausdrücklich vor „AEO-/GEO-Hacks“. Künstlich erzeugte Erwähnungen im Web helfen laut Google weniger, als sie scheinen.
Nicht direkt. E-E-A-T ist ein Konzept von Google. KI-Assistenten wie ChatGPT, Claude oder Perplexity „nutzen“ es nicht. Eine Ausnahme könnte Gemini sein, weil es von Google kommt.
Trotzdem haben KI-Assistenten eigene Wege, Vertrauen zu bewerten:
Wen ChatGPT bevorzugt, zeigen unsere Daten für Deutschland. Im September 2026 war de.wikipedia.org die meistzitierte Domain in ChatGPT: 18,56 % der Zitationen unter den 50 meistzitierten Domains gingen dorthin. Direkt dahinter folgten ADAC und Duden (Ahrefs). An der Spitze stehen also Quellen mit einem über Jahre aufgebauten Ruf.
Die Inhalte, die KI-Assistenten zitieren, passen deshalb oft zu den Prinzipien von E-E-A-T. Sie haben entweder schon die Qualitätsfilter einer Suchmaschine durchlaufen oder die Vertrauensprüfung des Modells.
Die folgende Tabelle trennt einmalige Aufgaben von laufender Arbeit. Darunter erklären wir die Punkte mit Bezug zu Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Einmalige Aufgaben | Laufende Aufgaben |
|---|---|
Verlinke alle wichtigen Rechtsseiten (Impressum, Datenschutz, AGB, Widerruf) im Footer. | Aktualisiere wichtige YMYL-Seiten alle paar Monate. Plane die Termine in einem Redaktionskalender. |
Gib klare Unternehmensangaben an (Anschrift, Telefon, E-Mail), damit Leser dich erkennen und erreichen. Anschrift und E-Mail sind in Deutschland und Österreich im Impressum Pflicht. | Prüf regelmäßig dünne oder veraltete Seiten. Verbessere sie oder entferne sie (siehe unseren Guide zum Content-Audit). |
Sichere deine ganze Website mit SSL ab (HTTPS). | Ergänze Belege aus erster Hand: eigene Erfahrungen, Fallstudien oder eigene Studien. |
Kennzeichne Affiliate-Links und gesponserte Inhalte. In Deutschland und Österreich ist das bei Werbung gesetzlich vorgeschrieben. | Belege Aussagen mit seriösen Quellen, Expertenzitaten oder eigenen Daten. |
Nutze strukturierte Daten (Schema-Markup) auf wichtigen Seiten, damit Suchmaschinen deine Inhalte besser verstehen. | Sammle Erwähnungen in angesehenen Medien und bei Partnern und zeig sie. |
Veröffentliche eine Seite zu deinen redaktionellen Standards. Erklär dort, wie du Fakten prüfst und Fehler korrigierst. | Bau hochwertige Backlinks über PR, eigene Studien, Gastbeiträge und Zitate in Medien auf. |
Lass wichtige YMYL-Seiten von Fachleuten prüfen und nenn sie auf der Seite. | Vermeide aufdringliche Werbung und prüf die Platzierung deiner Anzeigen regelmäßig. |
Verlinke Autorenprofile auf LinkedIn oder andere berufliche Profile. | Erweitere deine Themencluster und verlinke sie untereinander, um deine Autorität auszubauen. |
Zeig Auszeichnungen, Zertifikate oder Medienerwähnungen in einem Bereich wie „Bekannt aus“. | Tritt in Podcasts, Webinaren oder Interviews auf. |
Verzichte auf Pop-ups, die Inhalte verdecken, auf Videos, die mit Ton starten, und auf irreführende Anzeigen. Kennzeichne Werbung klar. | Zeig Erfolge, Auszeichnungen, Presseberichte und Bewertungen. |
Ein Teil der Checkliste ist in Deutschland und Österreich gesetzlich vorgeschrieben. Das Impressum enthält genau die Angaben, nach denen die Rater suchen: wer hinter einer Website steht und wie du die Person erreichst. Dass es selbst das Ranking beeinflusst, hat Google nie bestätigt.
Deutschland. Seit dem 14. Mai 2024 regelt § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes (DDG) das Impressum, nicht mehr § 5 TMG (Gesetze im Internet). Geschäftsmäßige Websites nennen unter anderem Name und Anschrift, bei Unternehmen Rechtsform und Vertretungsberechtigte, eine E-Mail-Adresse und, falls vorhanden, Registernummer und Umsatzsteuer-ID. Wer journalistisch-redaktionelle Inhalte veröffentlicht, nennt zusätzlich einen inhaltlich Verantwortlichen nach § 18 Abs. 2 Medienstaatsvertrag.
Österreich. Hier verlangt § 5 E-Commerce-Gesetz ähnliche Angaben, etwa Name oder Firma, Anschrift, E-Mail-Adresse und, falls vorhanden, Firmenbuchnummer und UID (RIS). Dazu kommt die Offenlegung nach § 25 Mediengesetz. Sie fällt kürzer aus, wenn eine Website nur das eigene Unternehmen oder die eigene Person vorstellt.
Schweiz. Eine allgemeine Impressumspflicht wie in Deutschland gibt es nicht. Wer online Waren oder Dienstleistungen anbietet, muss laut Art. 3 Abs. 1 lit. s UWG aber klare Angaben zu seiner Identität und Kontaktadresse machen, inklusive E-Mail (SECO).
Ähnlich ist es bei Werbung. Im US-Original heißt der Punkt „Disclosure“ und klingt nach einer freiwilligen Vertrauensgeste. In Deutschland muss kommerzielle Kommunikation klar als solche erkennbar sein (§ 6 DDG, § 22 Medienstaatsvertrag, § 5a UWG). Wie das bei Blogs, Social Media und Affiliate-Links konkret aussieht, erklärt der Leitfaden der Medienanstalten (Stand: Mai 2025). In Österreich gilt § 26 Mediengesetz für periodische Medien, zu denen Websites zählen. Bezahlte Beiträge tragen dort den Hinweis „Anzeige“, „entgeltliche Einschaltung“ oder „Werbung“. Für die Schweiz gelten das Lauterkeitsrecht und die Grundsätze der Lauterkeitskommission.
Finanztip zeigt, wie das gut aussieht. Bei den Empfehlungen im Tagesgeld-Vergleich steht: „Klickst Du auf eine Empfehlung mit *, unterstützt das unsere Arbeit. Finanztip bekommt dann eine Vergütung.“ Der Satz ist kurz und ehrlich und steht genau dort, wo der Leser klickt.
Randbemerkung
Hinweis: Das ist ein Überblick, keine Rechtsberatung. Was für deine Website gilt, hängt vom Angebot ab.
Verbesserungen wirken oft nicht sofort. Lily Ray, eine der bekanntesten Expertinnen für E-E-A-T, schreibt:
„Größere Neubewertungen der Gesamtqualität einer Website nimmt Google oft erst mit dem nächsten Core Update vor. Arbeit an E-A-T wird deshalb unter Umständen erst nach mindestens mehreren Monaten neu bewertet.“
Lily Ray, SEO-Expertin Search Engine Journal
Wie im echten Leben wird deine Website nach dem beurteilt, was sie von sich zeigt. Ein guter Test für E-E-A-T ist eine einzige Frage: Warum sollte jemand diesem Inhalt, diesem Autor und dieser Website vertrauen? Fällt dir die Antwort schwer, wirkt deine Website wahrscheinlich weniger vertrauenswürdig, als sie ist.
E-E-A-T ist kein Ziel, das du einmal erreichst. Es gibt keine Abkürzungen und keine Hacks, die dein E-E-A-T über Nacht verbessern. Was wirkt, ist Beständigkeit: regelmäßig Inhalte mit echtem Fachwissen veröffentlichen, offen mit deinen Lesern umgehen, dir Anerkennung verdienen und deine Erfahrung mit echten Geschichten belegen. Das summiert sich mit der Zeit.

Monika Butterweck ist als Marketing Managerin bei Ahrefs für den DACH-Markt zuständig.