Duden vor SRF, ADAC vor ÖAMTC: Wen ChatGPT in der Schweiz und Österreich zitiert

Porträt von Monika Butterweck

Nach Autor Monika Butterweck

Marketing Manager DACH bei Ahrefs

Mitwirkende
October 22, 202618 Min. Lesezeit

In der Schweiz zitiert ChatGPT den Duden häufiger als jede Schweizer Website. Unter den 50 meistzitierten Domains gehen dort 26,5 % der Zitationen an deutsche Websites und 21,0 % an Schweizer. In Österreich liegen deutsche und österreichische Websites mit 30,5 % zu 29,4 % fast gleichauf.

Ausgewertet haben wir je Land die 1.000 Domains, die ChatGPT am häufigsten heranzieht, sortiert nach Zitationen. Die Daten stammen aus dem Ahrefs Brand Radar, Snapshot vom 21. September 2026. Es ist die Länderauswertung zu unserer Studie über die zitierten Seiten in ChatGPT in Deutschland.

Den größten Teil des deutschen Anteils tragen vier Domains: Duden, ADAC, Stiftung Warentest und die FAZ mit ihren Produkttests. Zusammen kommen sie in beiden Ländern auf gut 17 % der Top-50-Zitationen. Nachrichten spielen für den deutschen Anteil kaum eine Rolle. Selbst deutsche Medien wie welt.de und ndr.de zitiert ChatGPT in beiden Ländern vor allem mit Produktvergleichen und Ratgeberseiten.

Wenn du in Österreich oder der Schweiz an deiner KI-Sichtbarkeit arbeitest, konkurrierst du in ChatGPT also mit deutschen Wörterbüchern, Ratgebern und Testportalen. Das Publikum dafür ist groß: 2025 haben in der Schweiz 47 % der 16- bis 74-Jährigen in den drei Monaten vor der Befragung generative KI genutzt, in Österreich 39 % und in Deutschland 32 % (Eurostat, Datensatz isoc_ai_iaiu).

Unter den 50 meistzitierten Domains gehen in der Schweiz mehr Zitationen an deutsche als an Schweizer Websites. In Österreich liegen beide fast gleichauf.

1. Schweiz: Unter den Top 50 liegen deutsche Websites vorn

In der Schweiz gehen 26,5 % der Zitationen unter den 50 meistzitierten Domains in ChatGPT an deutsche Websites. Schweizer Websites kommen auf 21,0 %, internationale wie Wikipedia oder PubMed auf 52,5 %. Das zeigt der Snapshot vom 21. September 2026 im Ahrefs Brand Radar.

Die erste Schweizer Website steht auf Rang 12. Es ist srf.ch. Davor liegen vier deutsche und sieben internationale Domains.

Rang
Domain
Herkunft
1
de.wikipedia.org
international
2
duden.de
Deutschland
3
en.wikipedia.org
international
4
dictionary.cambridge.org
international
5
adac.de
Deutschland
6
pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
international
7
faz.net
Deutschland
8
ikea.com
international
9
test.de
Deutschland
10
pmc.ncbi.nlm.nih.gov
international
11
apple.com
international
12
srf.ch
Schweiz

Nach Anzahl der Domains sieht es anders aus. Unter den Top 50 stehen 16 Schweizer, 12 deutsche und 22 internationale Domains. Den Ausschlag geben vier deutsche Domains mit sehr vielen Zitationen.

Die Herkunft bestimmen wir über die Länderendung. Domains ohne Länderendung wie faz.net ordnen wir dem Land zu, in dem der Betreiber laut Impressum sitzt. Die Details und warum die Werte vom Deutschland-Artikel abweichen, stehen in der Methodik.

Eine frühere Messung kam bei Nachrichten auf ein anderes Ergebnis. Das Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) der Universität Zürich hat ChatGPT im Juli 2025 Nachrichtenfragen von Schweizer IP-Adressen aus gestellt. Dort stammten 22,2 % der Quellen aus der Schweiz und 7,6 % aus Deutschland (fög, Jahrbuch 2025, Studie IV, Gratisversion von ChatGPT). Die beiden Messungen nutzen andere Fragen und zählen anders. Unsere Deutung, gemessen haben wir sie nicht: Bei Nachrichten liegen Schweizer Quellen vorn, beim Nachschlagen und bei Produkttests deutsche.

Vier deutsche Domains tragen den Vorsprung

Duden, ADAC, FAZ und Stiftung Warentest kommen in der Schweiz zusammen auf 17,3 % der Zitationen unter den 50 meistzitierten Domains in ChatGPT (Ahrefs Brand Radar, 21. September 2026). Das sind fast zwei Drittel des deutschen Anteils. Die übrigen acht deutschen Domains, darunter Chip, Computer Bild und die Verbraucherzentrale, kommen zusammen auf 9,2 %.

Bei welchen Fragen ChatGPT diese vier Quellen zitiert, zeigt der Brand Radar. Wir haben je Domain die 250 Fragen mit dem höchsten Suchvolumen durchgesehen. Ausgezählt haben wir sie nicht.

Duden: „Was bedeutet der Name Manor?“

Beim Duden dreht sich fast jede dieser Fragen um die Bedeutung eines Wortes. Auffällig oft geht es um Namen von Schweizer Händlern und Marken: „Was bedeutet der Name Manor?“, „Was heißt Globus auf Deutsch?“, „Was bedeutet der Name Tutti?“ oder „Was bedeutet Brack auf Deutsch?“. In Österreich heißt es etwa „Was bedeutet Lutz?“ oder „Was heißt Lagerhaus auf Deutsch?“.

Ein Teil davon geht auf die Methode zurück. Brand Radar leitet seine Fragen aus echten Suchbegriffen des jeweiligen Landes ab. Wer in der Schweiz „manor“ sucht, will vermutlich ins Warenhaus. Im Prompt-Set wird daraus offenbar eine Frage nach der Wortbedeutung, und die beantwortet ChatGPT mit dem Wörterbuch.

Daneben stehen echte Sprachfragen mit Länderbezug, etwa „Wie sagt man Kühlschrank auf Schweizerdeutsch?“ oder „Wie sagt man Kissen in Österreich?“. Auch hier zitiert ChatGPT den Duden. Wie der Kühlschrank auf Schweizerdeutsch heißt, erklärt also ein deutsches Wörterbuch.

ADAC, Stiftung Warentest und FAZ: Autos und Produkttests

In der Schweiz zitiert ChatGPT den ADAC vor allem bei Fragen zu einzelnen Automodellen und Marken. Beispiele sind „Welche Schwächen hat der Škoda Elroq?“ und „Was ist das häufigste Problem bei BMW?“. Dazu kommen allgemeine Fragen wie „Wie viele Kilometer sollte ein Gebrauchtwagen maximal haben?“.

Stiftung Warentest zitiert ChatGPT bei Produktfragen wie „Welcher Staubsauger ist derzeit der beste?“. Selbst bei „Welches ist der beste Staubsauger in der Schweiz?“ und „Welche sind die besten Waschmaschinen in der Schweiz?“ zitiert ChatGPT test.de. Viele Fragen im Prompt-Set nennen Stiftung Warentest allerdings schon selbst.

Bei der FAZ ist das Bild am klarsten. Alle zitierten FAZ-Seiten, die wir uns für Österreich und die Schweiz angesehen haben, liegen im Bereich /kaufkompass/. Das sind Produkttests wie „Der beste Koffer“ oder „Das beste E-Bike“. Nachrichtenartikel der FAZ tauchen nicht auf. Warum, erklären wir in Abschnitt 4.

2. Österreich: Deutsche und österreichische Websites fast gleichauf

In Österreich gehen 30,5 % der Zitationen unter den 50 meistzitierten Domains in ChatGPT an deutsche Websites. Österreichische Websites kommen auf 29,4 %, internationale auf 40,2 %. Das zeigt der Snapshot vom 21. September 2026 im Ahrefs Brand Radar.

Ein Prozentpunkt Abstand reicht nicht für einen Sieger. Nach Anzahl liegt Österreich vorn: Unter den Top 50 stehen 19 österreichische, 16 deutsche und 15 internationale Domains. Warum die Werte vom Deutschland-Artikel abweichen, steht in der Methodik.

Die erste österreichische Website steht auf Rang 8. Es ist das Gesundheitsportal gesundheit.gv.at. Davor stehen fast dieselben Namen wie in der Schweiz.

Rang
Domain
Herkunft
1
de.wikipedia.org
international
2
duden.de
Deutschland
3
en.wikipedia.org
international
4
adac.de
Deutschland
5
faz.net
Deutschland
6
test.de
Deutschland
7
pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
international
8
gesundheit.gv.at
Österreich
9
obi.at
Österreich (Ableger)
10
oesterreich.gv.at
Österreich

Duden, ADAC, FAZ und Stiftung Warentest kommen in Österreich zusammen auf 17,5 % der Zitationen unter den 50 meistzitierten Domains in ChatGPT. Dahinter folgen weitere deutsche Ratgeber- und Testseiten: Auto Bild auf Rang 19, Chip auf 24, die Verbraucherzentrale auf 25 und Computer Bild auf 30.

Sechs österreichische Domains haben deutsche Wurzeln

Sechs der 19 österreichischen Domains in den Top 50 sind .at-Ableger von Unternehmen deutschen Ursprungs. Es sind obi.at (Rang 9), dm.at (11), idealo.at (14), autoscout24.at (20), bauhaus.at (27) und bmw.at (50). Zusammen kommen sie auf 10,6 % der Zitationen unter den 50 meistzitierten Domains in ChatGPT in Österreich.

Wir zählen sie zu Österreich, weil es eigene Angebote für den österreichischen Markt sind. Die übrigen 13 österreichischen Domains kommen zusammen auf 18,7 %.

3. Autoclubs und Konsumentenmagazine: Die deutschen liegen vorn

Österreich und die Schweiz haben eigene Automobilclubs und eigene Konsumentenmagazine. Laut Ahrefs Brand Radar (21. September 2026) zitiert ChatGPT trotzdem häufiger die deutschen: den ADAC in Österreich vor dem ÖAMTC (Rang 4 zu 17) und in der Schweiz vor dem TCS (Rang 5 zu 30).

Land
Deutsche Quelle
Rang
Heimisches Gegenstück
Rang
Österreich
ADAC (adac.de)
4
ÖAMTC (oeamtc.at)
17
Österreich
Stiftung Warentest (test.de)
6
Konsument (konsument.at)
60
Schweiz
ADAC (adac.de)
5
TCS (tcs.ch)
30
Schweiz
Stiftung Warentest (test.de)
9
K-Tipp (ktipp.ch)
248
In beiden Ländern zitiert ChatGPT den ADAC und Stiftung Warentest häufiger als die heimischen Autoclubs und Konsumentenmagazine.

Deutsche Medien und heimische Nachrichtenseiten

FAZ, welt.de und ndr.de zitiert ChatGPT vor allem mit Ratgeber- und Testinhalten. Die FAZ ist mit ihrem Kaufkompass vertreten. welt.de (Rang 34 in Österreich, 39 in der Schweiz) wird vor allem mit Produktvergleichen unter /vergleich/ zitiert, ndr.de (39 und 44) mit seinen Ratgeberseiten zu Garten, Gesundheit und Haushalt. Das zeigen die meistzitierten Seiten in den Antworten, die diese Domains nennen.

Reine Nachrichtenseiten stehen mit einer Ausnahme weiter hinten. In der Schweiz ist das srf.ch auf Rang 12. Danach folgen blick.ch auf 106 und swissinfo.ch auf 142, die deutsche tagesschau.de steht auf 212. In Österreich liegen kurier.at (93), t-online.de (99) und derstandard.at (102) dicht beieinander, tagesschau.de folgt auf 181. Der ORF verteilt sich auf zehn Hosts in der Liste, der stärkste ist wien.orf.at auf Rang 237. Zusammengezählt käme der ORF ungefähr auf Rang 31.

Die Welt gehört zu Axel Springer. Nach öffentlich bekannten Angaben ist Axel Springer der einzige deutschsprachige Medienkonzern mit einer Lizenzpartnerschaft mit OpenAI. Die Bild aus demselben Haus steht mit bild.de trotzdem nur auf Rang 255 (Österreich) und 331 (Schweiz). Die Partnerschaft allein erklärt die Ränge also nicht.

4. Die großen Schweizer Zeitungen sperren den Such-Crawler von ChatGPT und fehlen in der Liste

In den Schweizer Top 50 steht genau eine Schweizer Medienmarke: srf.ch. NZZ, Tages-Anzeiger und 20 Minuten fehlen in der Liste der 1.000 Domains, die Brand Radar für die Schweiz liefert. Nur das Lifestyle-Angebot bellevue.nzz.ch taucht auf Rang 478 auf.

Alle drei sperren OAI-SearchBot in ihrer robots.txt, ganz oder für ihre Artikel. Mit diesem Crawler erfasst OpenAI Seiten für die Suche in ChatGPT. Gesperrte Seiten zeigt ChatGPT laut OpenAI in Suchantworten nicht an, höchstens als Navigationslink. Davon getrennt ist GPTBot, der Trainingsdaten sammelt.

Domain
OAI-SearchBot (Suche)
GPTBot (Training)
Rang
nzz.ch
gesperrt, außer gesponserte Inhalte
gesperrt
nicht in der Liste (CH)
tagesanzeiger.ch
nur Startseite erlaubt
gesperrt
nicht in der Liste (CH)
20min.ch
Artikel gesperrt
Artikel gesperrt
nicht in der Liste (CH)
srf.ch
erlaubt
gesperrt
12 (CH)
faz.net
nur /kaufkompass/ erlaubt
nur /kaufkompass/ erlaubt
5 (AT), 7 (CH)
derstandard.at
erlaubt
gesperrt
102 (AT)
orf.at (Hauptdomain)
erlaubt
gesperrt
317 (AT)

Stand der robots.txt: 11. und 12. Oktober 2026. Bei NZZ, Tages-Anzeiger, 20 Minuten und FAZ zeigen archivierte Fassungen aus der Zeit bis zum Snapshot am 21. September 2026 dieselben Regeln.

Dass die robots.txt mitentscheidet, zeigt die FAZ am deutlichsten. Sie sperrt OAI-SearchBot für die ganze Website und gibt nur den Bereich /kaufkompass/ frei. Aus diesem Bereich stammen alle FAZ-Seiten, die wir in den Antworten für Österreich und die Schweiz gefunden haben.

SRF trennt Training und Suche. Trainings-Crawler wie GPTBot sind gesperrt, der Such-Crawler nicht. Ein Rechtshinweis in der robots.txt erlaubt den Abruf für KI-Antworten ausdrücklich, wenn die Quelle genannt wird.

Die Sperren sind die naheliegende Erklärung dafür, dass die drei Zeitungen fehlen. Beweisen lässt sich das mit diesen Daten nicht. Das Lifestyle-Angebot der NZZ sperrt OAI-SearchBot laut aktueller robots.txt ebenfalls und wird trotzdem mit normalen Artikeln zitiert. Auch das fög fand 2025 gesperrte Medien unter den Quellen. Sperren über Cloudflare, andere CDNs oder Firewalls sehen wir in der robots.txt nicht.

In Österreich stehen die großen Nachrichtenseiten ebenfalls weit hinten, obwohl Der Standard und der ORF in ihrer robots.txt nur Trainings-Crawler sperren und den Such-Crawler zulassen.

Große Medienhäuser sperren GPTBot deutlich häufiger als andere Websites. In unserer Auswertung der Blockraten im DACH-Raum sperrten 61 % von 28 großen Nachrichten- und Verlagsangeboten GPTBot. In einer Zufallsstichprobe von DACH-Domains waren es 2,27 %.

Die Sperren fallen in eine laufende Debatte über Vergütung. In der „Erklärung von Zürich“ fordern unter anderem die Verlegerverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz seit April 2025 Quellenangaben mit Link und eine Vergütung (Unterzeichner und Forderungen). Das soll für das Training gelten und für Antworten, für die KI-Systeme Artikel abrufen. In der Schweiz hat das Parlament das geplante Leistungsschutzrecht für Medien im Juni 2026 an den Bundesrat zurückgewiesen. Er soll prüfen, wie Anwendungen künstlicher Intelligenz einbezogen werden.

5. Weiter hinten in der Liste holen die heimischen Websites auf

Die Top 50 sind der Kopf der Liste. Sie tragen in der Schweiz 37,6 % und in Österreich 39,3 % aller Zitationen der 1.000 Domains in der Liste. Wie sieht es dahinter aus?

Rangbereich
Schweiz: Schweizer Websites
Schweiz: deutsche Websites
Österreich: österreichische Websites
Österreich: deutsche Websites
Rang 1 bis 50
21,0 %
26,5 %
29,4 %
30,5 %
Rang 51 bis 200
36,0 %
23,0 %
34,9 %
28,4 %
Rang 201 bis 670 (CH) bzw. 684 (AT)
33,0 %
28,2 %
40,6 %
30,5 %
Alle Ränge bis 670 bzw. 684
29,0 %
26,0 %
34,3 %
29,9 %
Ab Rang 51 liegen in beiden Ländern die heimischen Websites vorn.

In der Schweiz kippt das Verhältnis ab Rang 51. Dort gehen 36,0 % der Zitationen an Schweizer und 23,0 % an deutsche Websites. Über alle Ränge bis 670 liegt die Schweiz mit 29,0 % zu 26,0 % vorn.

In Österreich wächst der heimische Anteil nach hinten stetig, von 29,4 % in den Top 50 auf 40,6 % ab Rang 201. Über alle Ränge bis 684 liegt Österreich mit 34,3 % zu 29,9 % vorn.

In der Schweiz hängt der deutsche Vorsprung in den Top 50 also an wenigen großen Domains. Der deutsche Anteil bleibt bis Rang 670 bzw. 684 trotzdem hoch: In der Schweiz geht gut jede vierte Zitation an eine deutsche Website, in Österreich sind es knapp 30 %.

Warum die Liste bei Rang 670 und 684 endet, erklären wir in der Methodik.

6. Welche heimischen Websites es nach oben schaffen

Unter den heimischen Websites in den Top 50 fallen vier Gruppen auf.

Behörden. In Österreich stehen gesundheit.gv.at (Rang 8), oesterreich.gv.at (10), evi.gv.at (22), das Rechtsinformationssystem ris.bka.gv.at (23) und medikamente.basg.gv.at (26) weit oben. In der Schweiz sind es das Bundesamt für Gesundheit auf bag.admin.ch (20) und der Kanton Zürich auf zh.ch (42). In der österreichischen Liste der 1.000 Domains stehen 32 Hosts mit .gv.at, in der Schweizer Liste 28 mit admin.ch.

Händler und Marktplätze. In Österreich willhaben.at (31) und spar.at (41), in der Schweiz coop.ch (16), galaxus.ch (29) und digitec.ch (47).

Vergleichs- und Datenportale. In Österreich geizhals.at (29). In der Schweiz die Arzneimittelinformation swissmedicinfo-pro.ch (13), comparis.ch (17), compendium.ch (26), toppreise.ch (27) und das Firmendaten-Portal moneyhouse.ch (28).

Verkehr. In Österreich der ÖAMTC (17), in der Schweiz der TCS (30) und die SBB (32).

Gemeinsam ist diesen Websites, dass ihre Inhalte nur für das eigene Land gelten: Recht, Behördenwege, Preise und Sortiment vor Ort, Fahrpläne, zugelassene Medikamente. Darauf hat ein deutsches Angebot keine Antwort. Ob genau das den Ausschlag gibt, lässt sich aus den Daten nicht ablesen.

7. Was das für deine KI-Sichtbarkeit in Österreich und der Schweiz heißt

Anführungszeichen

Wer in Österreich oder der Schweiz an seiner KI-Sichtbarkeit arbeitet, tritt in ChatGPT auch gegen Duden, ADAC und Stiftung Warentest an. Diese Wettbewerber sieht man nicht, solange man nur auf den eigenen Markt schaut.

Monika Butterweck portrait

Monika Butterweck, Marketing Manager DACH, Ahrefs

Aus den Daten und den Angaben von OpenAI ergeben sich vier Schritte. Eine Zitation garantiert keiner davon.

Entscheide bewusst, ob ChatGPT deine Seiten lesen darf

Wenn du in ChatGPT als Quelle auftauchen willst, lass OAI-SearchBot zu. Seiten, die ihn sperren, zeigt ChatGPT laut der Crawler-Dokumentation von OpenAI in Suchantworten höchstens als Navigationslink. Änderungen an der robots.txt greifen laut OpenAI nach rund 24 Stunden.

Training und Suche lassen sich getrennt steuern. SRF und Der Standard sperren GPTBot und lassen OAI-SearchBot zu. Die FAZ öffnet beide Crawler nur für einen Bereich. Sperrst du auch OAI-SearchBot, behältst du mehr Kontrolle über deine Inhalte und verschwindest laut OpenAI weitgehend aus den Suchantworten von ChatGPT. Wie andere Websites im DACH-Raum das handhaben, zeigt unsere Auswertung der KI-Bot-Blockraten.

Denk deutsche Medien und Testportale mit

ChatGPT zitiert in Österreich und der Schweiz viele deutsche Ratgeber- und Testseiten. Wenn deine Produkte dort getestet oder erwähnt werden, kann das in Antworten für deine Kunden in Wien oder Zürich auftauchen. Für deine Pressearbeit heißt das: Plane deutsche Fachmedien und Testportale neben den heimischen mit ein.

Zwei Studien aus anderen Märkten stützen den Ansatz. Eine Untersuchung der Universität Toronto fand, dass KI-Suchsysteme überwiegend redaktionelle Drittquellen zitieren und seltener die Websites der Marken selbst (Preprint, September 2025). In unserer Studie zu 75.000 Marken (auf Englisch) hingen Erwähnungen einer Marke im Web stärker mit ihrer KI-Sichtbarkeit zusammen als Backlinks.

Nutze, was nur für dein Land gilt

Viele heimische Websites in den Top 50 beantworten Fragen, auf die es keine deutsche Antwort gibt: Schweizer Fahrpläne, österreichisches Recht, Preise in Franken. Wenn du Inhalte hast, die nur für Österreich oder die Schweiz gelten, setz dort an.

Eine Einschränkung gehört dazu. Ob Preise in Franken, Helvetismen oder die ss-Schreibung die Chance auf eine Zitation erhöhen, hat nach unserem Wissen noch keine Studie gemessen. Auch zu hreflang, Domainendung oder Sprache dokumentiert OpenAI keine Wirkung. Laut OpenAI nutzt ChatGPT für die Websuche einen ungefähren Standort aus der IP-Adresse, um lokale Ergebnisse zu liefern (OpenAI Help Center). Für die klassische Google-Suche bleibt hreflang das richtige Werkzeug, um Länderversionen zuzuordnen.

Prüf deine eigene KI-Sichtbarkeit nach Land

Die Zahlen in diesem Artikel gelten für alle Themen zusammen. In deiner Branche kann das Verhältnis ganz anders aussehen. So prüfst du es:

  1. Öffne den Brand Radar, gib unter „Erkunden“ deine Domain ein und klick auf „Analysiere“. Prüf die vorgeschlagenen Konkurrenten und klick auf „Erkunden“.
  2. Stell oben den „Standort“ auf Schweiz oder Österreich und die „Plattform“ auf ChatGPT.
  3. Öffne links den Bericht „Zitierte Seiten“. Der Reiter „Deine“ zeigt, welche deiner Seiten zitiert werden.
  4. Wechsle auf den Reiter „Alle Domains“. Dort siehst du, welche Domains in diesen Antworten zitiert werden. Welche davon aus Deutschland kommen, erkennst du an Endung und Impressum.
So sieht das für comparis.ch aus. Die orangen Rahmen markieren Standort, Plattform und den Reiter „Alle Domains“.

Randbemerkung


Mehr dazu, wie Sichtbarkeit in KI-Antworten entsteht, steht in unserem GEO-Guide. Welche Domains ChatGPT in Deutschland am häufigsten zitiert, zeigt unsere monatliche Auswertung.

Was bleibt

In der Schweiz und in Österreich stehen in ChatGPT deutsche Nachschlagewerke und Testportale weit vorn, vor jeder heimischen Website. Weiter hinten in der Liste holen die heimischen Websites auf. In den Top 50 stehen vor allem Behörden, Händler und Vergleichsportale, deren Inhalte nur für das eigene Land gelten.

Wenn du deine Zielgruppe in Österreich oder der Schweiz hast, schau dir als Erstes an, welche deutschen Seiten in deinem Thema zitiert werden. Das sind die Quellen, gegen die du antrittst.

8. Methodik

Alle Zahlen in diesem Artikel stammen aus einer eigenen Auswertung mit dem Ahrefs Brand Radar.

Datenbasis. Liste der zitierten Domains, Modell ChatGPT, Länder Österreich und Schweiz, ohne Marken- und Themenfilter. Snapshot vom 21. September 2026, derselbe wie in unserer Deutschland-Studie.

Länderzuordnung. Jeder Prompt im Brand Radar ist aus einem echten Suchbegriff der Ahrefs-Keyword-Datenbank eines Landes abgeleitet. Er wird mit der Standort- und Spracheinstellung dieses Landes an ChatGPT gestellt, und die Antwort zählt für dieses Land.

Zwei Kennzahlen. „Gefunden in“ zählt die KI-Antworten, in denen eine Domain auftaucht, auch wenn sie nur im Hintergrund abgerufen wurde. „Zitiert in“ zählt die Antworten mit echter Quellenangabe. Wenn wir von Zitationen sprechen, meinen wir den zweiten Wert. Alle Prozentwerte sind Anteile an den Zitationen.

Auswahl und Vollständigkeit. Brand Radar liefert die 1.000 Domains mit den meisten Funden („Gefunden in“). Wir sortieren nach Zitationen. Bis Rang 684 (Österreich) und 670 (Schweiz) ist diese Reihenfolge praktisch vollständig. Darunter können Domains fehlen, die oft zitiert, aber selten gefunden werden. Deshalb enden die Rangbereiche in Abschnitt 5 an diesen Stellen.

Zählebene. Brand Radar zählt Hosts. www.ris.bka.gv.at und ris.bka.gv.at stehen getrennt in der Liste, der ORF verteilt sich auf zehn Hosts, die Arbeiterkammer auf neun. Das drückt Organisationen mit vielen Subdomains nach unten. Zusammengezählte Ränge sind Näherungen, weil eine Antwort mehrere Hosts derselben Organisation zitieren kann.

Herkunft. Die Länderendung entscheidet: .at ist Österreich, .ch die Schweiz, .de Deutschland. Länderableger wie obi.at zählen zum Land ihrer Domain. Domains ohne Länderendung ordnen wir nach dem Sitz des Betreibers laut Impressum zu. So zählen faz.net, kununu.com und plantura.garden als deutsch, myswitzerland.com und swiss.com als schweizerisch. Sprachversionen internationaler Angebote wie de.wikipedia.org oder de.trustpilot.com bleiben international. Bis Rang 684 bzw. 670 ließen sich fünf Hosts mit zusammen unter 0,5 % der Zitationen nicht eindeutig zuordnen.

Abweichung zum Deutschland-Artikel. In unserer Studie zu den zitierten Seiten haben wir die Werte für Österreich und die Schweiz nach reiner Domainendung angegeben. Dort zählten faz.net, kununu.com und plantura.garden als international, ebenso myswitzerland.com und swiss.com. Nach Domainendung kommen in den Top 50 der Schweiz .ch-Domains auf 18,6 % und .de-Domains auf 22,5 %, in Österreich .at-Domains auf 29,4 % und .de-Domains auf 25,5 %. Nach Domainendung lagen österreichische Domains also vorn, mit der Zuordnung nach Betreiber liegen österreichische und deutsche Websites fast gleichauf. Für die Schweiz bleibt der Befund gleich. Zum Vergleich: In Deutschland lag der Anteil von .de-Domains in der Deutschland-Studie nach reiner Domainendung bei 56,0 %.

Ränge. Bei Gleichstand gilt der beste gemeinsame Rang. Absolute Zitationszahlen nennen wir nicht. Brand Radar arbeitet mit einem gleitenden Zeitfenster, die Absolutwerte schwanken deshalb stark.

Beispielfragen und zitierte Seiten. Die Fragen in Abschnitt 1 und die Seiten von FAZ, welt.de und ndr.de in Abschnitt 3 stammen aus den KI-Antworten im Brand Radar, Snapshot 21. September 2026, abgerufen am 12. Oktober 2026. Wir haben je Domain die Fragen mit dem höchsten Suchvolumen beziehungsweise die meistzitierten Seiten durchgesehen, ohne sie auszuzählen.

robots.txt. Geprüft am 11. Oktober 2026 (GPTBot-Regel der FAZ am 12. Oktober), für NZZ, Tages-Anzeiger, 20 Minuten und FAZ zusätzlich über archivierte Fassungen zum Snapshot. bellevue.nzz.ch haben wir am 12. Oktober 2026 geprüft, eine archivierte Fassung zum Snapshot liegt uns nicht vor. Erhoben sind nur Sperren in der robots.txt. Blockaden über Cloudflare, andere CDNs oder Firewalls sehen wir damit nicht.

Vergleich mit dem fög. Die Studie des fög nutzte nur Nachrichtenfragen, wurde im Juli 2025 erhoben und misst den Anteil an allen Quellen der Antworten. Die Zahlen sind deshalb nicht direkt vergleichbar.

Grenzen. Ausgewertet haben wir nur ChatGPT und nur Österreich und die Schweiz. Die Werte bilden einen einzelnen Snapshot ab. Das Prompt-Set leitet sich aus Suchbegriffen ab und bildet nicht direkt ab, was Menschen tatsächlich in ChatGPT eingeben. Wie stark das Ergebnisse wie den Duden-Vorsprung verzerrt, lässt sich aus den Daten nicht beziffern.

Porträt von Monika Butterweck
Verfasst vonMonika Butterweck

Monika Butterweck ist als Marketing Managerin bei Ahrefs für den DACH-Markt zuständig.

Mitwirkende